Interkulturelle Kommunikation

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Längst sind die Mauern in Europa und zum größten Teil auch weltweit gefallen. Billigflieger und Langstreckenflugzeuge bevölkern die Lüfte und sorgen jeden Tag für einen Umschlag von tausenden von Menschen weltweit.

Der  Urlauber kann meist die ersten 3 Wörter aus seinem Reiseführer stammeln, welcher schon bald die Staubflocken im Zimmer erhaschen wird. Das Arbeiten in einem fremden Land oder in einem internationalen Team setzt bedeutend mehr Kommunikationsfähigkeit, genau genommen interkulturelle Kompetenz, voraus, die heute immer öfter eine Anforderung im Arbeitsalltag darstellt.

Interkulturelle Kompetenz bezeichnet die Fähigkeit, anderen Kulturen positiv gegenüberzutreten, in interkulturellen Situationen angemessen zu kommunizieren und sein eigenes Verhalten entsprechend dem kulturellen Kontext anpassen zu können. Der Austausch auf internationaler Ebene erfordert somit besondere Kommunikations-, Handlungs- und Konfliktlösungsfähigkeiten.

Vor allem für Unternehmen und deren Beschäftigte erhalten interkulturelle Kompetenzen zunehmend einen höheren Stellenwert. Denn sowohl die externe Kommunikation, z. B. zu internationalen Kunden, als auch die interne Verständigung in einem multikulturellen Team erfordern Verständnis  und Toleranz für die Traditionen und die Kultur des anderen. Eine Person mit interkultureller Kompetenz muss deshalb Fertigkeiten hinsichtlich Gesprächsführung und Konfliktmanagement besitzen, damit die Kommunikation reibungslos funktioniert. Wer möchte schon unbewusst einen Skandal, wie den der Mohammed-Karikaturen provozieren? Oder mit einem Film zwei Nationen verärgern, wie 2002 mit dem James Bond Blockbuster „Die Another Day“ in Korea geschehen. Die Südkoreaner boykottierten damals 145 Kinos, in denen der 007-Film lief.

Für Deutschland als Zuwanderungsland, in dem laut Statistischem Jahrbuch 2009 jeder Fünfte einen Migrationshintergrund besitzt, kommt den interkulturellen Kompetenzen eine besondere Bedeutung zu. Der Forschungsschwerpunkt Interkulturelle Kompetenz der Fachhochschule Köln stellt dazu folgende These auf:

„Gelingt es einer Gesellschaft nicht, solche Kompetenzen für die wichtigsten Organisationen und deren Personal zu entwickeln, wird sie (…) möglicherweise auch globale Wettbewerbsnachteile hinnehmen müssen.“

Laut der Kritik von Migrationsverbänden bestehen aufgrund mangelnder interkultureller Kompetenz gegenwärtig bereits Nachteile in der deutschen Gesellschaft. Die Migrationsverbände kritisieren die mangelhafte Schulung von Lehrern in diesem Bereich und fordern die Bundeskanzlerin Angela Merkel im Zuge ihrer derzeitigen Bildungsreise auf, sich in Schulen mit einem hohen Anteil von Schülern mit Migrationshintergrund ein Bild zu verschaffen.

Doch bekanntlich, weiß jeder, dass die Mühlen der Politik langsam mahlen. Einfacher ist es sich selbst gegenüber anderen Kulturen zu öffnen und nicht nur Eindrücke von Sonne, Strand und Pool, sondern auch von der Kultur des Urlaubslandes mitzubringen und bei Bedarf abzurufen. Und wer ganz forsch ist, kann sich im Urlaub direkt in interkultureller Kommunikation üben – jeden Morgen am Pool bei der Handtuchschlacht um die Sonnenliegen.