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	<title>Medienkompetenz Blog &#187; Medienkompetenz</title>
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	<description>Blog für Medienkompetenz, Kommunikation und Medienkritik</description>
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		<title>Starke Bilder = starke Message</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Jul 2010 14:24:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Z. LJepojevic</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienkompetenz]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Mediengestaltung]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Agentur Young &#38; Rubicam aus Frankfurt setzt mit einem neuen Charity-TV-Spot für den Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe (bff) ein starkes Zeichen im Kampf gegen häusliche Gewalt. [Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Agentur Young &amp; Rubicam aus Frankfurt setzt mit einem neuen Charity-TV-Spot für den Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe (<a class="fadeout" title="Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe" href="http://www.frauen-gegen-gewalt.de">bff</a>) ein starkes Zeichen im Kampf gegen häusliche Gewalt.</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://medienkompetenz-blog.de/starke-bilder-starke-message/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
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		<title>Deutsch – Politik, Politik – Deutsch</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Jun 2010 15:08:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Z. LJepojevic</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienkompetenz]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
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		<category><![CDATA[Pressemitteilung]]></category>

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		<description><![CDATA[Viel zu selten bietet uns die Politik Grund, optimistisch zu sein. Daher muss sie viel zu oft und viel zu heftig die Kunst des geschriebenen Wortes bemühen. Ein aktuelles Beispiel: Die Pressemitteilung des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) zum Thema Neuordnung des Arzneimittelmarktes. Man hat wieder mal sämtliche Register gezogen, um eine weitere Stufe in der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_449" class="wp-caption alignleft" style="width: 433px"><a href="http://hypercommerce.de/wp-content/uploads/2010/06/teuere_medikamente.jpg"><img class="size-full wp-image-449" title="Medikamente Krankheit ist teuer © Daniel Fuhr" src="http://hypercommerce.de/wp-content/uploads/2010/06/teuere_medikamente.jpg" alt="Wer Medikamente braucht soll zahlen" width="423" height="283" /></a><p class="wp-caption-text">Wer Medikamente braucht soll zahlen</p></div>
<p>Viel zu selten bietet uns die Politik Grund, optimistisch zu sein. Daher muss sie viel zu oft und viel zu heftig die Kunst des geschriebenen Wortes bemühen. Ein aktuelles Beispiel: Die Pressemitteilung des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) zum Thema Neuordnung des Arzneimittelmarktes. Man hat wieder mal sämtliche Register gezogen, um eine weitere Stufe in der Demontage des Gesundheitssystems als Sieg in einer glorreichen Schlacht zum Wohle des Volkes zu beschreiben. Ich muss zugeben, manchmal bin ich neidisch auf die Leute, die sowas derart gut können. Gut schreiben, meine ich! Nicht das Gesundheitssystem kaputt machen, wo denken Sie hin?<span id="more-440"></span></p>
<blockquote><p>Bundesregierung beschließt Neuordnung des Arzneimittelmarktes &#8211; mehr Wettbewerb und mehr Transparenz für Versicherte</p></blockquote>
<p><strong>Übersetzung:</strong> Sicher ist sicher – wir bitten Versicherte zur Kasse</p>
<blockquote><p>Der Entwurf von Bundesgesundheitsminister Dr. Philipp Rösler sieht Deregulierungen vor und neue, nachhaltige, langfristig wirksame Strukurveränderungen* im gesamten Arzneimittelmarkt. Dazu sagt Bundesgesundheitsminister Dr. Philipp Rösler: „Mit dem Gesetzentwurf haben wir grundlegende strukturelle Änderungen im Arzneimittelmarkt auf den Weg gebracht und gleichzeitig die schwierige Balance zwischen Innovation und Bezahlbarkeit geschafft.“</p></blockquote>
<p><strong>Übersetzung:</strong> Wir verschieben den ganzen Schrott auf später. *In dem Wort „Strukturveränderungen“ lassen wir ein oder zwei Buchstaben weg, damit keiner später sagen kann, wir haben die Strukturen unverändert gelassen. Der Minister ist froh, dass er die arme, durch die teure Forschung gebeutelte,  Pharmaindustrie nicht in die Pflicht nehmen muss.</p>
<blockquote><p>Die pharmazeutische Industrie muss künftig den Nutzen für alle neuen Arzneimittel nachweisen und den Erstattungspreis mit der gesetzlichen Krankenversicherung vereinbaren. Wir entlasten Ärzte von bürokratischen Regelungen, wir schaffen Transparenz für die Versicherten und wir sorgen für einen fairen Wettbewerb.</p></blockquote>
<p><strong>Übersetzung:</strong> Wenn die Industrie mit den Kassen jeweils Preise vereinbart, dann könnten die ja auch ansteigen. Der Beitragssatz ist ja erst bei 15-16%. Bis zu 100% ist ja noch reichlich Luft.</p>
<blockquote><p>… wird der unübersichtliche Arzneimittelmarkt in der gesetzlichen Krankenversicherung dereguliert. Die bürokratische Bonus-Malus-Regelung und die Zweitmeinungsregelung werden aufgehoben. Die Wirtschaftlichkeitsprüfungen werden verschlankt. Damit werden Ärzte in ihrer täglichen Arbeit entlastet. Therapiehinweise und Verordnungsausschlüsse werden klarer geregelt.</p></blockquote>
<p><strong>Übersetzung:</strong> Wer auf die Idee kommt das ganze nachzurechnen, denn treten wir in den Arsch. Wir gehen noch einmal mit dem Rotstift durch den Leistungskatalog.</p>
<blockquote><p>Rabattverträge für patentfreie und wirkstoffgleiche Arzneimittel (Generika) werden wettbewerblicher und patientenfreundlicher gestaltet. Patienten erhalten wieder mehr Wahlfreiheit im Rahmen des Aut-idem-Austausches und dürfen ihr gewohntes Arzneimittel behalten, wenn sie dafür zunächst in Vorleistung gehen. Sie können so auch nicht rabattierte Arzneimittel auswählen. Das fördert die Zufriedenheit und damit auch die Compliance. Darüber hinaus werden verschiedene Einzelinstrumente auf den Prüfstand gestellt.</p></blockquote>
<p><strong>Übersetzung:</strong> Versicherte zur Kasse! Wer Medikamente braucht, soll blechen. Wir werden alles nur Erdenkliche tun, um die Leute von der Tatsache abzulenken, dass nicht die Ausgaben, sondern die Einnahmen das Problem sind. Dieser Querulant Seehofer! Welcher Teufel hat ihn geritten, damals über die GKV- Pflicht zu quatschen. Am besten wäre, wir lassen uns so ein Wort einfallen  , das diesen ganzen Schrott unverwechselbar mit der FDP in Verbindung bringt. Tja, wir kennen aber nicht viele Wörter, außer „Steuer“ und „Wettbewerb“. Warte, das ist es: Wettbewerb, aber stärker, konsequenter, ja, ja, JAAAAAAAA! FDP + Wettbewerb = Wettbewerblicher! Ja, geil. So machen wir es.</p>
<blockquote><p>Der Großhandel erhält zukünftig eine leistungsgerechte Vergütung auf der Basis eines preisunabhängigen Fixzuschlags und eines prozentualen Zuschlags. Das Arzneimittelgesetz wird geändert und mehr Transparenz für die Bürger geschaffen. Pharmazeutische Unternehmer werden verpflichtet, Berichte über alle Ergebnisse konfirmatorischer, klinischer Prüfungen zu veröffentlichen. Für langfristig mehr Transparenz und mehr Information der Bürger sorgt auch die feste Etablierung der unabhängigen Patientenberatung. Sie unterstützt nachhaltig die Patientinnen und Patienten bei der Wahrnehmung ihrer Interessen. Regelungen, die die Ausübung des Versandhandels durch sogenannte Pick-up-Stellen untersagen, konnten aus verfassungsrechtlichen Gründen nicht aufgenommen werden.</p></blockquote>
<p><strong>Übersetzung:</strong> Schmeißt hinterher noch ein paar markige  Sprüche, so wie: „Bürger sind gut, Pharmaindustrie ist böse.“ Dann war‘s das schon.</p>
<blockquote><p><strong>Anmerkung des Autors:</strong> Angesichts schwieriger konjunktureller Rahmenbedingungen sowie ansteigender Polarisationstendenzen in bestimmten Bevölkerungsschichten verursacht durch die Veränderungen in den Übersetzungen glaube ich, eine gelungene Mischung aus dem politischen Wahrheitsgehalt und subjektiv herbeigeführten Eindruck geschaffen zu haben. Es bleibt abzuwarten, in wie weit die unvorhergesehenen Faktoren Einfluss auf die weiteren Kommentare nehmen können und die angestrebte Handlungsfreiheit beeinträchtigt werden kann.</p></blockquote>
<p><strong>Übersetzung:</strong> Übersetzungen müssen nicht richtig sein. Ich wollte nur ein wenig Dampf ablassen. Falls etwas schief läuft, habe ich immer ein Hintertürchen offen.</p>
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		<title>Kommunikation im Medienzeitalter – Unbegrenzt, unverbindlich – unmenschlich?</title>
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		<pubDate>Sat, 22 May 2010 08:41:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>K. Nordt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienkompetenz]]></category>
		<category><![CDATA[facebook]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Netzwerke]]></category>
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		<description><![CDATA[Kommunizieren wo, wann und mit wem man will. Technisch gibt es heute kaum noch Grenzen. Das Handy ist längst zum multimedialen Kommunikationsapparat avanciert und stellt uns auch dann die lebenswichtige Leitung zum World Wide Web her, wenn Computer oder Laptop in weiter Ferne liegen. Um sich mit Freunden auszutauschen oder Nachrichten zu senden, wird der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_387" class="wp-caption alignleft" style="width: 370px"><a href="http://medienkompetenz-blog.de/wp-content/uploads/2010/05/Kommunikation.jpg"><img class="size-full wp-image-387 " title="Kommunikation in Medienzeitalter - © Franz Pfluegl - Fotolia.com" src="http://medienkompetenz-blog.de/wp-content/uploads/2010/05/Kommunikation.jpg" alt="Kommunikation in Medienzeitalter | © Franz Pfluegl - Fotolia.com" width="360" height="274" /></a><p class="wp-caption-text">Kommunizieren bis der Arzt kommt</p></div>
<p>Kommunizieren wo, wann und mit wem man will. Technisch gibt es heute kaum noch Grenzen. Das Handy ist längst zum multimedialen Kommunikationsapparat avanciert und stellt uns auch dann die lebenswichtige Leitung zum World Wide Web her, wenn Computer oder Laptop in weiter Ferne liegen. Um sich mit Freunden auszutauschen oder Nachrichten zu senden, wird der heiße Draht der Social Networks, wie Facebook oder StudiVZ, aktiviert. So weiß jeder Freund zu jeder Zeit und an jedem Ort, was mich gerade beschäftigt.</p>
<p>Einfach in Facebook einloggen, Nachrichten lesen, antworten oder Neues berichten. Simpel und unverbindlich gestaltet sich die Kommunikation im heutigen Medienzeitalter. Eine Untersuchung vom Institut für Demoskopie Allensbach stellt fest, dass sich durch die Technik das Kommunikationsverhalten verändert. Die Allensbacher Computer- und Technik-Analyse (ACTA) 2009 zeigt, dass die technikgestützte Kommunikation einen immer größeren und wichtigeren Teil des persönlichen Austausches einnimmt. Außerdem steigt durch die neuen Technologien die Häufigkeit an Kontakten, wobei sich deren Länge allerdings verkürzt.<span id="more-384"></span></p>
<p>Die Frage, die sich in diesem Zusammenhang stellt, ist, welche Qualität diese „Kurz“-Kommunikation besitzt. Steht bei Facebook oder Twitter die Verständigung, das grundlegende Merkmal von Kommunikation, noch im Mittelpunkt? Oder beschränkt sich der elektronische Gedankenaustausch lediglich auf die Verbreitung von Informationen im Sinne von persönlicher Berichterstattung?</p>
<p>Die Studie des Instituts Allensbach fand ferner heraus, dass vor allem junge Leute häufig chatten. Besonders deutlich sticht im Vergleich der Jahre 2008 und 2009 die zunehmende Bedeutung der sozialen Netzwerke heraus. Der Gebrauch des Internets für diese Dienste stieg in der Bevölkerung (14 bis 64 Jahre) der Bundesrepublik in jenem Zeitraum um 51 Prozent.</p>
<p>Allgemein zeigt sich somit ein Trend hin zur vermehrten Kommunikation auf elektronischem Weg. Bei der Betrachtung des Nutzens dieses Austausches am Beispiel von Statusmeldungen auf Facebook oder einer Nachricht auf Twitter, stellt sich die Frage, ob diese Art der Kommunikation einen Dialog eröffnen kann oder ob sie nicht lediglich der individuellen Selbstdarstellung dient.</p>
<p>Der Austausch mittels persönlicher Nachrichten, E-Mails und Chats können hingegen eher zur Verständigung führen. Allerdings besitzen sie ebenfalls eine Einschränkung, die auf die gesamte schriftliche Kommunikation zutrifft. Menschliche Attribute, wie Gestik oder Mimik, treten in den Hintergrund. Mittels Smileys wird zwar versucht Akzente zu setzen, um seiner Aussage die richtige Tonfärbung zu verleihen. Ein Teil des Gesprächs, genau genommen der Interpretationshintergrund der Aussage, geht durch die auf Text begrenzte Kommunikation stückweise jedoch verloren. Der Trend zur Kürze der Kontakte sollte hierbei kaum Platz für Erklärungen einräumen.</p>
<p>Insgesamt betrachtet erfährt die Kommunikation im Medienzeitalter somit eine Standardisierung durch Technologisierung und Trends wie soziale Netzwerke. Da der Kommunikation der menschliche Ausdruck genommen wird, sollte sich die persönliche Verständigung auf Dauer schwieriger gestalten, wenn sich das Kommunikationsverhalten weiter in diese Richtung entwickelt.</p>
<p>Abzuwarten bleibt, ob die Vorteile der flexiblen, allgemeinen und „entmenschlichten“ Kommunikation auch zukünftig überwiegen werden und ob letztere die direkte persönliche Verständigung und das soziale Verhalten der kommenden Generationen beeinflussen wird.</p>
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		</item>
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		<title>Medienkompetenz Teil VI &#8211; künstlerisch intendierte Medienprojekte</title>
		<link>http://medienkompetenz-blog.de/medienkompetenz-teil-6/</link>
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		<pubDate>Mon, 08 Jun 2009 08:06:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>P. Fischer-Piel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienkompetenz]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Design]]></category>
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		<category><![CDATA[Medien]]></category>
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		<description><![CDATA[Mit der Beherrschung der digitalen Werkzeuge und dem Wissen um die gesellschaftliche Funktion von Kommunikation verfügen wir über ein komplexes Instrumentarium des digitalen Gestaltens. Es ist deshalb notwendig, die Erfahrungen und das Wissen der einzelnen digitalen Disziplinen zusammenzufassen. Wenn Medienkompetenz über die rein funktionale Anwendung von digitalen Werkzeugen und ihre ausschließlich kommerziell ausgerichtete Verwendung hinaus [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit der Beherrschung der digitalen Werkzeuge und dem Wissen um die  gesellschaftliche Funktion von Kommunikation verfügen wir über ein  komplexes Instrumentarium des digitalen Gestaltens. Es ist deshalb  notwendig, die Erfahrungen und  das Wissen der einzelnen digitalen Disziplinen zusammenzufassen. Wenn  Medienkompetenz über die rein funktionale Anwendung von digitalen  Werkzeugen und  ihre ausschließlich kommerziell ausgerichtete Verwendung hinaus gehen  soll, müssen Arbeitsprozesse &#8211; interdisziplinär &#8211; in Kunst und  Wissenschaft initiiert und künstlerisch orientierte Strategien  werden.<span id="more-97"></span></p>
<p>MediaLab: Konzept<br />
Das  Medialab ist ein Ort der experimentellen medialen Gestaltung für die  Fachbereiche Design und visuelle Kommunikation, gewissermaßen die  Schnittstelle zwischen  Wissenschaft und Kunst. Als  Werkstatt für den Entwurf virtueller Welten  und raumbezogener Installationen untersucht es die Darstellung und  Gestaltung von der Fläche in die Tiefe des virtuellen Raumes und &#8211; damit  verbunden &#8211; die veränderte  Wahrnehmung und Entwicklung neuer Sprachen und Anwendungen für den  medialen Raum. Die Gegenüberstellung real &#8211; virtuell führt zu neuen  Wahrnehmungsformen und neuen sinnlichen Erfahrungen. Analoge und  digitale Arbeitsmethoden  werden experimentell vergleichend herausgearbeitet. Schlüsselwörter sind  Interface,  Interaktion, Immersion und Imagination.</p>
<p>MediaLab: Ziele<br />
Das MediaLab verbindet einzelne  digitale Disziplinen wie Text, EBV und Lay-Out, 2D  und 3D Grafik, Sound und Video, sowie CAD und Programmiersprachen zu  einem  digitalen (Gesamtkunst)Werk, das durch seine Präsentation im realen   resp. medialen  Raum eine neue Darstellungsqualität erreicht. Sein Ansatz ist,  künstlerische Strategien für die Entwicklung von Medientechnologien und  umgekehrt medientechnologische Forschung für die Kunst und ihre  angewandten Bereiche produktiv zu machen.  Das MediaLab soll darüber hinaus zur Diskussion und Weiterentwicklung  der Medienlehre, der Medienkunst und des Informations-Design beitragen.</p>
<p>Durch  die enge Verknüpfung zur Medientheorie entstehen dabei – sozusagen als  Nebenprodukt &#8211; explorative Wissensräume.</p>
<p>MediaLab: Anwendungen<br />
Die Projekte  und Produkte des MediaLab befassen sich mit Interaktivität, Interface- design, Kommunikationsdesign sowie der Entwicklung von Strategien zur  Verbindung von realem und virtuellem Raum (Mixed Reality). Daraus  ergeben sich im wesentlichen 4 große Anwendungsfelder:</p>
<p>1. Interface-Design<br />
Das Interface  ist der Schlüssel zum medialen Werk. Das Spektrum des Interface  reicht von der 2D-Benutzer-Oberfläche zum interaktiven Display für  3D-Modelle.  Dazu gehören ebenso Designstudien zur Ergonomie von Sicht- und  Navigationssystemen wie Medienarchitekturen.  Mögliche Projekte und Präsentation: Alle innovativen  2D-Benutzer-Oberflächen, die  auch einen Bezug zum realen Raum herstellen (z.B. über Beamer, Sound).  Als sinnliche „Verlängerung“ kann das Interface-Design zusätzlich (oder  explizit) auch auf  traditionelle Weise als Ausstellungsdesign oder im öffentlichen Raum  (Cultural Jamming) präsentiert werden.</p>
<p>2. Interaktions-Design<br />
Interaktions-Design meint das  Denken in szenischen Bildern. Was geschieht, wenn  &#8230; ? Entwurf von Interfaces, Szenarien und Interaktionen, ein Drehbuch  sozusagen.  Interaktions-Design ist Design für Handlungs- und Funktionsabläufe, die  Aktionen  hervorrufen. Interface und Interaktion stehen in engem Zusammenhang. Die  Qualität des Interface bestimmt die Funktionalität der Interaktion  ebenso wie die Programmierung der Funktionsabläufe selbst.  Mögliche Projekte und Präsentation: zum einen eher  funktional-anwendungsbezogene Konzepte, die dem Benutzer/Betrachter ein  intuitives Handeln ermöglichen,  d.h. eine Benutzung ohne über die Funktionsabläufe im Einzelnen  nachdenken zu  müssen, zum anderen eher spielerisch-künstlerische Konzepte, bei denen  der Benutzer/Betrachter durch seine eigenen Aktionen (im Raum) bestimmte  Funktionsabläufe  auslöst. Als Präsentationsform sind hier sowohl rein rechnerbasierte  Werke als auch  mediale Rauminstallationen denkbar.</p>
<p>3. Film/Video/3D-Design<br />
Film/Video/3D-Design bezieht  sich auf die Möglichkeiten des digitalen Videoschnitts  ebenso wie auf die Erfindung neuer Welten mittels 3D-Technik. Das  audio-visuelle  Werk setzt sich aus Texten, Bildern, Sprache, Sound, Raum, Bewegung im  Raum und  bewegten Bildern zusammen. Das digitale Studio mit seinen virtuellen  Kulissen bietet hierfür vielfältige und innovative Möglichkeiten.  Mögliche Projekte und Präsentation: In erster Linie 2D und 3D Werke, die  entweder  auf dem Monitor als adäquates Präsentationsmedium oder mittels Projektor  im  Raum gezeigt werden. Als werbewirksame „Verlängerung“ in den  öffentlichen  Raum sind auch ungewöhnliche Präsentationsorte und –formen denkbar (z.B.  U- Bahnprojekt Zoo-Hansaplatz), die bei der Projektkonzeption jedoch schon  von An- beginn berücksichtigt werden sollten.</p>
<p>4. Kommunikations-Design<br />
Zukünftige  Formen der Kommunikation benötigen geeignete Kommunikationsräume. Neue  Technologien eröffnen dem Kommunikations-Designer Möglichkeiten,  neue Kommunikations-Modelle zu entwickeln und zu präsentieren (z.B.  WebCams,  Chat-Rooms, Videokonferenzen, Internet-Telefonie).  Mögliche Projekte und Präsentation: WebCam-basierte Übertragungen von  öffentlichen Räumen/Events, Entwicklung neuer Formen von ChatRooms,  Video-Konferenzen unter Einbeziehung des Benutzers/Betrachters,  WebCam-Projekte und deren  Übertragung in den realen Raum.</p>
<p>Die  helle Kammer: Zusammenfassung</p>
<p>&#8220;Die helle Kammer&#8221; – der  Titel ist eine Anlehnung an das gleichnamige medientheoretische Werk von  Roland Barthes &#8211; soll die Schnittstelle zwischen Wissenschaft  und Kunst, zwischen studium und punctum bilden. In theoretischer  Hinsicht ist sie  ein Denk- und Wahrnehmungsgebäude, in dem medientechnologische Forschung  für die Kunst und ihre angewandten Bereiche zugänglich gemacht wird  (studium);  in angewandter Form ist sie ein Experimentierfeld für die Entwicklung  künstlerischer Strategien zur Schaffung und Erweiterung von  Medientechnologien, eine  Collage aus den Bausteinen individueller Themen und Konzepte (punctum). Im Ergebnis sollen durch die Kombination von Computer, Projektion und  sensorischen Präsentationsformen interaktive, raumbezogene  Installationen, zeitbasierte  reagierende Umgebungen und veränderliche Bildräume entstehen, die sich  dem Benutzer/Betrachter durch geeignete Sichtsysteme erschließen.</p>
<p>Das  Finden und Erfinden narrativer Handlungsrahmen und die Entwicklung  intuitiver  Interfaces sind neben der Gestaltung der Modelle die wesentlichen  Elemente der  künstlerischen Artikulation in diesem Projekt. &#8220;Helle Kammer&#8221; steht als  Weiterentwicklung für eine Zeit- und Raum-Struktur mit unterschiedlichen  Wahrnehmungsebenen: das Erlebbar-Machen von Szenarien, bestehend aus  Texten, Bildern, Geräuschen, Bewegungen in dreidimensionalen Räumen.</p>
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		<title>Medienkompetenz Teil V &#8211; Medienbasiertes Lernen</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Jun 2009 07:53:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>P. Fischer-Piel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienkompetenz]]></category>
		<category><![CDATA[Kenntnis]]></category>
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		<description><![CDATA[Welche curricularen Einbettungen gibt es für Medienkompetenz fördernde Angebote? (Schule, Universitär, FH’s, EWB, Projektarbeit mit Kindern und Jugendlichen.) 5.1 Vermittlungspraxis Fähigkeit zur aktiven Kommunikation Erlernen und Anwenden spezifischer Ausdrucks- und Gestaltungsmöglichkeiten und journalistischer Methoden; Fähigkeit zur aktiven Kommunikation mit audiovisuellen Medien von der Planung und Recherche über die Produktion und Gestaltung bis zur Fähigkeit der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Welche curricularen Einbettungen gibt es für Medienkompetenz fördernde  Angebote?  (Schule, Universitär, FH’s, EWB, Projektarbeit mit Kindern  und Jugendlichen.)<br />
5.1  Vermittlungspraxis</p>
<ul>
<li>Fähigkeit zur aktiven Kommunikation</li>
<li>Erlernen und Anwenden spezifischer Ausdrucks- und  Gestaltungsmöglichkeiten  und journalistischer Methoden; Fähigkeit zur aktiven Kommunikation mit  audiovisuellen Medien von der Planung und Recherche über die Produktion  und Gestaltung  bis zur Fähigkeit der Verbreitung eigener audiovisueller Erzeugnisse.</li>
<li>Kenntnis der technischen und organisatorischen Bedingungen</li>
<li>Fähigkeit im Umgang mit den technischen und den organisatorischen  Bedingun- gen von der schriftlichen Fixierung bis zur Organisation und Verbreitung  der eigenen  Medienprodukte.</li>
<li>Kompetente Rezeption</li>
<li>Sensibilisierung der eigenen Wahrnehmung, verbunden mit der  Fähigkeit zur Filterung und Analyse audiovisueller Informationen</li>
<li>Vermittlung von Format- und Genrewissen</li>
</ul>
<p><span id="more-94"></span><br />
5.2 Medienbasiertes Lernen<br />
Konzeption  und Gestaltung medienbasierten Lernens: Leitfragen für die  Entwicklung eines virtuellen Lernszenarios, Bedarfserfassung:</p>
<ul>
<li>Welche Inhalte bzw. Kompetenzziele sollen vermittelt werden?</li>
<li>Wieviele Lernende sollen geschult werden?</li>
<li>Verfügen diese über ausreichend technische und methodische  Kompetenzen, um  Neue Medien für ihr Lernziel erfolgreich nutzen zu können?</li>
<li>Welche organisatorischen Rahmenbedingungen sind zu  berücksichtigen?</li>
</ul>
<p>Konzeptentwicklung</p>
<ul>
<li>Welche Vermittlungsmethoden sollen angewandt werden? Systematische  darbietende Wissensvermittlung (Vorlesung, Frontalunterricht) oder  problemorientierter  Wissenserwerb (Übung, Praktikum, Seminar)?</li>
<li>Welche Form des Medieneinsatzes soll realisiert werden?  (Anreicherungskonzept,  integratives Konzept, virtuelles Konzept)</li>
<li>Wie soll die gesamte Lehrveranstaltung organisiert sein?</li>
<li>Welche Kommunikationskanäle sollen genutzt werden und wofür?</li>
<li>Welche Möglichkeiten soll die medienbasierte Lernumgebung bieten?</li>
</ul>
<p>Ressourcenplanung</p>
<ul>
<li>Notwendige personellen Ressourcen für eine qualitativ hochwertige  Realisierung  der medienbasierten Veranstaltung</li>
<li>Erforderliche Infrastruktur, Hardware, Software</li>
<li>Zeitraum der Realisierung</li>
</ul>
<p>Rollenverteilung und  Qualifizierungsplan</p>
<ul>
<li>Über welche notwendigen Voraussetzungen verfügen die Lernenden?  Welche Ein- schulungsmaßnahmen sind erforderlich?</li>
<li>Welche Rollen und Aufgaben übernehmen Lehrende?</li>
<li>Erforderliche Kompetenzen von Tutoren</li>
<li>Erforderliche Kompetenzen von Autoren</li>
<li>TechnikexpertInnen zur Einrichtung und Wartung der erforderlichen  Hard- und  Software-Tools</li>
</ul>
<p>Contententwicklung</p>
<ul>
<li>Empfehlungen zur Vorgehensweise bei der Contententwicklung</li>
<li>Gestaltung von selbstinstruierenden Online-Materialien Kontinuierliche Betreuung der Lernenden</li>
<li>Strategien zum Schnittstellenmanagement</li>
<li>Unterstützung in technischen, methodischen und inhaltlichen Fragen</li>
<li>Möglichkeiten und Anregung zur Teamarbeit</li>
<li>Unterstützung beim Aufbau von Lernstrategien</li>
</ul>
<p>5.3 Projekte / Projektarbeit /  Themenauswahl</p>
<ul>
<li>Medienkompetenz als zentrales Operationsfeld von Projekten</li>
<li>Neue Medien und kulturelle Bildung  • Medienkompetenz als präventiver Jugendschutz</li>
<li>Projekte als Formen der Medienarbeit</li>
<li>Alice im Cyberland</li>
<li>Baukasten &#8220;Kinder und Werbung&#8221;. Medienkompetenz für Kindergarten,  Grund- schule und Familie</li>
<li>Das digitale Kinder− und Jugendmuseum</li>
<li>Games bis Augen weg</li>
<li>In eigener Regie</li>
<li>news 4u – Journalistentraining für Youngster</li>
</ul>
<p>5.4. Praktischer Ansatz: Lernen  durch Zeichenarten</p>
<p>1. Das  Bild: Das Bild &#8211; bildet das Objekt mit hoher Übereinstimmung ab.  Seine Information kann  unmittelbar erfasst werden. z.B. Fotos, Gemälde, Grafiken.</p>
<p>2.  Das Wappen: Wappen und Fahnen fungieren als Erkennungsmerkmal  oder Zugehörigkeitszeichen  für Gruppen oder Stände. Die Informationsübermittlung erfolgt indirekt,  d.h. erst  nach einem Lernprozess. z.B. Stadtwappen von Dresden oder Fahne der europäischen Gemeinschaft.</p>
<p>3. Das Piktogramm: Unter einem  Piktogramm versteht man &#8211; im erweiterten Sinn &#8211; ein Bildsymbol, im  engeren Sinn ein formelhaftes, für alle Sprachen verständliches Symbol.  Der Begriff  setzt sich aus dem lateinischen &#8220;pictus&#8221; (=Bild) und dem griechischem  &#8220;gramm&#8221;  (=Geschriebenes) zusammen und bedeutet soviel wie schriftliches Bild.  Seine Infor- mation erschließt sich direkt und ist weitestgehend multikulturell  erfassbar. z.B. Piktogramm für Information.</p>
<p>4.  Das Icon: Ein Icon in der Informatik steht für ein bildhaftes  Symbol in einer grafischen Benut- zeroberfläche eines Programms oder einer Anwendung. Mit ihm verbindet  sich  meist eine bestimmte Funktion oder Operation (z.B. dem Zuweisen eines  Attribut- wertes zu einem Absatz). Seine Information erschließt sich im  Zusammenhang oder  Zusammenspiel mit dem Objekt. z.B. Icon des Internet-Explorer.</p>
<p>5.  Die Schrift: Die Schrift ist die abstrakteste und  multivariabelste Zeichenform. Sie wird in ihrer  Vielfältigkeit von keinem  Zeichen erreicht. Seine Information muss  erlernt werden  und erschließt sich über einen Dekodierungsprozess indirekt. z.B. Garamond.</p>
<p>6. Das Signet:  Ein Signet ist eine Kennzeichnung des Produktes oder der Leistung einer  Institution  mittels sprachlichem (Schrift) oder bildlichem Mittel. Die  Informationsübermittlung  erfolgt indirekt nach einem Lernprozess.z.B. Schriftzug Coca Cola oder  Nike &#8211; Signet.</p>
<p>7. Das Symbol: Symbole sind visuelle  Zeichen, die keinen direkten Bezug oder  mit dem darzustel- lenden Objekt haben. Seine Information muss erlernt werden. z.B. Additionszeichen.</p>
<p>8. Das  Signal: Signale werden immer dort benötigt und eingesetzt, wo ein  Handeln oder unmittel- bares Reagieren auf eine Gefahr, ein Verbot oder eine Anweisung erfolgen  soll. Die  Informationsübertragung erfolgt weitestgehend direkt und besonders mit  dem Mit- teln von Farbe und Form. Manchmal ist aber auch ein Lernprozess  notwendig. z.B. Gefahrenzeichen und Verkehrszeichen.</p>
<p>9: Das Diagramm: Diagramme sind  Zeichen zur Darstellung von Sachverhalten und Abläufen. Dia- gramme visualisieren meistens Zahlen und Statistiken. Die  Informationsübermittlung  erfolgt direkt. z.B. Liniendiagramm des DAX, Hertzsprung-Russell-Diagramm.</p>
<p>10. Die Karte: Karten sind  geografische oder topografische Darstellungen. Erkennbare Formen  werden als Umrisse dargestellt. Die Informationsübermittlung erfolgt  direkt. z.B. Stadtplan von Dresden oder Wetterkarte von Deutschland.</p>
<p><a title="Medienkompetenz Teil VI" href="http://hypercommerce.de/medienkompetenz-teil-6/">Medienkompetenz Teil VI – künstlerisch intendierte Medienprojekte</a></p>
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		<title>Medienkompetenz Teil IV &#8211; Die visuelle Rhetorik des Bildes / audio-visuelle Bildung</title>
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		<pubDate>Tue, 26 May 2009 07:43:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>P. Fischer-Piel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienkompetenz]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
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		<category><![CDATA[Medienkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Werbung]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Untersuchung einer Bildsprache, die den Fokus nicht auf die Fotografiegeschichte und die Besten ihrer Repräsentanten legt, muss sich zwangsläufig mit den medialen Distributationskanälen einschließlich ihrer wildesten Auswüchse befassen. Die Anleitung in einer Fachzeitschrift „Ein Bild machen à la Monet mit 3 Klicks!“, ist exemplarischer Ausdruck einer radikal veränderten Produktions- und Rezeptionsästhetik, die kein Innehalten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Untersuchung einer Bildsprache, die den Fokus nicht auf die  Fotografiegeschichte und die Besten ihrer Repräsentanten legt, muss sich  zwangsläufig mit den medialen Distributationskanälen einschließlich  ihrer wildesten Auswüchse befassen. Die  Anleitung in einer Fachzeitschrift „Ein Bild machen à la Monet mit 3  Klicks!“, ist exemplarischer Ausdruck einer radikal veränderten  Produktions- und Rezeptionsästhetik, die kein Innehalten mehr kennt:  Vilém Flussers kritische Vision von 1981,  nämlich die einer an den Funktionen der Programme und der Distribution  der Information orientierten Kreativitätspraxis, hat heute in der  Endlosschleife des product placement seine adäquate Ausdrucksform  gefunden. Gleichwohl bestimmt diese &#8211;  wie gerade aufgezeigt &#8211; zunehmend unsere kulturelle Identität.<span id="more-86"></span></p>
<p>Ein Großteil der Anstrengungen in der heutigen Medienkultur dient in  erster Linie  der Bildung von Identifizierungen. Massenkultur und Schnelllebigkeit  sind ihrem  Wesen nach das Gegenteil davon. Somit wird über die permanente  Wiederholung  und allgegenwärtige Präsenz in den Medien versucht, das Defizit der  kulturellen Identität in eine (kurzlebige) markenabhängige  Identifizierung zu überführen. Eine  ästhetische Orientierung in der Medienpädagogik geht in der Regel davon  aus, das Bilder unser Denken und damit unsere Wirklichkeitskonstruktion  beeinflussen &#8211; Bilder in einem erhöhten Maße, weil über sie Emotionen  und Gefühle ideal transportierbar sind. Marlboro verkauft demnach nicht  Zigaretten, sondern das Gefühl von  Freiheit, Benetton klärt dich doch nur auf, Apple verkauft nicht  Computer, sondern einen hippen und coolen Lebensstil, und Nike ist der Anwalt aller  Subkulturen. Wir sehen: Markenidentität als Substitut für die verloren gegangene  kulturelle Identität.</p>
<p>Wie aber gewinnt man aus solchen  Erkenntnissen praktische Medienkompetenz?</p>
<p>Um den Anforderungen  der modernen Mediengesellschaft gerecht werden zu können, muss es ein  zentrales Anliegen von Bildungsinstitutionen sein, die Fähigkeit zu vermitteln, Bilder rezipieren, dechiffrieren und mit ihnen kommunizieren  zu können Neben dem Fernsehen dürften zukünftig auch im Internet bewegte und  unbewegt Bilder als wichtige Darstellungsform und als komplexes Transportmittel  für Informationen mehr und mehr genutzt werden. Spätestens zu diesem  Zeitpunkt wird die  Fähigkeit, Bilder und Bildzusammenhänge einschätzen und nach dem  Informationsgehalt filtern zu können, zu einem maßgeblichen Bestandteil  praktischer Medienkompetenz.</p>
<p>Christian Doelker schlägt als  Begriff “Bild-Pädagogik” oder “Bild-Bildung” vor (ich  würde eher zu “Visueller Bildung” tendieren, weil der Begriff “Bild”  alle visuellen  Zeichensysteme nur ungenügend erfasst). In jedem Fall muss eine solche  pädagogische Ausrichtung versuchen, die Rezeptionsfähigkeiten des  Wahrnehmenden eben so zu fördern wie seine mediale Handlungskompetenz. Bildung für das  Visuelle  meint demnach auch Schulung, Kultivierung und praktische Umsetzung von  Wahrnehmungsaspekten.</p>
<p>Visuelle Bildung bezieht vor allem auch die  trivialen Kommunikationskanäle wie zum  Beispiel die Werbung mit ein. Betrachtet man Werbung als vorrangiges  Medium der  bildsprachlichen Kommunikation, ergibt sich eine neue medienpädagogische  Sichtweise: Wie häufig in der Kunst, geht es in der Werbung um Überraschung,  Irritation, enttäuschte Erwartungshaltungen, um metaphorische und  absurd-surrealistische  Botschaften, die im Bild visuell kodiert sind und die durch den  Betrachter dekodiert  werden müssen. Als Techniken der visuellen Rhetorik werden die Methode  der Verzerrung, der Übertreibung und vor allem die der Verschiebung auf  Meta-Ebenen  angewandt. Nichts anderes also als das, was in vielen Bereichen der  Kunst schon seit  langem praktiziert wird (freilich ohne auch nur annähernd ähnliche  technische Voraussetzungen oder analoge Distributationskanäle zu haben).</p>
<p>Die Bildsprache in der Werbung ist ein Spiel mit Gewohnheiten  und Erwartungen, ist  Irritation und Überraschung. Werden Inhalte allerdings eins zu eins  transportiert,  funktioniert die Botschaft nicht. Nur wenn sie sich in unserer  Wahrnehmung ver- hakt, uns zum Denken bringt, nehmen wir die Botschaft wahr. Alles andere  ist redundantes Rauschen und verpufft wirkungslos. Gute visuelle  Rhetorik aktiviert eine  autonome Denkleistung beim Rezipienten und muss gegen die Macht der  Gewohnheit intrigieren, um wahrgenommen zu werden.</p>
<p>Im besten Fall  gewinnt Werbung also unsere Aufmerksamtkeit &#8211; das kostbarste Gut  der Informations- und Kommunikationsgesellschaft – und hat damit ihren  Platz in  unserem kulturellen Gedächtnis erobert (das zu leugnen, ist vielleicht  verlockend,  weil man sich damit wieder in bester Gesellschaft mit der bürgerlichen  Kultur und  der hohen Kunst befindet, entspricht aber keinesfalls den Realitäten).</p>
<p>Visuelle  Rhetorik konzentriert sich allerdings nicht nur auf Werbebotschaften  oder  deren künstlerische Umkehrung. Botschaften sind auch in Bildzeichen  enthalten, die  nicht auf konkrete Objekt referieren, sondern in Relation zu einer  Aussage stehen.  Der weiße Stock steht für die Aussage „ich bin blind“, das Rot der  Verkehrsampel  für die Aufforderung „stehenbleiben“. Visuelle Rhetorik als Bildsprache  ist demnach  die “Kunst der Sprechenden Bilder”, und Piktogramme wären die  prototypischen  Medien dieser Art der Bildkonzeption (darauf werden wir noch später  zurück kommen).</p>
<p>Dabei geht es gerade nicht darum, zu irritieren,  zweideutig zu sein oder Divergenz  zu erzeugen. Vielmehr ist es das Ziel einer solchen Bildsprache,  komplexe Aussagen  und Botschaften in einem Superzeichen zusammenzufassen, Konvergenz zu  schaffen und Orientierungshilfe zu leisten. Dabei werden die zeitlich  realisierten Sprachbotschaften in das räumliche System der Bilder  transformiert, Botschaften fürs Ohr  in Botschaften für das Auge übersetzt. Im Gegensatz zu fotografischen  Bildern oder  werbestrategischen Irritationen, die gleichermaßen vom “Inhalt” leben,  sollen diese  Bilder für sich selbst sprechen, ohne den fragwürdigen Ballast der  Interpretation.</p>
<p>Die visuelle Rhetorik der Piktogramme,  Navigationen und lexikalischen Indices ist  ebenso Bestandteil der visuellen Kommunikation wie die irritierenden  Bildbotschaften, allerdings mit anderen Absichten und für andere Zwecke  konzipiert. Von daher  lassen sich zwei Pole verorten, zwischen welchen sich das Potential der  visuellen  Rhetorik entfaltet: Mimikry und Intrige, Selbsterklärung und Irritation,  Eindeutigkeit  und Zweideutigkeit. Und jede dieser Methoden – wenn man sie denn so  unterscheiden will &#8211; ist eine Kunst für sich. Beide stehen aber immer in  einem kulturellen Kontext und sind nicht beliebig verstehbar. D.h. der  Betrachter muss die visuellen Kodes seines Umfelds kennen, um  Irritationen als solche wahrnehmen und entschlüsseln oder die Aussagen  der Piktogramme richtig deuten zu können. Da wir nie außerhalb unseres  kulturellen Umfeldes und damit Diskurses stehen, vergessen wir das  aufgrund der Selbstverständlichkeit manchmal.</p>
<p>Zusammenfassend:  Die Vermittlung medienpädagogischer Konzepte wie etwa “Visuelle Bildung”  kann verdeutlichen, welche Bedeutung es haben kann, mit Bildern  zu täuschen und mit Bildern zu enttäuschen. Es wird damit die Fähigkeit  vermittelt,  mit Bildern kommunizieren und Bilder diskutieren zu können – eine  Vorstellung da- von zu haben, wie Bilder zustande kommen, auf welche Weise sie Meinungen  evozieren und wie sich Bild/Text-Verhältnisse zu der emotionalen  Rezeption von schein- bar objektiven Medienbotschaften verhalten.</p>
<p>Die Art und Weise,  wie eine Information vermittelt wird, sagt dabei sehr viel über  die Intentionen des Urhebers aus. Kennt man die Spezifika der  Ausdrucksformen, so  kann man leichter suggestive Elemente herausarbeiten und beurteilen und  dadurch  den eigentlichen Subtext des Mediums &#8211; sei es ein Bild, ein Film oder  ein Musikstück  &#8211; erkennen. Sowohl reflexive als auch produktionstechnische Aspekte der  Informationsvermittlung sind daher primär zu vermitteln, um den  spezifischen Informationscharakter von Medien erkennen zu können.</p>
<p><a title="Medienkompetenz Teil V" href="http://hypercommerce.de/medienkompetenz-teil-5/">Medienkompetenz Teil V – Medienbasiertes Lernen</a></p>
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		<title>Medienkompetenz Teil III &#8211; Ästhetik als medienpädagogischer Orientierungsrahmen</title>
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		<pubDate>Tue, 19 May 2009 20:18:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>P. Fischer-Piel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienkompetenz]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Dieter Baacke]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
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		<description><![CDATA[Dieses Kapitel stützt sich wesentlich auf die Expertise „Kulturelle Bildung im Medienzeitalter“ zur Vorlage bei der Bund &#8211; Länder &#8211; Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung im Auftrage des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, verfasst von Karl-Josef Pazzini, Universität Hamburg, Juli 1999. Zunächst ist zu klären, was Kulturelle Bildung ist und inwieweit man diesen Begriff auf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dieses Kapitel stützt sich wesentlich auf die Expertise „Kulturelle  Bildung im Medienzeitalter“ zur Vorlage bei der Bund &#8211; Länder &#8211;  Kommission für Bildungsplanung  und Forschungsförderung im Auftrage des Bundesministeriums für Bildung  und Forschung, verfasst von Karl-Josef Pazzini, Universität Hamburg,  Juli 1999.<span id="more-82"></span></p>
<p>Zunächst ist zu klären, was Kulturelle Bildung ist und  inwieweit man diesen Begriff  auf die oben dargestellte Medienkompetenz beziehen kann. Gemäß den  Richtlinien  des Bundesministeriums für Frauen und Jugend/Kinder und Jugendplan des  Bundes  vom 20.12. 93 wäre demnach folgende Definition gültig:</p>
<blockquote><p>„Kulturelle Bildung soll Kinder und  Jugendliche befähigen, sich mit Kunst, Kultur  und Alltag phantasievoll auseinanderzusetzen. Sie soll das  gestalterisch-ästhetische  Handeln in den Bereichen Bildende Kunst, Film, Fotografie, Literatur,  elektronische Medien, Musik, Rhythmik, Spiel, Tanz, Theater, Video u. a.  fördern. Kulturelle Bildung soll die Wahrnehmungsfähigkeit für komplexe  soziale Zusammenhänge entwickeln, das Urteilsvermögen junger Menschen  stärken und sie zur aktiven und verantwortlichen Mitgestaltung der  Gesellschaft ermutigen.”</p></blockquote>
<p>Dieser Definition ist unbedingt  zuzustimmen, beinhaltet sie doch das ganze Rüstzeug, um auf die bildungsrelevanten Herausforderungen des  Medienzeitalters an- gemessen reagieren zu können und Medienkompetenz im oben gemeinten Sinn  herzustellen. Allein ihre Interpretation resp. praktische Umsetzung legt  ein Schatten  auf den sonst so wohlgemeinten Ansatz. Bereits Pazzini &#8211; der dieser  Definition explizit zustimmt &#8211; schränkt den theoretischen Bezugsrahmen  für Kulturelle Bildung ein:</p>
<blockquote><p>“Kulturelle  Bildung betont die Notwendigkeit des Bezugs von Bildung auf die  unterschiedlichen Künste. Sie ist eine notwendige Ergänzung zu den  technischen Veränderungen durch die neuen Medien. Ohne den Bezug zu den  Künsten können die  Chancen der neuen Medien nicht ausgeschöpft werden. Im Gegenteil, es  besteht  ohne einen solchen Bezug die Gefahr der Verdummung und eine schon  deutlich  wahrnehmbare Disqualifikation von Arbeitskräften&#8230;&#8230;”</p></blockquote>
<p>Interessant  ist in diesem Zusammenhang der explizite Bezug der kulturellen Bildung  zur Kunst auf der einen, und die Disqualifizierung ihres Gegenteils &#8211;  “Verdummung”  genannt &#8211; auf der anderen Seite. Dies ist für die Definition des  Begriffs “Kultur” von  ebenso weit reichender Bedeutung wie für die Erlangung von  Medienkompetenz.</p>
<blockquote><p>Noch einmal Pazzini: “Kulturelle Bildung eröffnet die Teilhabe an Werken der Kunst,  an den in ihnen eingeschlossenen Forschungsergebnissen,  Produktionsprozessen  und Rezeptionsmöglichkeiten. Sie sensibilisiert für weit greifende  Veränderungsprozesse eben durch die neuen Medien und macht Zusammenhänge  anders als begrifflich deutlich. Kulturelle Bildung beinhaltet  Möglichkeiten und Ressourcen, die in den  Wissenschaften, insbesondere den Naturwissenschaften, der Mathematik und  den  technisch ausgerichteten Wissenschaften nicht oder nur untergründig zur  Verfügung stehen.”</p></blockquote>
<p>Wir sehen hier, dass kulturelle Bildung  den Wissenschaften, insbesondere den Naturwissenschaften, der  Mathematik und den technisch ausgerichteten Wissenschaften nicht  zugebilligt wird. Tauglich erscheinen allein die Verfahren der Kunst  resp.  der ihr zugrunde liegenden (Geistes)Wissenschaften wie z.B. die  Kunstgeschichte,  die Semiotik oder die Medientheorie.</p>
<p>Konsequenterweise bezieht  Pazzini den Kulturbegriff in diesem Zusammenhang &#8211;  wie schon eingangs angedeutet &#8211; eindeutig auf die Künste. Das  romantische Künstler(selbst)bild, aus der Not oder wenigstens aus  Notwendigkeit zu produzieren  (Hölderlin im Turm etwa), das seine Herkunft vom Geist der Romantik und  des Bürgertums nicht verhehlen kann, wird hier reaktiviert: “Unter  „kulturell“ sollen hier  Prozesse verstanden werden, die sich in Werken niederschlagen, die  angeregt sind  durch Prozesse und Werke aus den unterschiedlichen Künsten: Musik,  Bildende  Kunst, Tanz, Theater, Literatur &#8230;”. &#8211; Wir finden also auch bei Pazzini  das Eingebettetsein der Kultur in die “hohe” Kunst. Wenn also in seiner  Expertise von “Kultureller Bildung” die Rede ist, so wäre dies demnach  als “Ästhetische Erziehung” im  Schillerschen Verständnis zu lesen.</p>
<p>Das steht in einem gewissen  Widerspruch zu Baackes’ Modell, das ja allein den adäquaten Gebrauch von  Medien &#8211; also die Fähigkeit zur Mediennutzung &#8211; als Teil der  Medienkompetenz anerkennt. Um den Widerspruch deutlich zu machen: Müssen   Jugendliche, die in der virtuosen Handhabung eines Joy-Sticks oder in  der perfekten  Beherrschung eines “Games” unschlagbar sind, bereits als  “medienkompentent”  bezeichnet werden? Oder sind Künstler, die zwar in der Lage sind, die  ganze Weltgeschichte in Stein zu meißeln, aber nicht die Fähigkeit haben  eine Internetseite zu  besuchen, in diesem Sinne hoffnungslos inkompetent?</p>
<p>Auf der einen  Seite also sehen wir kulturelle Bildung im Klammergriff der hohen  Kunst und des kulturellen Establishments (das nicht mehr ausschließlich  aus dem  ehemaligen Bildungsbürgertum besteht, sondern vielmehr durch den neuen  “Geldadel” aus Wirtschaft, Politik und Showbusiness repräsentiert wird),  auf der anderen  Seite steht die triviale Pop-, Design- und Kitschkultur, die mit  kultureller Bildung offensichtlich nicht das Geringste zu tun hat (aber  mit der der moderne Kulturrepräsentant häufig seine Brötchen verdient).</p>
<p>Neil  Postman konstatiert 1988, dass jenes Medium die kulturelle Ausprägung  einer  Kultur bestimme, welches es schaffe, Gedanken im kommunikativen  Austausch am  bequemsten zu transportieren. Und jene Gedanken, die sich bequem  ausdrücken  ließen, würden dann unweigerlich zum wesentlichen Inhalt einer Kultur  (iPod, iPod,  und nochmals iPod). Deswegen seien die „Wahrheitsbegriffe  jeweils sehr eng mit  den Perspektiven bestimmter Ausdrucksformen verknüpft“. Damit  lehnt er sich eng  an Marshall McLuhans “Das Medium ist  die Botschaft” an.</p>
<p>In diesem Kontext stehen auch die  Segnungen der Markenmultis und des Designs,  hier vor allem des industriell gefertigten Designs, das eigentlich in  der Lage sein soll- te, die Gegenstände des täglichen Gebrauchs kulturell zu “erhöhen” und  damit die  Partizipation aller Bevölkerungsschichten an der Kultur zu ermöglichen  (wie z. B.  noch das Bauhaus in den 20er Jahren). Nicht von ungefähr ist heute alles  Design,  was in irgendeiner Weise gefertigt wird, ob Hair-Design, Schmuck- oder  Fingernagel-Design, Grafik- oder Foto-Design, Möbel- oder Mode-Design,  vom Food-Design  ganz zu schweigen. Und ebenso wenig ist es Zufall, dass sich vor allem  Jugendliche  über Marken definieren und artikulieren, ja ihre ganze Identität aus der  Markenkultur beziehen.</p>
<p>Zwischen der Leitkultur einer bürgerlich  kanonisierten Gesellschaft und den subkulturellen Lebensformen einer  zunehmend durch Massenmedien geprägten Jugend  liegen Welten. Dem Integrationsmodell durch Leitbilder wie Leistung,  Höflichkeit  und Toleranz steht die Integration durch Einbeziehung aller auch noch so  trivialen  kulturellen Auswüchse &#8211; und damit aller Mitglieder der Gesellschaft &#8211;  entgegen. Wie  aber schafft man es, “Rappern” oder “Gamern” die Schönheit einer  Klaviersonate  von Schumann beizubringen?</p>
<p><a title="Medienkompetenz Teil IV" href="http://hypercommerce.de/medienkompetenz-teil-4/">Medienkompetenz Teil IV – Die visuelle Rhetorik des Bildes / audio-visuelle Bildung</a></p>
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		<title>Medienkompetenz Teil II &#8211; Was versteht man unter &#8216;Medienkompetenz&#8217;?</title>
		<link>http://medienkompetenz-blog.de/medienkompetenz-teil-2/</link>
		<comments>http://medienkompetenz-blog.de/medienkompetenz-teil-2/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 11 May 2009 12:44:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>P. Fischer-Piel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienkompetenz]]></category>
		<category><![CDATA[Definition]]></category>
		<category><![CDATA[Dieter Baacke]]></category>
		<category><![CDATA[Fotografie]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Mediengestaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Theorie]]></category>

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		<description><![CDATA[In vielen gesellschaftlichen Bereichen gilt Medienkompetenz als eine der Schlüsselqualifikationen von Gegenwart und Zukunft. Die Forderung, die mit diesem Begriff gestellt wird, ist die Befähigung von Menschen, sich in einer immer mehr von Medien durchdrungenen Welt kompetent orientieren zu können. Das Spektrum der Medienkompetenz ist entsprechend breit gestreut. Es reicht vom praktischen Umgang mit Medienangeboten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In vielen gesellschaftlichen Bereichen gilt Medienkompetenz als eine der  Schlüsselqualifikationen von Gegenwart und Zukunft. Die Forderung, die  mit diesem Begriff gestellt wird, ist die Befähigung von Menschen, sich  in einer immer mehr von Medien durchdrungenen Welt kompetent orientieren  zu können. Das Spektrum der Medienkompetenz ist entsprechend breit  gestreut. Es reicht vom praktischen Umgang mit Medienangeboten im Alltag  über das Wissen um technische, historische, politische, kulturelle,  ökonomische und nicht zuletzt ethische Bedingungen, d.h..  Medienkompentenz umfasst alle gesellschaftlich-kulturellen Belange des  Lebens.<span id="more-55"></span></p>
<p>Es gilt, die Anforderungen und Wirkungen verschiedener Mediensysteme zu  kennen, die Fähigkeit zu besitzen, medial vermittelte Wirklichkeiten zu  reflektieren und  mit Medien aktiv kommunizieren zu können. Somit sind Entscheidungs- und  Handlungskompetenzen des Einzelnen gefordert, damit möglichst jeder  sowohl an individueller als auch an kollektiver Medienkommunikation  aktiv und autonom teilhaben  kann. Der Schwerpunkt, der in diesem Zusammenhang diskutiert wird,  konzentriert  sich gegenwärtig auf die Vermittlung praktischer Medienkompetenzen. Wir  gehen  aber weiter und fragen auch nach den Auswirkungen dieser Bedingungen für  die  künstlerische Reflexion einerseits, und den künstlerischen  Produktionsprozess andererseits.</p>
<p>Blickt man zurück auf die  Geschichte des Begriffs “Medienkompetenz” (und in dem  Zusammenhang auch auf die Medienpädagogik als ihre Vermittlungsinstanz),  sind  bestimmte Strömungen und Zyklen erkennbar. Diese Zyklen sind immer auch  Ausdruck ihres jeweiligen gesellschaftspolitischen und  kulturell-ästhetischen Kontextes.</p>
<p>Ursprünglich stellten die  „Massenmedien“ den Hauptgegenstand der Diskussion  dar. Bereits in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts stellte  Brecht ganz  konkrete und pragmatische Forderungen zur Befähigung des einfachen  Bürgers in  der Anwendung und Nutzung der Medien, indem er 1927 eine  Demokratisierung  des Rundfunks forderte. Siegfried Kracauer konstatierte im gleichen  Jahr: “In den  Illustrierten sieht das Publikum die Welt, an deren Wahrnehmung es die  Illustrierten  hindern.” (aus “Die Fotografie”, Frankfurter Zeitung, 1927). Und Walter  Benjamin &#8211;  dessen Begriff der Aura uns bis heute beschäftigt &#8211; fügt 4 Jahre später  hellsichtig  hinzu: “Nicht der Schrift-, sondern der Fotografieunkundige wird der  Analphabet  der Zukunft sein” (1931, Kleine Geschichte der Fotografie).</p>
<p>War  bislang also immer von Massenmedien die Rede, kam gegen Ende der 60er  Jah- re im Zusammenhang mit Studentenbewegung und der Revitalisierung  marxistischer  Theorien der Begriff der „Medienkompetenz“ auf. Die Bevölkerung solle,  so forder- te etwa Hans Magnus Enzensberger in Anlehnung an Brecht, überall dabei  sein,  auch bei der Produktion von Medien. Er postuliert in einer zentralen  Stelle seiner  Theorie der Medien: „Ein revolutionärer Entwurf muss nicht die  Manipulateure zum  Verschwinden bringen; er hat im Gegenteil einen jeden zum Manipulateur  zu machen“. Etwas später erklärt Beuys “jeden Menschen” zum Künstler.</p>
<p>Vor  allem sog. “linke Positionen” setzten Anfang der 70er Jahre die  Forderung nach  Demokratisierung der Medien frei und der Begriff Medienkompetenz erfuhr  einen  Bedeutungswandel. Die Medien wurden nun als Gefährdung betrachtet, und  die  Experten, Hochschullehrer und Pädagogen nahmen häufig eine  bewahrpädagogische Grundhaltung ein. Diese regelrechte Angst vor dem  Fernsehen und den neuen  Medien allgemein beruhte auf der Annahme vieler Pädagogen, das Buch sei  das  wertvollere Medium. Man wollte daher die alten Kulturwerte durch  pädagogische  Maßnahmen bewahren (entspricht dem Leitbild humanistischer Bildung).</p>
<p>Durch  handlungsorientierte Pädagogik und Kulturarbeit in den 70er und 80er  Jahren  gewann dann aber eine nicht mehr nur abwehrende Haltung gegenüber den  Medien die Oberhand. Die Medien wurden nun in ihren  gestalterisch-kreativen Potenzialen für die Bildungssozialisation  wahrgenommen. Als Leitbegriffe dominierten jetzt  kommunikative Kompetenz, Lebenswelt, Alltag, authentische Erfahrung,  handeln- des Lernen und vor allem Handlungskompetenz und Medienkompetenz. Durch  handelndes Lernen im Gegenstandsbereich der sozialen Realität sollte in  der Verbindung von Reflexion und Handeln die Realität sowohl angeeignet  als auch mitgestaltet und verändert werden. Studiengänge wie “Visuelle  Kommunikation”, die in den  70er Jahren eingeführt wurden, sind Ausdruck dieses Paradigmenwechsels,  ebenso  wie z.B. der “Subjektive Dokumentarismus” in der Fotografie in den 70er  Jahren.</p>
<p>In den letzten Jahren hat Dieter Baackes Definition von  Medienkompetenz besonde- re Bedeutung erlangt. Baacke gliedert den Begriff in vier Dimensionen:  Medienkritik,  Medienkunde, Mediennutzung und Mediengestaltung. Um das komplexe  Begriffsystem anschaulich zu machen, ist folgendes Diagramm hilfreich,  wobei die beiden Aspekte Medienkritik und Medienkunde die Dimension der  Vermittlung umfassen. Die  Dimension der Zielorientierung liegt im Handeln des Menschen. Hierbei  spielt also  die Nutzung von Medien eine gewichtige Rolle.</p>
<table style="border: 1px dashed #b3a389;" border="0" cellspacing="1" cellpadding="3" width="100%">
<tbody>
<tr>
<td style="border: 1px dashed #b3a389;" colspan="4">MEDIENKOMPETENZ</td>
</tr>
<tr>
<td style="border: 1px dashed #b3a389;" colspan="2">VERMITTLUNG</td>
<td style="border: 1px dashed #b3a389;" colspan="2">ZIELORIENTIERUNG</td>
</tr>
<tr>
<td style="border: 1px dashed #b3a389;" valign="top">Medienkritik</p>
<ol>
<li>Analytisch</li>
<li>reflexiv</li>
<li>ethisch</li>
</ol>
</td>
<td style="border: 1px dashed #b3a389;" valign="top">Medienkunde</p>
<ol>
<li>informativ</li>
<li>instumentell-qualifikatorisch</li>
</ol>
</td>
<td style="border: 1px dashed #b3a389;" valign="top">Mediennutzung</p>
<ol>
<li>rezeptiv, anwenden</li>
<li>interaktiv, anbieten</li>
</ol>
</td>
<td style="border: 1px dashed #b3a389;" valign="top">Mediengestaltung</p>
<ol>
<li>inovativ</li>
<li>kreativ</li>
</ol>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p><strong>Medienkritik</strong><br />
soll  analytisch problematische gesellschaftliche Prozesse angemessen  erfassen. Jeder  Mensch sollte reflexiv in der Lage sein, das analytische Wissen auf sich  selbst und  sein Handeln anzuwenden. Die ethische Dimension daran ist, das  analytische Denken und den reflexiven Bezug als sozial verantwortet  abzustimmen und zu definieren.</p>
<p><strong>Medienkunde</strong><br />
umfasst  das Wissen über die heutigen Mediensysteme. Die informative Dimension  der Medienkunde beinhaltet klassische Wissensbestände. Die  instrumentell-qualifikatorische Dimension meint die Fähigkeit, neue  Geräte auch bedienen zu können.</p>
<p><strong>Mediennutzung</strong><br />
ist  doppelt zu verstehen: Medien sollen rezeptiv angewendet werden  (Programm- Nutzungskompetenz) und interaktive Angebote genutzt werden können.</p>
<p><strong>Mediengestaltung</strong><br />
stellt in Baackes  Ausdifferenzierung den vierten Bereich der Medienkompetenz dar.  In den Bereich Mediengestaltung fallen die innovativen Veränderungen und  Entwicklungen des Mediensystems und die kreativen ästhetischen  Varianten, die über  die Grenzen der alltäglichen Kommunikationsroutinen hinausgehen. &#8211; Dies  also  könnte der Kunst zugeschlagen werden.</p>
<p>Es zeigt sich bereits bei  dieser überblicksartigen Betrachtung des Begriffs Medienkompetenz und den Möglichkeiten seiner Vermittlung, dass sich ein  Hauptaspekt  herauskristallisiert: durch aktive (Be-)Nutzung der Medien soll sich  eine Kritikfähig- keit herausbilden, die zum Auswählen unterschiedlicher Medienangebote  genutzt  werden kann. Kurz: Die eigene aktive Arbeit mit einem Medium ermöglicht  dessen  kritische Nutzung im beruflichen und privaten Alltag.</p>
<p><a title="Medienkompetenz Teil III" href="http://hypercommerce.de/medienkompetenz-teil-3/">Medienkompetenz Teil III – Ästhetik als medienpädagogischer Orientierungsrahmen</a></p>
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		<title>Medienkompetenz Teil I &#8211; Was sind die sog. &#8216;Neuen Medien&#8217;?</title>
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		<pubDate>Mon, 04 May 2009 06:40:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>P. Fischer-Piel</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
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		<description><![CDATA[Worum geht es? Die rasante Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnologie bildet den Hintergrund eines tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandels, des Wandels von der Industriegesellschaft zur Informations- und Wissensgesellschaft. Mit diesem Begriff verbindet man gemeinhin die Vorzüge neuer Informations- und Kommunikationstechniken. Das bedeutet Vorteile für diejenigen, die die Fähigkeiten besitzen, neue Medien nutzen zu können. Ein wichtiges gesellschafts- [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Worum geht es? Die rasante Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnologie bildet den Hintergrund eines tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandels, des Wandels von der Industriegesellschaft zur Informations- und Wissensgesellschaft. Mit diesem Begriff verbindet man gemeinhin die Vorzüge neuer Informations- und Kommunikationstechniken. Das bedeutet Vorteile für diejenigen, die die Fähigkeiten besitzen, neue Medien nutzen zu können. Ein wichtiges gesellschafts- und bildungspolitisches Ziel ist daher die Steigerung von Medienkompetenz. Interessant ist bereits an dieser Stelle die Gleichsetzung von “Wissen” und “Bildung”, die so gar nicht dem humanistischen Bildungsideal der aufgeklärten bürgerlichen Gesellschaft des 19. und 20 Jahrhunderts entspricht. Wir kommen später darauf zurück.<span id="more-24"></span></p>
<p>Mit der gesellschaftlichen Entwicklung in den Industriestaaten bauen Kommunikati- onsprozesse zunehmend auf der Verarbeitung von Information und Wissen auf. Wir stehen heute bereits einem sehr breit gefächerten multimedialen Informationsange- bot gegenüber. Die Herausforderung ist nun, aus dieser kaum zu überblickenden Bilder- und Textflut die wichtigen und richtigen Informationen herauszufiltern. Ein maßgeblicher Konflikt, dem unsere Gesellschaft dabei ausgesetzt ist, liegt darin, dass sich die Befähigung der Bürger im Umgang mit Informationsmedien nicht kongruent zu deren technischer Entwicklung ausgebildet hat. Medienkompetenz ist das Zauberwort, das hierbei Abhilfe schaffen soll.</p>
<p>Im erweiterten globalen Kontext geht es um die sog. “nachhaltige Medienkompetenzförderung zur Überwindung der digitalen Spaltung”, die im letzten Jahr als “Politikziel mit hoher Priortät” postuliert wurde (UN-Weltgipfel zur Informationsgesellschaft 2005 in Tunis). Hier ging es darum, durch die Bereitstellung von beschränkungsfreien (Netz)Zugängen soziale und kulturelle Gestaltungskriterien für breite Gesellschafts- und Bevölkerungsschichten bereit zu stellen und in den technologisch hochgerüsteten Ländern die rein technikbasierte Förderpolitik abzulösen.</p>
<p><strong>Was sind die sog.&#8221;Neuen Medien&#8221;?</strong></p>
<p>Neue Medien setzen voraus, dass es alte gibt. Die alten Medien sind die sog. “klassischen Medien”, also Radio und TV, die allerdings häufig mit dem Begriff “Neue Medien” assoziiert werden. Anfänglich wurde damit nur das Radio bezeichnet, in den Anfängen des Fernsehens wurde er für dieses gebraucht, und mit dem Aufkommen von Videotext und BTX wurden diese als Neue Medien ausgezeichnet.</p>
<p>Der Mediengebrauch reicht allerdings viel weiter zurück, im Grunde bis zur Höhlen- malerei, Moses’ Gebotstafeln oder der Gutenberg-Bibel. (hier die Diplomarbeit von Jens Reinke “Analogien bei byzantinischen Ikonen und Neuen Medien” erwähnen, die ein beiderseitiges “multimediales Paradigma” beleuchtet / Film abspielen).</p>
<p>Wie unterscheiden aber “Neue” von “Klassischen” Medien? Als Kennzeichen der Neuen Medien lassen sich die rechnergestützte Handhabung, das digitale Vorliegen der Daten sowie die Interaktivität beim Umgang mit diesen Daten festhalten. Erst die Digitalisierung von Informationen, Ton, Bild, Bewegtbild, etc. und die schnelle Weiterentwicklung der Kompressionsverfahren ermöglichten die Bewältigung der enorm großen Datenmengen, wodurch der Übergang von der Dienstleistungsgesell- schaft in die Informationsgesellschaft eingeleitet wurde.</p>
<p>Seit Mitte der 90er Jahre ist der Begriff der Neuen Medien für die digitalen Medien bzw. die verschiedenen Formen der Internet-Kommunikation gebräuchlich. Als Neue Medien werden heute demnach meist Medien bezeichnet, die auf Daten in digitaler Form zugreifen, also z.B. email, Internet, DVD, CD-ROM, iPod, SmartPhones etc.</p>
<p>Manchmal wird auch der Begriff Multimedia durch den der Neuen Medien ersetzt, da durch die Digitalisierung die Integration von allen möglichen Kommunikations- wegen wie Sprache und Text, Video und Audio, Telekommunikation, Unterhaltungs- elektronik und Computertechnik geschehen kann. Dieses Zusammenwachsen ist ebenso bezeichnend für die Angebote der neuen Informations- und Medienwelt wie für die kreativen Gebrauchsweisen und die neuen Disziplinen innerhalb der Kunst.</p>
<p>So beinhaltet die aktuelle Medienkunst ein so umfangreiches Spektrum ihrer Sparten, dass sich allein aus ihrer Katalogisierung und Erforschung ein eigener Studiengang ableiten ließe: Experimentalfilm, Expanded Cinema (beinhaltend Filminstallationen, Multiprojektion, Filmperformances), Videobänder, Videoinstallationen, Inter- aktive Closed Circuit Installationen (aktive Einbeziehung des Besuchers), Videoperformances, Computerkunst, Computergrafik, Computeranimation, CD-Rom, Internet- und Webkunst, Immersion und Virtual Reality, Machinimas, Sound Art, Multi- Media Installationen und -Perfomances, Netradio und Net-TV, Video-Clips und Live- Broadcast (MTV und Viva lassen grüßen), VJ-Raves bis hin zu Fon- und Faxart können alle zur Sparte der Medienkunst gezählt werden.</p>
<p><a title="Medienkompetenz Teil II" href="http://hypercommerce.de/medienkompetenz-teil-2/">Medienkompetenz Teil II – Was versteht man unter ‘Medienkompetenz’?</a></p>
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		<title>PISA extended &#8211; über die Notwendigkeit kultureller Kompetenz Teil IV: Kunst und Kultur</title>
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		<pubDate>Sun, 22 Mar 2009 22:04:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>P. Fischer-Piel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienkompetenz]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Karl-Josef Pazzini]]></category>
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		<description><![CDATA[Für Mieke Bal (Gründungsdirektorin der Amsterdam School for Cultural Analysis) gehört zur Kultur schlicht “das Exponierte”, mithin alles, was Menschen als sinnhaft darbieten. Eine weitreichende Definition, die “Alltags- oder Stadtkultur” wie Design oder das Graffiti einschließt und zugleich auf die klassische resp. museal anerkannte Kunst hinlenkt. In diesem Kulturbegriff gehört das Kulturelle nicht mehr zum [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Für Mieke Bal (Gründungsdirektorin der Amsterdam School for Cultural  Analysis) gehört zur Kultur schlicht “das Exponierte”, mithin alles, was  Menschen als sinnhaft darbieten. Eine weitreichende Definition, die  “Alltags- oder Stadtkultur” wie Design oder das Graffiti einschließt und  zugleich auf die klassische resp. museal anerkannte Kunst hinlenkt. In  diesem Kulturbegriff gehört das Kulturelle nicht mehr zum Objekt wie  etwa der Finger zu seinem Abdruck (André Bazin zur Ontologie des  fotografischen Bildes). Vielmehr entsteht Kultur in der Spannung  zwischen Macher , Werk und Betrachter: was passiert, wenn wir etwa  durchs Museum gehen, was geschieht, wenn wir lesen oder ein Bild  betrachten? Denn wie das Verstehen selbst als produktiver Akt das  Kunstwerk erst in uns hervorbringt, redet das Werk zu uns &#8211; wenn wir es  lassen &#8211; und beeinflusst unsere Sicht der Dinge. Kultur , das ist für  Mielke Bal genau dieses Geschehen (aus: Mieke Bal: Kulturanalyse,  Suhrkamp, Frankfurt a. M. 2002, Zusammenfassung aus Zeit 26/2003).<span id="more-343"></span></p>
<p>Das entspricht etwa dem aus der Semiotik bekannten Modell  “Sender-Werk-Empfänger” und  setzt voraus, dass beim Empfänger die Bereitschaft resp. Sensibilität  zur “kulturellen Annäherung resp. Auseinandersetzung” vorhanden ist.  Trotz der Bezugnahme auf die “Alltagskunst” ist bei Bal eine gewisse  Sympathie für die “hohe Kunst” (die Sinnhaftigkeit, das Lesen und  Betrachten, der Werkbegriff) nicht zu übersehen. Kultur &#8211; eine  individuelle Lebenstechnik also und damit ein Luxusgut?</p>
<p>Pazzini  grenzt den Begriff der Kultur vom “Luxus” ab und greift einen  Zusammenhang auf, der uns auch noch später begegnen wird: “Man könnte meinen, es gehe bei kultureller  Bildung um eine luxurierende Zutat. Dem ist nicht so. Kunst entsteht  nicht erst im Überfluss, sondern ist Luxus aus der Not heraus, um diese  Not zu wenden, bzw. Not nicht entstehen zu lassen”.  Konsequenterweise bezieht Pazzini den Kulturbegriff in diesem  Zusammenhang &#8211; wie schon eingangs angedeutet &#8211; eindeutig auf die Künste.  Das romantische Künstler(selbst)bild, aus der Not oder wenigstens aus  Notwendigkeit zu produzieren (Hölderlin im Turm etwa), das seine  Herkunft vom Geist der Romantik und des Bürgertums nicht verhehlen kann,  wird hier reaktiviert: “Unter  „kulturell“ sollen hier Prozesse verstanden werden, die sich in Werken  niederschlagen, die angeregt sind durch Prozesse und Werke aus den  unterschiedlichen Künsten: Musik, Bildende Kunst, Tanz, Theater ,  Literatur &#8230;”. &#8211; Wir finden also auch bei Pazzini das  Eingebettetsein der Kultur in die “hohe” Kunst. Wenn also in seiner  Expertise von “Kultureller Bildung” die Rede ist, so wäre dies demnach  als “Ästhetische Bildung” im Schillerschen Verständnis zu lesen.</p>
<p>Mit  einem so benutzten Kulturbegriff kehren wir wieder an den Ausgang jener  bürgerlich de- terminierten Epoche zurück, welche mit Kultur alle Wunden dieser Welt  glaubte heilen zu können. Seit dem 18. Jahrhundert ist die bürgerliche  Kultur mit einem umfassenden, universalen Anspruch aufgetreten. Ihre  Werte wie Leistung und Disziplin, Bildung und Benehmen, Höflichkeit und  Toleranz sollten den Maßstab für Glück und gelungenes Zusammenleben quer  durch die ganze Gesellschaft bilden. Die industrielle Arbeiterschaft  machte sich das bürgerliche Werte-, Verhaltens- und Kulturmodell seit  der Mitte des 19. Jahrhunderts als Leitbild zu Eigen und propagierte es  in ihrer eigenen Avantgarde, der sozialdemokratischen und  gewerkschaftlichen Arbeiterbewegung. Auf historisch beispiellose Weise  partizipierten untere Schichten an der Demokratie des 20. Jahrhunderts  und ließen dadurch die Vision einer universellen bürgerlichen  Gesellschaft greifbar nahe erscheinen.</p>
<p>Seit den 60er und 70er  Jahren ist das Leitbild der Verbürgerlichung in den unteren Schichten  immer stärker zerbröckelt. Nicht zuletzt deshalb, weil das bürgerliche  Kulturmodell in den bürgerlichen Schichten selbst an Überzeugungskraft  einbüßte. Zugleich löste sich die alte Klassengesellschaft auf, die eng  an die jeweilige Arbeit des Menschen gekoppelt war . Damit war auch die  Auflösung der kulturellen Identität verbunden. Thomas E. Schmidt setzt  im Kern bei dem romantisch-bürgerlichen Künstlerbild an, zieht aber eine  gänzlich andere Schlussfolgerung wie Pazzini, weil dieses Bild für die  heutige Zeit nicht mehr passt. Sein pessimistisches Fazit ist für  jedwelchen Ansatz zur Etablierung “Kultureller Bildung” partout nicht  geeignet: “Die Wahrheit ist: Kunst und Kultur sind zwei vollkommen  unterschiedliche Formen des Lebens. Kultur ist für sich auch wichtig,  aber sie ist weiß Gott nicht die Schiene, auf der die Kunst in die  Gesellschaft flutscht und mit ihr der vermisste Sinn des Ganzen.  Außerdem ist Kunst etwas, das nur selten vorkommt, viel seltener, als  die meisten  vermuten. Und sie macht das Leben auch nicht leichter für den, der sich  auf sie einlässt, sondern eher schwieriger. sie verkompliziert das  Dasein. Auf schmerzliche Weise konfrontiert sie mit den Gebresten (den  Nöten, der Verf.) des eigenen Ich. Sie sorgt nicht für soziale  Gleichheit und stiftet keine Gemeinschaften im Zeichen irgendeines  weltanschaulichen Konsenses.”</p>
<p>Genau das aber &#8211; soziale  Gleichheit, Gemeinschaft, weltanschaulicher Konsens und Toleranz &#8211; sind  die Ziele, die sich mit kultureller Bildung &#8211; gleichsam als Nebenprodukt  von Pisa &#8211; verbinden. Wie nun soll diese eingelöst werden, wenn Kunst  offensichtlich ein höchst subjektives, und dazu noch schmerzhaftes Tun  ist (sowohl für den Sender als auch den Empfänger)? Der ausschließliche  Bezug auf die Künste scheint hierbei wenig tauglich zu sein, und dennoch  schrauben sich die Ansprüche, die von der Kultur an die Kunst gerichtet  werden, immer höher: Kunst soll den Stress der modernen Gesellschaften  lindern, sie soll Sinn stiften, möglichst normative Eindeutigkeit  herstellen und zuletzt auch noch die Kinder zu Friedensengeln erziehen.</p>
<p>Pius  Knüsel gibt diesem Anspruch den letzten Rest und fordert zugleich die  Kenntnisnahme der Kultur von allen für Alle, im Ergebnis also die  Akzeptanz der “niedrigen” Künste, der vermeintlichen “Verdummung”:  Kulturbetriebe, öffentlich oder privat, müssten sich wie  Unterhaltungsbetriebe gebärden, brauchten Events und Skandale und  müssten sich nach dem Publikum strecken. Als Selbstverteidigung betreibe  das kulturelle Establishment eine noch schärfere Trennung von Kunst und  Unterhaltung, von Geist und Kommerz. Kulturpolitik, auf Breite  angelegt, verenge sich auf die Förderung der Künstler , auf Seinshilfe  für das Schwierige und Unverstandene. Der Innovation verschrieben,  schließe sie weite Bereiche von der Kunst aus, indem sie das in den 70er  Jahren so beklagte Gefälle zwischen hoher und niedriger Kunst bestärke.  Knüsel: “Sie intellektualisiert den Kunstgenuss, indem sie Kunst zu  einer von der Bildung abhängigen Verstehensleistung emporhebt und  Emotionalität als Anzeichen von Kitsch deutet; sie rehabilitiert die  Elite und verteufelt den Erfolg, sie negiert die Tradition als ordnende  Kraft und verachtet das Populäre&#8230;&#8230;.Die Entwicklung hat, und hier  liegt die eigentliche Tragik, zu einer fundamentalen Umdeutung des  Kunstbegriffs geführt: Kunst kann nur dort sein, wo auch Subvention ist.  Alles andere ist Kommerz, Folklorismus oder Entertainment”.</p>
<p>Auf  der einen Seite also sehen wir kulturelle Bildung im Klammergriff der  hohen Kunst und des kulturellen Establishments (das nicht mehr  ausschließlich aus dem ehemaligen Bildungsbürgertum besteht, sondern  vielmehr durch den neuen “Geldadel” aus Wirtschaft, Politik und  Showbusiness repräsentiert wird), auf der anderen Seite steht die  triviale Pop-, Design- und Kitschkultur , die mit kultureller Bildung  offensichtlich nicht das Geringste zu tun hat (aber mit der der moderne  Kulturrepräsentant häufig seine Brötchen verdient).</p>
<p>In enger  Beziehung zum subkulturellen Charakter dieser Trivialkultur steht das  PISA-Ergebnis, dass rund 1/4 der deutschen Schüler die  Basis-Kulturtechniken Lesen und Schreiben nicht beherrschen und nicht in  der Lage sind, eine Bewerbung selbst zu schreiben. Dass dieses Defizit  vor allem auch an sozialer Ungerechtigkeit liegt, wurde mit PISA  gezeigt, über die Herkunft dieses Viertels darf spekuliert werden, die  Richtung liegt jedoch nahe: unten. Womit wir wieder bei der Verbindung  zwischen Kultur und Not wären, und damit ein Erklärungsmuster für den  Siegeszug der Medien hätten.Tatsächlich stehen Kultur und Not in einem  engen Zusammenhang: Nach Adolf Muschg haben-Menschen höheren Aufwand  treiben gelernt, um sich gröberen vom Hals zu halten. Der Sammelbegriff  für diese Aktivität sei &#8216;Kultur’ , die sich nicht in bloßer Ökonomie  erschöpfe. Kultur in vollem Wortsinn gebe es nicht ohne Überfluss und  fange vielleicht erst da richtig an, wo dieser Überfluss nötig,  notwendig, lebenswichtig gefunden wird.</p>
<p>Der Bedeutungsverlust der  Arbeit (nicht nur in Form von Arbeitslosigkeit oder  Wochenstunden-Quantität, sondern in der verbreiteten gesellschaftlichen  Minderschätzung als Job) haben ebenfalls dazu beigetragen, dass  persönliche Identität und soziale Zugehörigkeit in wachsendem Maße  kulturell statt sozialökonomisch definiert werden. Deshalb ist die neue  Massenkultur zugleich zu einer Klassenkultur der neuen Unterschichten &#8211;  Sub-Kultur oder Sub-Proletariat genannt &#8211; geworden.</p>
<p>Das  Freizeitverhalten von Jugendlichen und jungen Erwachsenen war in den  letzten Jahren  tiefgreifenden Veränderungen ausgesetzt. Zentral ist dabei vor allem die  wachsende Bedeutung der Medien für die Gestaltung der Freizeit. Die  neuen Unterschichten werden fast ausschließlich von den Medien gespeist  und bedient. Ob Fast Food oder Pay-TV, Nike oder H&amp;M, Rapper 50 Cent  oder auch Sir Simon Rattle: alles ist Kultur , und mit Kultur lässt  sich alles verkaufen und verramschen.</p>
<p>In diesem Kontext stehen  auch die Segnungen der Markenmultis und des Designs, hier vor allem des  industriell gefertigten Designs, das eigentlich in der Lage sein sollte,  die Gegenstände des täglichen Gebrauchs kulturell zu “erhöhen” und  damit die Partizipation aller Bevölkerungsschichten an der Kultur zu  ermöglichen (wie z. B. noch das Bauhaus in den 20er Jahren). Nicht von  ungefähr ist heute alles Design, was in irgendeiner Weise gefertigt  wird, ob Hair-Design,  Schmuck- oder Fingernagel-Design, Grafik- oder  Foto-Design, Möbel- oder Mode-Design, vom Food-Design ganz zu schweigen.  Und ebenso wenig ist es Zufall, dass sich vor allem Jugendliche über  Marken definieren und artikulieren, ja ihre ganze Identität aus der  Markenkultur beziehen. Während die einen also eine neue “Leitkultur”  einfordern und ihre ästhetischen Gärten sorgsam pflegen (das ist die  eingangs erwähnte “Kulturseligkeit” des Establishments), reklamieren  andere gerade die Ausdehnung des Kulturbegriffs auf die Massen.</p>
<p>Dazu  schreibt Paul Nolte in der Leitkultur-Position: “Wir stehen vor einem  Neubeginn, einem  Paradigmenwechsel im politischen Umgang mit den Unterschichten. Wir sind  zu lange einem  Konzept gefolgt, das man als fürsorgliche Vernachlässigung bezeichnen  könnte. Einer vergleichsweise hohen materiellen Fürsorge der  Unterschicht steht eine Vernachlässigung in sozialer und kultureller  Hinsicht gegenüber. Das Ziel muss es wieder sein, Kulturen der Armut und  der Abhängigkeit, des Bildungsmangels und der Unselbstständigkeit nicht  sich selbst zu überlassen, sondern sich einzumischen, sie  herauszufordern und aufzubrechen. Es geht um Integration in die  Mehrheitsgesellschaft, aber auch &#8211; für viele ein heikleres Thema &#8211; um  die Vermittlung kultureller Standards und Leitbilder &#8230; Die  Bildungspolitik ist wahrscheinlich das wichtigste Feld, auf dem ein  gewisser Integrationszwang ausgeübt werden muss &#8211; siehe die Debatte um  deutsche Sprachkompetenz und rechtzeitige Sprachförderung”.</p>
<p>So  sei Literatur nicht nur Goethe, Mozart auf seine Weise auch Pop. Und  doch könnten wir der Frage nach der Bewertung und Rangordnung von Kultur  nicht ausweichen. Lesen sei tatsächlich besser als Fernsehen oder  Gameboy, und die Lektüre eines guten Romans oder Sachbuchs wiederum  besser als die von Trivialliteratur oder der allgegenwärtigen Ratgeber .  Besser habe dabei nichts mit Bildungsdünkel zu tun, sondern lasse sich  konkret übersetzen in: Kreativität fördernd, soziale Kompetenzen  stärkend, individuelle Chancen eröffnend”. Es überrascht nicht, wenn  Nolte am Ende feststellt: “Es ist kein Zufall, dass dieser kulturelle  Katalog eine bürgerliche Herkunft und auch weiterhin ein bürgerliches  Gepräge besitzt.” (Paul Nolte, Zeit 52/2003)</p>
<p>Gegen dieses  “bürgerliche Gepräge” der Kultur argumentiert Pius Knüsel, indem er  fordert,  dass kulturelle Intelligenz erst dann möglich wird, wenn der Großteil  der Bevölkerung von der Kultur eben nicht ausgeschlossen wird, wenn  begriffen wird, dass Kultur zum Großteil vor , und nicht hinter den  Museumstüren stattfindet: “In der Club-Music, am Computer , in den  Weblogs, den Online-Games, den Jugendhäusern und den Amateurtheatern und  Freizeitorchestern und  den TV-Serien manifestiert sich Kultur genauso wie im experimentellen  Video; ihre scheinbare Einfachheit behindert ihre Aussagekraft nicht, im  Gegenteil. &#8230;&#8230; Dabei ist klar , dass Computerspiele eine prägende  Kulturform der Gegenwart sind. Dass jeder dritte Jugendliche sich  intensiv damit beschäftigt. Und dass Games ganz wichtige  Projektionsflächen sind für Verhaltensmodelle. Dass sie die Wahrnehmung  prägen und ästhetische Muster liefern, die zunehmend unsern Alltag  prägen&#8230;&#8230;.. Also muss eine zukunftsorientierte Kulturpolitik sich  damit auseinander setzen. Sie muss sich nicht der Durchsetzung von  kulturellen Standards – die immer einem zufälligen Kanon entsprechen –  widmen, sondern der Hebung der Intelligenz”.</p>
<p>Zwischen der  Leitkultur einer bürgerlich kanonisierten Gesellschaft und den  subkulturellen Lebensformen einer zunehmend durch Massenmedien geprägten  Jugend liegen Welten. Dem Integrationsmodell durch Leitbilder wie  Leistung, Höflichkeit und Toleranz steht die Integration durch  intelligente Einbeziehung aller Spielarten &#8211; und damit aller Mitglieder  der Gesellschaft &#8211; entgegen. &#8211; Sicher ist, dass die bürgerlich geprägte  Mittel- und Oberschicht eine moralisch-soziale Verantwortung für  Randgruppen aufbringt, ja aufbringen muss. Wie aber schafft man es,  “Rappern” oder “Gamern”die Schönheit einer Klaviersonate von Schumann  beizubringen? In diesen offenbar unversöhnlichen Positionen spiegelt  sich das ganze Dilemma der skizzierten Kulturdiskussion wider: “Geiz ist  geil” lässt sich eben nicht mit den Wertmaßstäben einer bürgerlich  geprägten Kultur verschmelzen, das eine ist Ware, das andere Kunst. Mit  anderen Worten: es geht hier um den alten Kampf des Guten gegen das  Böse.</p>
<p>So einfach ist es indes nicht, denn der Übergang von der  traditionell-bürgerlichen zur modernen multikulturellen Gesellschaft  lässt zwar viel Raum für solchermaßen polarisierende Planspiele, hat  aber keinen Platz für die wichtigste Voraussetzung von Kultur , nämlich  die Identität. Übrig bleibt nur noch ein leerer Rahmen für kurze und  laute Identifizierungen, die so schnell wechseln wie die Marken in den  Medien.</p>
<p>In einem bemerkenswerten Essay zu Kafka und Moderne  schreibt Zafer Senocak: “In der modernen Welt denkt man nicht mehr , um  dazuzugehören, sondern um sich abzusondern. Gemeinschaft ist nur  möglich, wenn Denken ersetzt wird von einer Chiffrierung des Geistes, in  der das Formelhafte das Prozesshafte ablöst, nicht hinterfragbare  Symbole allgewaltig Macht ausüben und die innere Struktur des Ich von  außen nicht mehr erreichbar ist&#8230;.. Es ist der Grundzustand der  modernen menschlichen Seele, die in einem immer leistungsfähigeren  Kör-per ein Exilantendasein führt.” (TAZ vom 25.1.2004)</p>
<p>Denken  wir an die zu einem einzigen Werbeträger umfunktionierte moderne  Gesellschaft und die durch Marken identifizierte Jugend, wird die  kulturelle Bedeutung des Symbols &#8211; des Logos, des Markenzeichens &#8211;  offensichtlich. Lassen wir andererseits die schmerzhafte Erkenntnis zu,  dass sich die uns vertrauten Strukturen in allen Bereichen des Lebens in  Auflösung befinden, uns der historische Boden unter den Füßen  weggerissen und die Tradition kein Garant für Kultur und Bildung mehr  ist, entschwindet das Fundament für Identität. “Wenn die Sprache ihre  Deutungshoheit über die Zeichen verliert”, schreibt Zafer Senocak weiter  , “zieht sich die Überlieferung der Tradition auf Symbole zurück”. Die  einzige Funktion des Symbols ist die einer Markierung, indem es die  gesetzte, vorgeschriebene Identität markiert. Durch den Verlust der  Tradition und deren einstige Gesetze entstehen Angst und  Orientierungslosigkeit, die wiederum durch schnelllebige  Marken-Identifikationen und flüchtige Reize sublimiert werden. 1970  verkleideten sich Terroristen als Spießer , um nicht aufzufallen. Heute  werden Models als Terroristen verkleidet, um aufzufallen. Mittlerweile  ist auch die RAF zu einem Pop-Phänomen geworden. In dem Film “Baader”  erscheint Baader als cooler Dandy, posieren Models als Terroristen. Da  liegt dann der tote Schleyer im Kofferraum, daneben stehen zwei Models,  Andreas und Gudrun, und im Text heißt es: “Andreas trägt Sandalen von  Woolworth&#8230;..”</p>
<p>In der noch immer zunehmenden und kaum noch zu  entkommenden Überflutung durch Medien, Waren und Werbung gewinnen alte  Werte allerdings neue Bedeutung. Die Religion ist wieder ein ernst zu  nehmender Zufluchtsort, aber auch die Kunst, und damit einhergehend die  Tradition und Identität. So groß ist das Unbehagen an der Welt, dass der  Verfall der Moral, die Zerstörung der Welt durch die Globalisierung,  die Verschmutzung der Städte und des Geistes durch Werbung, die  Auswüchse der Wissenschaft, die Verblödung der Massen, kurz: die alles  umfassende Sinnentleerung anscheinend nur noch durch eine Rhetorik des  Hochheiligen oder des Letztgültigen im Zaum gehalten werden kann.</p>
<p>Ob  Pabst-krankheit, Pabst-tod, Pabst-wahl, Pabst-krönung, Pabst-andachten  bei kirchlichen Massenveranstaltungen, oder die langen Schlangen vor den  Museumstüren bei den großen  Werken der Kunst: hier bahnt sich ein Paradigmenwechsel an, eine neue  Sinnsuche. Inmitten dieses gleitenden Übergangs markiert die Kunst eine  Grenze. Sie ist weltlich, aber es umgibt sie mehr denn je eine Aura die  Gegenwart überschreitender, transzendenter Wahrheit. Noch immer bildet  sie den geistigen Mittelpunkt des geltenden Kulturbegriffs: Ars longa,  vita brevis, die Kunst währt lange, das Leben kurz.</p>
<p>Die Realität  zeitgenössischer Kunst aber heißt nicht “große Kunst”, sondern Anpassung  an den großen, satt machenden Kulturbetrieb. Milliarden fließen  jährlich in ihn hinein &#8211; und für viele wieder heraus. Für seine  Protagonisten lautet die Devise daher, dem Publikum gefallen statt es  aufzuklären, die Schönheit inszenieren statt politischer Information,  Service und Kundenfreundlichkeit statt Reflexion. Nie zuvor hatten so  viele Menschen Gelegenheit, Kunst wahrzunehmen und Kunst zu erleben; auf  der Produktionsseite als Künstler zu leben mit der einzigartigen  Chance, über die Medien ein tausendfaches Publikum zu erreichen.</p>
<p>Die  Kunst ist zweckfrei, ihre Freiheit durch das Grundgesetz geschützt.  Theoretisch müssten  wir in einem goldenen Zeitalter leben, aber der überwiegende Anteil an  der zeitgenössischen  Kunst ist nichts anderes als &#8211; Kunstgewerbe oder schlichtweg Schrott. Es  wird hergestellt und produziert, was das Zeug hält &#8211; um den Markt der  Bücher, Kunsthandlungen und Galerien zu bedienen, oder auch nur, um den  Kulturbetrieb in seiner jetzigen Form am Leben zu erhalten. Ganz nach  dem Motto: Kultur ist affirmativ, die Kunst provokativ. Künstlerische  Provokationen und ästhetische Kontroversen sind daher nötig, aber bloß,  um die Diskussion in Schwung zu halten.  “Das Traurigste ist” sagt Franziska Augstein, Tochter des  Spiegel-Gründers, “dass man keinen Ärger mehr riskieren will.”</p>
<blockquote><p>Jörn  Vanhöfen, Leiter und Dozent der Schule “Fotografie am Schiffbauerdamm”  in Berlin, bemerkt hierzu speziell für den Bereich der Fotografie: “Neben den  äußerlichen Merkmalen hat  sich die inhaltliche Bedürfnislage der Fotografen verändert. Waren in  den 80er Jahren wesentliche Merkmale der fotografischen  Hochschulausbildung auf Autorenschaft sowie soziale und  gesellschaftliche Verortung gelegt, vertraut man heute fast  ausschließlich den eigenen gestalterischen und ästhetischen  Möglichkeiten im Sinne der Anpassung an Moden und Märkte” (Photo-News  12/2005).</p></blockquote>
<p>Darin scheint die kulturelle Funktion des Ästhetischen  zu liegen: Solange Kultur funktioniert als öffentlich sichtbare  Bestätigung, dass überhaupt noch irgendein Sinn produziert wird, dass  die Gesellschaft munter weiter plaudert und kein Blut fließt, sind auch  Politik und Wirtschaft beruhigt: So schlimm kann’s doch gar nicht sein. &#8211;  Kulturelle Kompetenz freilich wird dadurch nicht erzeugt!</p>
<blockquote><p>“Wir stehen an einem Wendepunkt”,  fasst Pius Knüsel zusammen. “Unsere  Kulturpolitik erreicht weite Teile der Gesellschaft nicht. Das gewaltig gewachsene  Angebot hat aber auch den Status des Kunstwerks wie seines Erschaffers  verändert. Letzterer ist nicht mehr der Empfänger heiliger Inspiration  mit direktem Draht zu Gott und zum Konto seines Mäzens. Er ist,  gefördert oder nicht, Anbieter eines Produkts. Genauso die  Institutionen. Alle stehen in Konkurrenz zu allen. Daraus erwächst eine  Vielfalt von Konzepten und Ansätzen, in der die Maßstäbe sich auflösen.  Alles, fast alles kann heute Kunst sein, je nach Standpunkt des  Betrachters.”</p></blockquote>
<p>Das verwirrt in der Tat!</p>
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