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	<title>Medienkompetenz im Netz &#187; Fotografie</title>
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	<description>Blog für Medienkompetenz, Kommunikation und Medienkritik</description>
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		<title>Medienkompetenz Teil II &#8211; Was versteht man unter &#8216;Medienkompetenz&#8217;?</title>
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		<pubDate>Mon, 11 May 2009 12:44:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>P. Fischer-Piel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienkompetenz]]></category>
		<category><![CDATA[Definition]]></category>
		<category><![CDATA[Dieter Baacke]]></category>
		<category><![CDATA[Fotografie]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Theorie]]></category>

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		<description><![CDATA[In vielen gesellschaftlichen Bereichen gilt Medienkompetenz als eine der Schlüsselqualifikationen von Gegenwart und Zukunft. Die Forderung, die mit diesem Begriff gestellt wird, ist die Befähigung von Menschen, sich in einer immer mehr von Medien durchdrungenen Welt kompetent orientieren zu können. &#8230; <a href="http://medienkompetenz-blog.de/medienkompetenz-teil-2/">Weiterlesen...</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In vielen gesellschaftlichen Bereichen gilt Medienkompetenz als eine der  Schlüsselqualifikationen von Gegenwart und Zukunft. Die Forderung, die  mit diesem Begriff gestellt wird, ist die Befähigung von Menschen, sich  in einer immer mehr von Medien durchdrungenen Welt kompetent orientieren  zu können. Das Spektrum der Medienkompetenz ist entsprechend breit  gestreut. Es reicht vom praktischen Umgang mit Medienangeboten im Alltag  über das Wissen um technische, historische, politische, kulturelle,  ökonomische und nicht zuletzt ethische Bedingungen, d.h..  Medienkompentenz umfasst alle gesellschaftlich-kulturellen Belange des  Lebens.<span id="more-55"></span></p>
<p>Es gilt, die Anforderungen und Wirkungen verschiedener Mediensysteme zu  kennen, die Fähigkeit zu besitzen, medial vermittelte Wirklichkeiten zu  reflektieren und  mit Medien aktiv kommunizieren zu können. Somit sind Entscheidungs- und  Handlungskompetenzen des Einzelnen gefordert, damit möglichst jeder  sowohl an individueller als auch an kollektiver Medienkommunikation  aktiv und autonom teilhaben  kann. Der Schwerpunkt, der in diesem Zusammenhang diskutiert wird,  konzentriert  sich gegenwärtig auf die Vermittlung praktischer Medienkompetenzen. Wir  gehen  aber weiter und fragen auch nach den Auswirkungen dieser Bedingungen für  die  künstlerische Reflexion einerseits, und den künstlerischen  Produktionsprozess andererseits.</p>
<p>Blickt man zurück auf die  Geschichte des Begriffs “Medienkompetenz” (und in dem  Zusammenhang auch auf die Medienpädagogik als ihre Vermittlungsinstanz),  sind  bestimmte Strömungen und Zyklen erkennbar. Diese Zyklen sind immer auch  Ausdruck ihres jeweiligen gesellschaftspolitischen und  kulturell-ästhetischen Kontextes.</p>
<p>Ursprünglich stellten die  „Massenmedien“ den Hauptgegenstand der Diskussion  dar. Bereits in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts stellte  Brecht ganz  konkrete und pragmatische Forderungen zur Befähigung des einfachen  Bürgers in  der Anwendung und Nutzung der Medien, indem er 1927 eine  Demokratisierung  des Rundfunks forderte. Siegfried Kracauer konstatierte im gleichen  Jahr: “In den  Illustrierten sieht das Publikum die Welt, an deren Wahrnehmung es die  Illustrierten  hindern.” (aus “Die Fotografie”, Frankfurter Zeitung, 1927). Und Walter  Benjamin &#8211;  dessen Begriff der Aura uns bis heute beschäftigt &#8211; fügt 4 Jahre später  hellsichtig  hinzu: “Nicht der Schrift-, sondern der Fotografieunkundige wird der  Analphabet  der Zukunft sein” (1931, Kleine Geschichte der Fotografie).</p>
<p>War  bislang also immer von Massenmedien die Rede, kam gegen Ende der 60er  Jah- re im Zusammenhang mit Studentenbewegung und der Revitalisierung  marxistischer  Theorien der Begriff der „Medienkompetenz“ auf. Die Bevölkerung solle,  so forder- te etwa Hans Magnus Enzensberger in Anlehnung an Brecht, überall dabei  sein,  auch bei der Produktion von Medien. Er postuliert in einer zentralen  Stelle seiner  Theorie der Medien: „Ein revolutionärer Entwurf muss nicht die  Manipulateure zum  Verschwinden bringen; er hat im Gegenteil einen jeden zum Manipulateur  zu machen“. Etwas später erklärt Beuys “jeden Menschen” zum Künstler.</p>
<p>Vor  allem sog. “linke Positionen” setzten Anfang der 70er Jahre die  Forderung nach  Demokratisierung der Medien frei und der Begriff Medienkompetenz erfuhr  einen  Bedeutungswandel. Die Medien wurden nun als Gefährdung betrachtet, und  die  Experten, Hochschullehrer und Pädagogen nahmen häufig eine  bewahrpädagogische Grundhaltung ein. Diese regelrechte Angst vor dem  Fernsehen und den neuen  Medien allgemein beruhte auf der Annahme vieler Pädagogen, das Buch sei  das  wertvollere Medium. Man wollte daher die alten Kulturwerte durch  pädagogische  Maßnahmen bewahren (entspricht dem Leitbild humanistischer Bildung).</p>
<p>Durch  handlungsorientierte Pädagogik und Kulturarbeit in den 70er und 80er  Jahren  gewann dann aber eine nicht mehr nur abwehrende Haltung gegenüber den  Medien die Oberhand. Die Medien wurden nun in ihren  gestalterisch-kreativen Potenzialen für die Bildungssozialisation  wahrgenommen. Als Leitbegriffe dominierten jetzt  kommunikative Kompetenz, Lebenswelt, Alltag, authentische Erfahrung,  handeln- des Lernen und vor allem Handlungskompetenz und Medienkompetenz. Durch  handelndes Lernen im Gegenstandsbereich der sozialen Realität sollte in  der Verbindung von Reflexion und Handeln die Realität sowohl angeeignet  als auch mitgestaltet und verändert werden. Studiengänge wie “Visuelle  Kommunikation”, die in den  70er Jahren eingeführt wurden, sind Ausdruck dieses Paradigmenwechsels,  ebenso  wie z.B. der “Subjektive Dokumentarismus” in der Fotografie in den 70er  Jahren.</p>
<p>In den letzten Jahren hat Dieter Baackes Definition von  Medienkompetenz besonde- re Bedeutung erlangt. Baacke gliedert den Begriff in vier Dimensionen:  Medienkritik,  Medienkunde, Mediennutzung und Mediengestaltung. Um das komplexe  Begriffsystem anschaulich zu machen, ist folgendes Diagramm hilfreich,  wobei die beiden Aspekte Medienkritik und Medienkunde die Dimension der  Vermittlung umfassen. Die  Dimension der Zielorientierung liegt im Handeln des Menschen. Hierbei  spielt also  die Nutzung von Medien eine gewichtige Rolle.</p>
<table style="border: 1px dashed #b3a389;" border="0" cellspacing="1" cellpadding="3" width="100%">
<tbody>
<tr>
<td style="border: 1px dashed #b3a389;" colspan="4">MEDIENKOMPETENZ</td>
</tr>
<tr>
<td style="border: 1px dashed #b3a389;" colspan="2">VERMITTLUNG</td>
<td style="border: 1px dashed #b3a389;" colspan="2">ZIELORIENTIERUNG</td>
</tr>
<tr>
<td style="border: 1px dashed #b3a389;" valign="top">Medienkritik</p>
<ol>
<li>Analytisch</li>
<li>reflexiv</li>
<li>ethisch</li>
</ol>
</td>
<td style="border: 1px dashed #b3a389;" valign="top">Medienkunde</p>
<ol>
<li>informativ</li>
<li>instumentell-qualifikatorisch</li>
</ol>
</td>
<td style="border: 1px dashed #b3a389;" valign="top">Mediennutzung</p>
<ol>
<li>rezeptiv, anwenden</li>
<li>interaktiv, anbieten</li>
</ol>
</td>
<td style="border: 1px dashed #b3a389;" valign="top">Mediengestaltung</p>
<ol>
<li>inovativ</li>
<li>kreativ</li>
</ol>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p><strong>Medienkritik</strong><br />
soll  analytisch problematische gesellschaftliche Prozesse angemessen  erfassen. Jeder  Mensch sollte reflexiv in der Lage sein, das analytische Wissen auf sich  selbst und  sein Handeln anzuwenden. Die ethische Dimension daran ist, das  analytische Denken und den reflexiven Bezug als sozial verantwortet  abzustimmen und zu definieren.</p>
<p><strong>Medienkunde</strong><br />
umfasst  das Wissen über die heutigen Mediensysteme. Die informative Dimension  der Medienkunde beinhaltet klassische Wissensbestände. Die  instrumentell-qualifikatorische Dimension meint die Fähigkeit, neue  Geräte auch bedienen zu können.</p>
<p><strong>Mediennutzung</strong><br />
ist  doppelt zu verstehen: Medien sollen rezeptiv angewendet werden  (Programm- Nutzungskompetenz) und interaktive Angebote genutzt werden können.</p>
<p><strong>Mediengestaltung</strong><br />
stellt in Baackes  Ausdifferenzierung den vierten Bereich der Medienkompetenz dar.  In den Bereich Mediengestaltung fallen die innovativen Veränderungen und  Entwicklungen des Mediensystems und die kreativen ästhetischen  Varianten, die über  die Grenzen der alltäglichen Kommunikationsroutinen hinausgehen. &#8211; Dies  also  könnte der Kunst zugeschlagen werden.</p>
<p>Es zeigt sich bereits bei  dieser überblicksartigen Betrachtung des Begriffs Medienkompetenz und den Möglichkeiten seiner Vermittlung, dass sich ein  Hauptaspekt  herauskristallisiert: durch aktive (Be-)Nutzung der Medien soll sich  eine Kritikfähig- keit herausbilden, die zum Auswählen unterschiedlicher Medienangebote  genutzt  werden kann. Kurz: Die eigene aktive Arbeit mit einem Medium ermöglicht  dessen  kritische Nutzung im beruflichen und privaten Alltag.</p>
<p><a title="Medienkompetenz Teil III" href="http://hypercommerce.de/medienkompetenz-teil-3/">Medienkompetenz Teil III – Ästhetik als medienpädagogischer Orientierungsrahmen</a></p>
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		<title>PISA extended &#8211; über die Notwendigkeit kultureller Kompetenz Teil I</title>
		<link>http://medienkompetenz-blog.de/pisa-extended-ueber-die-notwendigkeit-kultureller-kompetenz-teil-1/</link>
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		<pubDate>Sun, 01 Mar 2009 22:16:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>P. Fischer-Piel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienkompetenz]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Fotografie]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Multimedia]]></category>
		<category><![CDATA[Pisa]]></category>

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		<description><![CDATA[Über PISA zu sprechen, scheint auf den ersten Blick ungewöhnlich, wo wir uns zuallererst mit Fotografie befassen möchten. Sie wundern sich vielleicht? Das würde ich an ihrer Stelle auch tun, aber Schreiben und Lesen hat substanziell auch etwas mit Bilderzeugung &#8230; <a href="http://medienkompetenz-blog.de/pisa-extended-ueber-die-notwendigkeit-kultureller-kompetenz-teil-1/">Weiterlesen...</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Über PISA zu sprechen, scheint auf den ersten Blick ungewöhnlich, wo wir  uns zuallererst mit Fotografie befassen möchten. Sie wundern sich  vielleicht? Das würde ich an ihrer Stelle auch tun, aber Schreiben und  Lesen hat substanziell auch etwas mit Bilderzeugung und  Bildinterpretation zu tun. Weil unser Leben zunehmend mit Millionen von  Bildern überschüttet, von Bildern gelenkt und durch Bilder bestimmt wird  &#8211; egal wo wir auf sie treffen &#8211; liegt es nicht fern, dass wir lernen  müssen, die Bilder zu verstehen.</p>
<p>Mehr noch: da Bilder nicht mehr  nur noch als Bild auftauchen, sondern als Ersatz für Texte und oft  verkleidet und getarnt als multimediales Medienprodukt, müssen wir  lernen, diese neuen Sprachformen zu dechiffrieren, um uns in dem  fließenden Strom der Bilder zurecht zu finden.<span id="more-294"></span></p>
<p>Es ist daher  legitim, hier von der Notwendigkeit einer neuen Kulturtechnik zu  sprechen: kulturelle Kompetenz. Und weil eine solche Kompetenz in den  Lehrplänen der Kultusminister und im täglichen Schulunterricht nicht  vorkommt, hat auch PISA unmittelbar damit etwas zu tun. Sie wundern sich  jetzt nicht mehr? Gut so, denn diese Aufmerksamkeit werden Sie im  folgenden auch brauchen.</p>
<p>Mit Fragen dieser Art beschäftige ich  mich schon lange. 1994 habe ich in dem Vortrag “DER FRAGENDE BLICK &#8211;  Anmerkung zur Fotografie” die aufkommende Unsicherheit beim Übergang zur  digitalen Fotografie thematisiert. Damals ging es um ein neues  Selbstverständnis für das Mediums am Ende der “alten Fotografie”. Der  Verlust des Glaubens an die Fotografie als Fotografie spielte hierbei  die größte Rolle. Die einstmals scharfen Grenzen zwischen den  künstlerischen und kreativen Disziplinen &#8211; sei es Malerei, Plastik,  Design oder eben Fotografie – waren und sind überflüssig geworden, die  Begriffe &#8220;Interkunst&#8221; oder &#8220;MultiMedia&#8221; sind Kennzeichen dieses  Auflösungsprozesses.</p>
<p>Zugleich waren sie zum Synonym für einen  allgemeinen Kunstbegriff geworden, der auch heute keine autonome  künstlerische Disziplin mehr kennt. Und das war damals der eigentliche  Schock (heute hat man sich daran gewöhnt und arbeitet entsprechend  “multimedial”).</p>
<p>Dieser Schock ist zweifellos eine Frage der  Rezeptionsästhetik, also der Wirkung und Interpretation von Bildern.  Damit wollte ich deutlich machen, dass nicht Technik oder neue  Technologien, sondern Ästhetik, Wahrnehmung und Interpretation die  entscheidenden Faktoren für eine Neubewertung des Mediums Fotografie  sind.</p>
<p>In weiteren Vorträgen wie “Fotografie goes Fotodesign &#8211;  Unterrichtspraktische Erfahrungen und Vorstellung von Schülerarbeiten  aus der Medienausbildung” (1998), “Didaktische Konzepte für die  Erwachsenenbildung &#8211; Zusammenspiel und Unterschiede zwischen  Traditioneller Fotografie und Digitaler Bildbearbeitung” (2003) oder der  Vorlesung “Visuelle Kommunikation” setzte ich mich mit den Bedingungen  für das Chiffrieren und Dechiffrieren von Bildern auseinander.</p>
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