Cybermobbing

Cybermobbing ist ein Begriff, der aus dem Englischen kommt und den man am besten als „systematischer Angriff über Online-Kommunikationsmöglichkeiten“ übersetzen kann. Ähnliche Begriffe wären Cyberbulling und Cyberstalking.

Besonders junge Menschen sind davon betroffen, weil diese sehr häufig in sozialen Netzwerken aktiv sind und dort oft ein raues Klima herrscht. Gehen die normalen Rempeleien in systematische Angriffe über, bei denen ein Mitglied zum Opfer wird, dann sind erhebliche soziale und psychische Konsequenzen für diese Person die Folge. Neben dem Ausschluss aus formellen und informellen Online- und Offline-Gruppen kann die psychische Belastung auch dazu führen, dass professionelle Hilfe von Ärzten und Psychologen in Anspruch genommen werden muss.

Das Cybermobbing in besonderer Weise für junge Menschen relevant ist, wird aus einer Studie der Uni Münster von 2011 deutlich, die diese in Zusammenarbeit mit der Techniker Krankenkasse umgesetzt hat. Etwas mehr als ein Drittel der repräsentativ befragten jungen Menschen sah sich ein- oder mehrfach als Opfer von Cybermobbing. Etwa jeder fünfte Befragte räumte ein, dass er sich auch vorstellen kann, zum Täter bei Cybermobbing-Attacken zu werden.

Mobbing an Schulen ist kein neues Phänomen

Mobbing an Schulen und zwischen jungen Menschen ist aber kein neues Phänomen. Beim herkömmlichen Schulmobbing findet eine Ausgrenzung von Mitschülern statt, die in irgendeiner Weise als fremd empfunden werden. Die Opfer werden im Verlauf des Mobbing-Prozesses dann in der Kommunikation geschnitten und in ihrer körperlichen Integrität beeinträchtigt.

Cybermobbing hingegen läuft durch die Möglichen des Internets und der Online-Kommunikation etwas anders ab. Hier kommt es häufig vor, dass Schüler durch substanzlose Gerüchte herabgesetzt werden. Gegenüber Mädchen wird die Methode angewandt, dass man ihnen sexuell ausschweifenden Lebensstil nachsagt. Solche Behauptungen werden durch echte oder gefakte Bilder oder Videos unterstützt. Angesichts neuer technischer Möglichkeiten ist es nicht schwierig, entsprechendes Material zu erstellen und in den Umlauf zu bringen.

Über Netzwerke wie Facebook kann man das Cybermobbing auch mit weiteren Methoden umsetzen, wenn das Opfer dort einen Account hat. Es werden nachteilige Meldungen über das Opfer auf dessen Pinnwand gepostet. Gelingt es den Tätern, den Account des Opfers zu knacken, dann sind weitere Attacken möglich, die mit zunehmender Intensität die Vernichtung des Opfers zum Ziel haben.

Als Gegenmaßnahmen gegen Cybermobbing unter jungen Menschen hilft nur Aufmerksamkeit der Eltern und der Lehrer. Diese müssen sich mit den Regeln im interaktiven Internet auskennen und sich selbst in entsprechenden Netzwerken bewegen können. Ein Frühwarnsystem für Cybermobbing kann dann funktionieren und die Betreuungspersonen können durch schnelles Handeln schlimmeres verhindern. Können Täter identifiziert werden, dann ist diesen die Nichtakzeptanz ihres Handelns in schnellen Strafmaßnahmen zu verdeutlichen. Darüber hinaus sollte der angemessene soziale Umgang (sowohl online wie offline) zum häufigen Gegenstand des Unterrichts und von außerschulischer Kommunikation gemacht werden.