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	<title>Medienkompetenz im Netz &#187; Forschung</title>
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	<description>Blog für Medienkompetenz, Kommunikation und Medienkritik</description>
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		<title>PISA extended &#8211; über die Notwendigkeit kultureller Kompetenz Teil II</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Mar 2009 22:41:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>P. Fischer-Piel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienkompetenz]]></category>
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		<description><![CDATA[Was ist PISA? Pisa untersucht unter anderem die Lesekompetenz, die mathematische und die naturwissenschaftliche Grundbildung von 15−jährigen Schülern. Bei der Pisa−Erhebung 2003 stand die Mathematik im Mittelpunkt, bei der vorangegangenen Untersuchung im Jahr 2000 war es das Lesen. Zusätzlich wurde &#8230; <a href="http://medienkompetenz-blog.de/pisa-extended-uber-die-notwendigkeit-kultureller-kompetenz-teil-2/">Weiterlesen...</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was ist PISA? Pisa untersucht unter anderem die Lesekompetenz, die  mathematische und die naturwissenschaftliche Grundbildung von  15−jährigen Schülern. Bei der Pisa−Erhebung 2003 stand die Mathematik im  Mittelpunkt, bei der vorangegangenen Untersuchung im Jahr 2000 war es  das Lesen. Zusätzlich wurde 2003 die so genannte Problemlöse-kompetenz  der Schüler getestet. Der Testkonzeption liegt die Vorstellung von  lebenslangem Lernen zugrunde und betont das Verstehen und die flexible,  situationsgerechte Anwendung des Wissens.<span id="more-303"></span></p>
<p>Pisa 2000 löste bei der Veröffentlichung im Dezember 2001 in Deutschland  den so genannten Pisa-Schock aus: Die Leistungen der hiesigen Schüler  waren im internationalen Vergleich nur unteres Mittelmaß, sie sind sehr  stark an die soziale Herkunft der Schüler gekoppelt, und hierzulande ist  die »Risikogruppe« besonders groß; fast ein Viertel der Schüler genügt  den Mindestanforderungen im Lesen und Rechnen nicht. Pisa E (“E” für  Erweiterung) 2000 offenbarte dann das innerdeutsche Leistungsgefälle  (Bayern oben, Bremen unten). Pisa 2003, veröffentlicht im Dezember 2004,  zeigte eine leichte Verbesserung der deutschen Leistungen im  internationalen Vergleich. Und Pisa 2003 E macht nun den Anteil der  einzelnen Bundesländer an dieser Verbesserung sichtbar.</p>
<p><strong>Sind die Pisa−Ergebnisse wirklich so wichtig?</strong></p>
<p>Ja.  Sie zeigen, wie gut die Schüler grundlegende Kulturtechniken  beherrschen, die im Leben  gebraucht werden. Getestet werden die Lesefähigkeit, das Verständnis von  Mathematik und den Naturwissenschaften sowie die Fähigkeit zum Lösen  fächerübergreifender Probleme. Natürlich muss die Schule mehr  vermitteln, aber wer über diese Basiskompetenzen nicht verfügt, wird es  in Beruf, Familie und Gesellschaft schwer haben.</p>
<p><strong>Sind die Schüler tatsächlich besser geworden?</strong></p>
<p>Ja.  So weit die kurze Antwort. Die längere geht so: Es gibt Grund zu  vorsichtigem Optimismus. In Mathematik und in den Naturwissenschaften  sind die deutschen Schüler messbar besser geworden, kein Bundesland ist  zurückgefallen. Beim Lesen hat sich im Bundesdurchschnitt nicht viel  getan, dafür aber beieinigen Bundesländern. In allen Bereichen besser  geworden sind Sachsen−Anhalt, Bremen, Brandenburg, Sachsen und  Thüringen. In Mathematik und Naturwissenschaften legten zu: Bayern,  Mecklenburg−Vorpommern, Niedersachsen und das Saarland. In den  Naturwissenschaften verbesserten sich Nordrhein−Westfalen und  Schleswig−Holstein, Hessen in einem Teilbereich der Mathematik. Keine  nennenswerten Veränderungen gibt es in  Baden−Württemberg und Rheinland−Pfalz.</p>
<p><strong>Und was gibt es zu mäkeln?</strong></p>
<p>Deutsche  Schulen werden sozial immer ungerechter. Der PISA−Bericht zeigt: Die  soziale  Herkunft entscheidet in Deutschland immer stärker über den Schulerfolg  eines Kindes&#8230; Bereits der erste PISA-Test hatte belegt, dass in keinem anderen  Industriestaat der Welt das  Schulsystem bei der Förderung von Arbeiter− und auch Migrantenkindern so  versagt wie in  Deutschland. Auf dem Weg zum Abitur ist in Bayern die  Chancenungleichheit besonders stark ausgeprägt. Kinder aus der  Oberschicht haben dort eine 6,65 Mal größere Chance, das Gymnasium zu  besuchen und die Reifeprüfung abzulegen, als Schüler aus einem  Facharbeiterhaushalt. Und: Dort, wo die Leistung zunahm,  wuchsen auch die sozialen  Ungerechtigkeiten. Vergleichsweise sozial ausgewogen präsentieren  sich bei diesem Vergleich auch die Schulen in Niedersachsen (2,63),  Hessen (2,71) und Schleswig-Holstein (2,88).</p>
<p>Am besten schneidet  Brandenburg mit einem Wert von 2,38 ab. Das Land hatte jedoch beim  bundesweiten Vergleich der Schülerleistungen einen der letzten  PISA-Plätze belegt. Bayerns Schüler sind Spitze im Lesen, in Mathematik,  den Naturwissenschaften und im Problemlösen. Gleichzeitig ist Bayern  zusammen mit Brandenburg der deutsche Gerechtigkeitssieger &#8211; wenn es  darum geht, was etwa die Einwanderer- oder Arbeiterkinder als 15-Jährige  wissen und können. Es gelingt den Südstaatlern also am besten, wie  die Bildungsforscher sagen, die Leistung von der sozialen Herkunft zu  entkoppeln.  Andererseits baut Bayern &#8211; zusammen mit Schleswig-Holstein &#8211; die höchste  soziale Hürde vor dem Gymnasium auf. Noch immer ist der Weg über das  Gymnasium der leichteste auf dem Weg zum Abitur , dem entscheidenden  Abschluss, der den Zugang zum Studium ermöglicht. Bayern ist also  besonders ungerecht in der Übergangs- oder Abschlussgerechtigkeit. Das  ist besonders ärgerlich, weil die soziale Ungerechtigkeit tatsächlich  die klaffende Wunde unseres Schulsystems ist; das hat die erste  Pisa-Studie aus dem Jahr 2000 klar belegt.</p>
<p>Für das Hauptproblem  der deutschen Schule deutet sich noch keine befriedigende Lösung an: die  Existenz einer großen Gruppe (ein knappes Viertel) so genannter  Risikoschüler, die nicht einmal eine Bewerbung um eine Lehrstelle  schreiben können. Jahr um Jahr verlassen sie die Schule, ohne die  Chance, im Berufsleben Fuß zu fassen. In seiner Rede vor Vertretern der  Wirtschaftsverbände stellte Bundespräsident Horst Köhler am 15.3.2005  fest: “Fast 9 Prozent aller  Schülerinnen und Schüler &#8211; das sind jährlich rund 85.000 &#8211; bleiben ohne  Abschluss. Unternehmer klagen darüber, dass immer mehr Bewerber nicht  richtig rechnen und schreiben können. Unsere Schulen und Universitäten  sind im internationalen Vergleich bloß noch Mittelmaß. Wie lange wollen  wir noch zusehen?”</p>
<blockquote><p>Andreas Schleicher, Leiter der  PISA-Studie, kommentierte das PISA-Ergebnis zusammenfassend: “Sicher ist die Qualität des Unterrichts der  Schlüssel zu besseren Lernergebnissen. Aber es wäre naiv, zu glauben,  dass sich die Qualität des Unterrichts allein oder auch nur maßgeblich  mit neuen didaktischen Konzepten oder Lehrerbildungsmaßnahmen  beeinflussen ließe. Den Unterricht nachhaltig verbessern werden nur  wirksame Motivations− und Unterstützungssysteme in den Schulen, die  Lehrern und Schülern helfen, voneinander und miteinander zu lernen, und  die Perspektiven für professionelle Entwicklung bieten und Kreativität,  Innovation und Verantwortung einfordern. Das lässt sich in gegliederten  Systemen wie dem deutschen nur schwer realisieren&#8230;&#8230;..Viele der  erfolgreichen Staaten setzen heute weniger auf von oben verordnete  Maßnahmen, sondern bieten den Schulen Maßstäbe für den Erfolg von  Bildungsleistungen an, gekoppelt mit größeren Freiräumen und wirksamen  Unterstützungsinstrumenten. Sie erwarten von den Schulen dann aber auch  wesentlich mehr Verantwortung für den Bildungserfolg.” (Zeit  08/2005).</p></blockquote>
<p>Zusammenfassend ergibt sich folgende These: PISA hat zu  einem Erfolgs- und Leistungsdruck geführt, der nur die Basiskompetenzen  berücksichtigt, aber das notwendige und auch geforderte “frühe Lernen, mehr individuelle Förderung,  vergleichbare und international anerkannte Bildungsstandards, mehr  Wettbewerb und Autonomie der einzelnen Schulen und Universitäten,  Förderung in der Breite und an der Spitze, lebenslanges Lernen”  in der notwendigen Breite nicht ermöglicht. PISA resp. seine  Kommentatoren verkennen, dass Bildung heute eine weithin von den Medien  abhängige Kulturtechnik ist, die sich außerhalb der Institution Schule  resp. Universität ereignet und auch dort erworben (oder auch nicht  erworben) wird. Die Fragestellung muss also lauten, wo findet Kulturelle  Bildung statt, welche sind ihre Bedingungen, welches ihre Qualitäten?  Um diese Fragen geht es im folgenden Kapitel, das sich auf die Expertise  „Kulturelle Bildung im Medienzeitalter“ zur Vorlage bei der Bund &#8211;  Länder &#8211; Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung im  Auftrage des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, verfasst von  Karl-Josef Pazzini, Universität Hamburg, Juli 1999, stützt.</p>
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