Jedi-Ritter der Demokratie und die dunkle Bedrohung

Jeder kann heute Artikel schreiben, veröffentlichen und Dinge behaupten. Die Informationen werden auf die Menschheit losgelassen und in Sekunden sind sie für jeden und alle verfügbar. Allerdings hat die moderne Kommunikation in Lichtgeschwindigkeit auch ihren Preis. Der Wahrheitsgehalt einer Nachricht wird dabei ignoriert.

Journalisten als Jedi-Ritter der Demokratie

Jedi-Ritter vs. Infotainment

Was die Maschinen machen können ist höchstens z. B. schauen wie viele Menschen die betreffende Quelle zitiert haben. Je mehr Webseiten sich auf den betreffenden Artikel berufen, desto vertrauenswürdiger ist die Information. Theoretisch. Praktisch kann jeder (ja, sogar Thilo Sarrazin) Behauptungen in die Welt setzen. Es fehlt also die Vorabkontrolle.

Abgesehen von dem Banker auf Abwegen und ähnlichem Schrott ist es auch gut so. Die Demokratie, die wir im Netz genießen, baut nicht auf Gesetze und Vorschriften, sondern auf Mitarbeit von uns allen. Eine neue Demokratie für verantwortungsbewusste Bürger. Das heißt aber noch lange nicht, dass es gar keine Kontrolle gibt, nur dass sie nicht mehr Kraft des Gesetzes bei einer bestimmten Person, Instanz, Regierung oder Behörde liegt, sondern bei jedem einzelnen von uns.

Und Journalisten? Es scheint so, als ob die Netzfreiheit ihren Job nicht leichter machen wurde, im Gegenteil. Bedienen sie den Mainstream, wirft man ihnen die fehlende moralische Seite ihres Tun. Umgekehrt bekommen sie es unter die Nase gerieben, dass ihr teuer recherchierter Umweltskandal Artikel zwar sehr wichtig ist, aber die Auflage oder Anzahl der Besucher nicht reicht um die Kosten wieder rein zu holen. Der steigende wirtschaftliche Druck lässt immer weniger Raum für die gesellschaftliche Verantwortung und den Berufsethos. Die dunkle Infotainmentseite wird immer bedrohlicher.

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