Kriminelle Machenschaften im Internet sind an der Tagesordnung und Kinder sind nur allzu oft die unschuldigen Opfer. Ob Cybermobbing oder üble Formen der sexuellen Belästigung, es drohen wirklich echte Gefahren für die Jüngsten der Gesellschaft. Bundesfamilienministerin Schröder hat nun vor, aus diesem Grund ein Internet-Kinderschutzzentrum einzurichten. Und die erste und wohl auch wichtigste Aufgabe dieser Einrichtung soll die Entwicklung des „Notrufbuttons“ für Kinder sein.

„Eine Kinder- und Jugendnetzpolitik heißt konkret mit dem Netz zu arbeiten statt abstrakt dagegen anzukämpfen. Drei Dinge gehören dabei untrennbar zusammen: Medienkompetenz, Elternverantwortung und Schutz vor Gefahren im Netz. Das Ziel ist, Kinder und Jugendliche für den Umgang mit dem Netz stark zu machen. Klar ist aber auch: Cybermobbing, Grooming oder die Verbreitung von Missbrauchsdarstellungen im Netz müssen konsequent verfolgt werden. Deshalb werde ich ein Internet-Kinderschutzzentrum einrichten, um den Opfern per Mausklick die Hilfe zukommen zu lassen, die sie brauchen“, so die Ministerin in einer Pressemitteilung.

Und was macht der Button?

Der Gedanke ist eigentlich recht simpel: Wenn Kinder oder Jugendliche beim Surfen auf Webinhalte treffen, durch die sie sich bedroht fühlen, sollen sie auf einen Notrufbutton drücken können. Das ist jedenfalls das Ziel der Bundesfamilienministerin Schröder, die unter anderem mit dieser Maßnahme die Kinder für den richtigen Umgang mit dem Internet fit machen will. Die Idee mit dem Notrufbutton und der ganze Plan für ein Internet-Kinderschutzzentrum sind nicht spontan entstanden, eine Arbeitsgruppe aus Politikern und Internetexperten hat seit November 2010 für diese Vorhaben gezielt Handlungsvorschläge ausgearbeitet. Aus diesen Vorschlägen entstammt letztlich auch der Notrufbutton, der direkt mit dem Internet-Kinderschutzzentrum verbunden sein soll. Ein Auslösen des Buttons würde also direkt im Zentrum ankommen. Auf diese Weise soll es dann möglich werden, gegen Gefährdungen mit Netz vorzugehen. Für eine effektive Arbeitsweise soll zu diesem Zweck das Familienministerium eng mit der Internetwirtschaft und Initiativen zum Schutz gegen Gefahren aus dem Netz zusammenarbeiten.

Die Idee stammt aus Großbritannien

Der besagte Notrufbutton ist in Großbritannien bereits erfolgreich erprobt. Und er spielt insbesondere bei den großen sozialen Netzwerken eine wichtige Rolle. So habe sich beispielsweise jemand via Notrufbutton beschwert, dass bei einem großen sozialen Netzwerk für Studenten verschiedene Menschen als „Top“ oder „Flop“ bewertet werden konnten. Entsprechende Gespräche mit dem an den Notrufbutton angeschlossenen Netzwerk bewirkten letztlich, dass diese Bewertung verschwand. In schlimmeren Fällen könnte auf diese Weise auch eine Strafverfolgung eingeleitet werden.

Aber nicht nur sicherer soll es für Kinder werden, sie sollen auch etwas zu sagen haben. Neben der neuen Notrufoption soll es Möglichkeiten im Rahmen der ePartizipation geben, über die sich Kinder und Jugendliche an Entscheidungen beteiligen können.

Eltern sollten zudem über die Möglichkeiten von Jugendschutzmaßnahmen genau informiert werden (Rund 95 Prozent aller Eltern halten Schutzprogramme für Kinder im Internet für sinnvoll). Eltern sollen in Zukunft genauer darüber informiert werden, was sie selbst für die Sicherheit tun können und wie sie bei Bedrohungen aus dem Netz reagieren können.