Social Media – Entdecke die Möglichkeiten

Wohl niemand hätte vor etwa einem Jahrzehnt, als die ersten sozialen Netzwerke entwickelt wurden, vorhersehen können, welchen Impuls die virtuellen Treffpunkte auf das alltägliche Leben haben würden. Was einst als willkommene Kontaktstelle zwischen aktuellen und ehemaligen Bekannten, Freunden und Gefährten war, entwickelte sich schnell zum wohl dominantesten Medium des beginnenden Jahrtausends. Soll das Phänomen namentlich benannt werden, so bietet sich als Stellvertreter wohl nur die Mutter aller sozialen Netzwerke an: das Facebook.

Facebook, Hausfreund der westlichen Welt

2004 gegründet, sind inzwischen knapp 600 Millionen Menschen weltweit im Facebook angemeldet, davon weit über 10 Millionen Deutsche. Um diese Zahlen deuten zu können, hilft eine Betrachtung der Verhältnisse: 600 Millionen Menschen entsprechen beinahe zehn Prozent der Weltbevölkerung. Da Kontinente mit niedrigerem technischen Standard, allen voran Afrika, aber auch Südamerika und weite Teile Asiens, zu diesen Zahlen kaum beitragen, bedeutet dies, dass weit mehr als zehn Prozent aller Menschen aus westlichen Gefilden und Industriestaaten im Facebook vertreten sind – Tendenz steigend.

Denn das Interessante an sozialen Netzwerken ist, dass sie inzwischen längst über die Grundfunktionen eines sozialen Netzwerks hinausgehen. Auch hier muss unwillkürlich der Name Facebook fallen, jenes Netzwerk, in dem Profilseiten schon längst für kommerzielle Zwecke genutzt werden, und zwar ganz legal. Die Möglichkeit, Facebook von Unternehmensseite vor allem zu Promo- und Werbezwecken zu nutzen, war dabei nur der Anfang, denn mittlerweile sprießen sogar Facebook-Shops in den virtuellen Weiten. Die Vermutung, dass diese vielleicht in geraumer Zeit Institutionen wie Amazon oder eBay ernsthafte Konkurrenz machen – kleinere Webshops ohnehin ausgenommen – scheint in Zeiten wie diesen keineswegs weit hergeholt.

Facebook als Selbstverständnis für die junge Generation

Dass monumentale Erfolge wie die der sozialen Netzwerke nicht auf Zufall basieren können, unterstreicht vor allem den nützlichen Charakter des eigentlich simplen Systems, das für beinahe alles genutzt werden kann, was die zwischenmenschliche Ebene hergibt. Dies betrifft organisatorische Dinge wie die Einladung zu einer Geburtstagsfeier oder die Terminierung eines Fußballspiels, aber auch tiefschürfendere Zwecke wie den Kontakt über weite Distanzen. So bietet das Facebook etwa Schülern im Auslandsjahr fernab der Heimat die Möglichkeit, in dauerndem Kontakt zur bekannten Welt zu stehen, was nicht selten eine erhebliche Erleichterung darstellt. Das Teilen von Medieninhalten wie Videos und Fotos, sowohl von privat als auch per Youtube-Verlinkung, gelten dagegen schon fast als obligatorisch – keine weiteren Ausführungen nötig.

Wo Licht ist, da ist auch Schatten

Die Nachteile der allgegenwärtigen Kommunikation liegen auf der Hand, und zwar seitens der Absender als auch der Empfänger. So verleiten die Möglichkeiten zur unbegrenzten Informationsverbreitung viele Menschen dazu, täglich eine unbestimmte Menge Trivialitäten im Netz zu verbreiten, die den Empfängern häufig nur noch ein leicht entnervtes Seufzen entlocken. Sogar die Möglichkeit einer Sucht ist in sozialen Netzwerken erwiesenermaßen existent; wo Person A stundenlang in den Tiefen eines Computerspiels versinkt oder gar im Online Casino, kann Person B viel zu viel Zeit in Medien wie Facebook verbringen. Bei allen Vorzügen der sozialen Netzwerke gilt es also auch dort, stets eine gesunde Relation zu wahren, auch wenn das nicht immer leicht fällt.