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	<title>Medienkompetenz im Netz &#187; Medienkompetenz</title>
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	<description>Blog für Medienkompetenz, Kommunikation und Medienkritik</description>
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		<title>Bald mehr Sicherheit für Kinder im Internet?</title>
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		<pubDate>Tue, 03 Jan 2012 21:45:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Z. LJepojevic</dc:creator>
				<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<description><![CDATA[Kriminelle Machenschaften im Internet sind an der Tagesordnung und Kinder sind nur allzu oft die unschuldigen Opfer. Ob Cybermobbing oder üble Formen der sexuellen Belästigung, es drohen wirklich echte Gefahren für die Jüngsten der Gesellschaft. Bundesfamilienministerin Schröder hat nun vor, &#8230; <a href="http://medienkompetenz-blog.de/bald-mehr-sicherheit-fur-kinder-im-internet/">Weiterlesen...</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_974" class="wp-caption alignleft" style="width: 434px"><a href="http://medienkompetenz-blog.de/wp-content/uploads/2012/01/Notruf-Button-fuer-Kinder.jpg?9d7bd4"><img class="size-full wp-image-974" title="Notfall rote Taste" src="http://medienkompetenz-blog.de/wp-content/uploads/2012/01/Notruf-Button-fuer-Kinder.jpg?9d7bd4" alt="Notrufbutton" width="424" height="283" /></a><p class="wp-caption-text">Notrufbutton für Kinder in Netz</p></div>
<p>Kriminelle Machenschaften im Internet sind an der Tagesordnung und Kinder sind nur allzu oft die unschuldigen Opfer. Ob Cybermobbing oder üble Formen der sexuellen Belästigung, es drohen wirklich echte Gefahren für die Jüngsten der Gesellschaft. Bundesfamilienministerin Schröder hat nun vor, aus diesem Grund ein Internet-Kinderschutzzentrum einzurichten. Und die erste und wohl auch wichtigste Aufgabe dieser Einrichtung soll die Entwicklung des „Notrufbuttons“ für Kinder sein.<span id="more-973"></span></p>
<blockquote><p>&#8220;Eine Kinder- und Jugendnetzpolitik heißt konkret mit dem Netz zu arbeiten statt abstrakt dagegen anzukämpfen. Drei Dinge gehören dabei untrennbar zusammen: Medienkompetenz, Elternverantwortung und Schutz vor Gefahren im Netz. Das Ziel ist, Kinder und Jugendliche für den Umgang mit dem Netz stark zu machen. Klar ist aber auch: Cybermobbing, Grooming oder die Verbreitung von Missbrauchsdarstellungen im Netz müssen konsequent verfolgt werden. Deshalb werde ich ein Internet-Kinderschutzzentrum einrichten, um den Opfern per Mausklick die Hilfe zukommen zu lassen, die sie brauchen&#8221;, so die Ministerin in einer Pressemitteilung.</p></blockquote>
<h3>Und was macht der Button?</h3>
<p>Der Gedanke ist eigentlich recht simpel: Wenn Kinder oder Jugendliche beim Surfen auf Webinhalte treffen, durch die sie sich bedroht fühlen, sollen sie auf einen Notrufbutton drücken können. Das ist jedenfalls das Ziel der Bundesfamilienministerin Schröder, die unter anderem mit dieser Maßnahme die Kinder für den richtigen Umgang mit dem Internet fit machen will. Die Idee mit dem Notrufbutton und der ganze Plan für ein Internet-Kinderschutzzentrum sind nicht spontan entstanden, eine Arbeitsgruppe aus Politikern und Internetexperten hat seit November 2010 für diese Vorhaben gezielt Handlungsvorschläge ausgearbeitet. Aus diesen Vorschlägen entstammt letztlich auch der Notrufbutton, der direkt mit dem Internet-Kinderschutzzentrum verbunden sein soll. Ein Auslösen des Buttons würde also direkt im Zentrum ankommen. Auf diese Weise soll es dann möglich werden, gegen Gefährdungen mit Netz vorzugehen. Für eine effektive Arbeitsweise soll zu diesem Zweck das Familienministerium eng mit der Internetwirtschaft und Initiativen zum Schutz gegen Gefahren aus dem Netz zusammenarbeiten.</p>
<h3>Die Idee stammt aus Großbritannien</h3>
<p>Der besagte Notrufbutton ist in Großbritannien bereits erfolgreich erprobt. Und er spielt insbesondere bei den großen sozialen Netzwerken eine wichtige Rolle. So habe sich beispielsweise jemand via Notrufbutton beschwert, dass bei einem großen sozialen Netzwerk für Studenten verschiedene Menschen als „Top“ oder „Flop“ bewertet werden konnten. Entsprechende Gespräche mit dem an den Notrufbutton angeschlossenen Netzwerk bewirkten letztlich, dass diese Bewertung verschwand. In schlimmeren Fällen könnte auf diese Weise auch eine Strafverfolgung eingeleitet werden.</p>
<p>Aber nicht nur sicherer soll es für Kinder werden, sie sollen auch etwas zu sagen haben. Neben der neuen Notrufoption soll es Möglichkeiten im Rahmen der ePartizipation geben, über die sich Kinder und Jugendliche an Entscheidungen beteiligen können.</p>
<p>Eltern sollten zudem über die Möglichkeiten von Jugendschutzmaßnahmen genau informiert werden (Rund 95 Prozent aller Eltern halten Schutzprogramme für Kinder im Internet für sinnvoll). Eltern sollen in Zukunft genauer darüber informiert werden, was sie selbst für die Sicherheit tun können und wie sie bei Bedrohungen aus dem Netz reagieren können.</p>
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		<title>Mediale Entgleisungen, geistige Armut und der Tod</title>
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		<pubDate>Tue, 25 Jan 2011 09:18:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Z. LJepojevic</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienkompetenz]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Mediengestaltung]]></category>
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		<description><![CDATA[Darf man ein Bild von einem Toten auf der Titelseite abdrucken? Die Frage aller Fragen der vergangenen Woche. Die Diskussionen über die taz Titelseite vom 11.01. zeigen einmal mehr das Dilemma des journalistischen Umgangs mit Gewalt und Tod. So empört &#8230; <a href="http://medienkompetenz-blog.de/mediale-entgleisungen-geistige-armut-tod/">Weiterlesen...</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Darf man ein Bild von einem Toten auf der Titelseite abdrucken? Die Frage aller Fragen der vergangenen Woche. Die <a class="fadeout" href="http://blogs.taz.de/hausblog/2011/01/15/mit-bildern-effekte-erzielen/">Diskussionen über die taz Titelseite vom 11.01.</a> zeigen einmal mehr das Dilemma des journalistischen Umgangs mit Gewalt und Tod. So empört es sich mancher Vertreter der Generation „ist mir Egal solange es mich persönlich nicht trifft“ über solche „unnötigen Entgleisungen“. Ein anderer Angehöriger der Species „Globalisierung hört aber bei meinem Wohlbefinden auf“ will gleich der taz unterstellen sie vernachlässige die Informationspflichten und manipuliert dadurch die Leserschaft, u.s.w.</p>
<p>Hauptsächlich geht es um die Frage darf eine Zeitung bzw. ein Medium das sich investigativen Journalismus auf die Fahne geschrieben hat, das mediale Potenzial solcher Bilder nutzen um ein Effekt gezielt zu erzeugen. Gibt es die Grenzen dabei? &#8211; fragt die Redaktion und ruft ihre Leser auf ihrer Meinung kund zu tun.<span id="more-771"></span></p>
<div id="attachment_775" class="wp-caption aligncenter" style="width: 680px"><a href="http://medienkompetenz-blog.de/wp-content/uploads/2011/01/taz-titelbild-11-01-2011.jpg?9d7bd4"><img class="size-full wp-image-775  " title="taz-titelbild-11-01-2011" src="http://medienkompetenz-blog.de/wp-content/uploads/2011/01/taz-titelbild-11-01-2011.jpg?9d7bd4" alt="Titelbild der taz vom 11.01.2011 - Gestaltung als Postkarte" width="670" height="450" /></a><p class="wp-caption-text">Stein des Anstoßes ~ taz  Titelbild vom 11. Januar 2011 Quelle: taz</p></div>
<p>Von den Ausgüssen kleinbürgerlicher Überheblichkeit („wir sollten an die Kinder denken, solche Bilder können ein Unwohlsein auslösen“) und maßloser Arroganz („hat sich schon jemand über die Würde des Toten Gedanken gemacht?“) mal abgesehen, brachte die darauf entbrannte Diskussion auch einige recht interessante Meinungen und eine Menge guter Argumente pro und contra.</p>
<p>Ob ich eine Meinung dazu habe? Sicher, darum geht es mir im Augenblick aber gar nicht. Woran ich gerade denke ist: Wie war sein Name? Dieser verstörend blutige und unpassend tote Junge, dessen Anblick auf der taz Titelseite eine gewisse Frauke mit der Abbildung von Halbnackten Frauen in den Tageszeitungen vergleicht, weil beides, ah Gott, so menschenunwürdig ist.</p>
<p><strong>Wie war sein Name?</strong></p>
<p>Die modernen Kommunikationswege lassen die Menschheit enger zusammenrücken. Zumindest in diesem Teil der menschlichen Population die ein Gehirn vorweisen kann wächst das Bewusstsein das die Globalisierung nicht nur Vorteile beim Discounter sondern auch die Verantwortung für einander mit sich bringt.</p>
<p>Wie manche Leute schon richtig bemerkt haben, so ein Foto ist einfach nur eine Information, nicht mehr und nicht weniger. Ein Beleg für die Geschichte. Sollten wir nicht endlich akzeptieren das der sogenannte Wahrheitsgehalt einer Information nicht nur Zahlen und Fakten beinhaltet, sondern auch Blut, Elend, Gestank? Sorry, Vorstadtidylle – dieses Gefühl das sie sich gleich übergeben müssen – der ist echt.</p>
<p>P.S. Ein sehr guter Artikel zum Thema ist hier: <a class="fadeout" href="http://fotografiona.wordpress.com/2011/01/21/mit-bildern-affekte-erzielen/">http://fotografiona.wordpress.com/2011/01/21/mit-bildern-affekte-erzielen/</a> zu finden.</p>
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		<title>Starke Bilder = starke Message</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Jul 2010 14:24:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Z. LJepojevic</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienkompetenz]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Mediengestaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Multimedia]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Agentur Young &#38; Rubicam aus Frankfurt setzt mit einem neuen Charity-TV-Spot für den Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe (bff) ein starkes Zeichen im Kampf gegen häusliche Gewalt. [Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.Klicke zum Blogeintrag um das Video &#8230; <a href="http://medienkompetenz-blog.de/starke-bilder-starke-message/">Weiterlesen...</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Agentur Young &amp; Rubicam aus Frankfurt setzt mit einem neuen Charity-TV-Spot für den Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe (<a class="fadeout" title="Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe" href="http://www.frauen-gegen-gewalt.de">bff</a>) ein starkes Zeichen im Kampf gegen häusliche Gewalt.<span id="more-484"></span></p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://medienkompetenz-blog.de/starke-bilder-starke-message/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
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		<title>Deutsch – Politik, Politik – Deutsch</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Jun 2010 15:08:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Z. LJepojevic</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienkompetenz]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkritik]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Pressemitteilung]]></category>

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		<description><![CDATA[Viel zu selten bietet uns die Politik Grund, optimistisch zu sein. Daher muss sie viel zu oft und viel zu heftig die Kunst des geschriebenen Wortes bemühen. Ein aktuelles Beispiel: Die Pressemitteilung des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) zum Thema Neuordnung &#8230; <a href="http://medienkompetenz-blog.de/deutsch-politik-politik-deutsch/">Weiterlesen...</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_449" class="wp-caption alignleft" style="width: 433px"><a href="http://medienkompetenz-blog.de/wp-content/uploads/2010/06/teuere_medikamente.jpg?9d7bd4"><img class="size-full wp-image-449" title="Medikamente Krankheit ist teuer © Daniel Fuhr" src="http://medienkompetenz-blog.de/wp-content/uploads/2010/06/teuere_medikamente.jpg?9d7bd4" alt="Wer Medikamente braucht soll zahlen" width="423" height="283" /></a><p class="wp-caption-text">Wer Medikamente braucht soll zahlen</p></div>
<p>Viel zu selten bietet uns die Politik Grund, optimistisch zu sein. Daher muss sie viel zu oft und viel zu heftig die Kunst des geschriebenen Wortes bemühen. Ein aktuelles Beispiel: Die Pressemitteilung des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) zum Thema Neuordnung des Arzneimittelmarktes. Man hat wieder mal sämtliche Register gezogen, um eine weitere Stufe in der Demontage des Gesundheitssystems als Sieg in einer glorreichen Schlacht zum Wohle des Volkes zu beschreiben. Ich muss zugeben, manchmal bin ich neidisch auf die Leute, die sowas derart gut können. Gut schreiben, meine ich! Nicht das Gesundheitssystem kaputt machen, wo denken Sie hin?<span id="more-440"></span></p>
<blockquote><p>Bundesregierung beschließt Neuordnung des Arzneimittelmarktes &#8211; mehr Wettbewerb und mehr Transparenz für Versicherte</p></blockquote>
<p><strong>Übersetzung:</strong> Sicher ist sicher – wir bitten Versicherte zur Kasse</p>
<blockquote><p>Der Entwurf von Bundesgesundheitsminister Dr. Philipp Rösler sieht Deregulierungen vor und neue, nachhaltige, langfristig wirksame Strukurveränderungen* im gesamten Arzneimittelmarkt. Dazu sagt Bundesgesundheitsminister Dr. Philipp Rösler: „Mit dem Gesetzentwurf haben wir grundlegende strukturelle Änderungen im Arzneimittelmarkt auf den Weg gebracht und gleichzeitig die schwierige Balance zwischen Innovation und Bezahlbarkeit geschafft.“</p></blockquote>
<p><strong>Übersetzung:</strong> Wir verschieben den ganzen Schrott auf später. *In dem Wort „Strukturveränderungen“ lassen wir ein oder zwei Buchstaben weg, damit keiner später sagen kann, wir haben die Strukturen unverändert gelassen. Der Minister ist froh, dass er die arme, durch die teure Forschung gebeutelte,  Pharmaindustrie nicht in die Pflicht nehmen muss.</p>
<blockquote><p>Die pharmazeutische Industrie muss künftig den Nutzen für alle neuen Arzneimittel nachweisen und den Erstattungspreis mit der gesetzlichen Krankenversicherung vereinbaren. Wir entlasten Ärzte von bürokratischen Regelungen, wir schaffen Transparenz für die Versicherten und wir sorgen für einen fairen Wettbewerb.</p></blockquote>
<p><strong>Übersetzung:</strong> Wenn die Industrie mit den Kassen jeweils Preise vereinbart, dann könnten die ja auch ansteigen. Der Beitragssatz ist ja erst bei 15-16%. Bis zu 100% ist ja noch reichlich Luft.</p>
<blockquote><p>… wird der unübersichtliche Arzneimittelmarkt in der gesetzlichen Krankenversicherung dereguliert. Die bürokratische Bonus-Malus-Regelung und die Zweitmeinungsregelung werden aufgehoben. Die Wirtschaftlichkeitsprüfungen werden verschlankt. Damit werden Ärzte in ihrer täglichen Arbeit entlastet. Therapiehinweise und Verordnungsausschlüsse werden klarer geregelt.</p></blockquote>
<p><strong>Übersetzung:</strong> Wer auf die Idee kommt das ganze nachzurechnen, denn treten wir in den Arsch. Wir gehen noch einmal mit dem Rotstift durch den Leistungskatalog.</p>
<blockquote><p>Rabattverträge für patentfreie und wirkstoffgleiche Arzneimittel (Generika) werden wettbewerblicher und patientenfreundlicher gestaltet. Patienten erhalten wieder mehr Wahlfreiheit im Rahmen des Aut-idem-Austausches und dürfen ihr gewohntes Arzneimittel behalten, wenn sie dafür zunächst in Vorleistung gehen. Sie können so auch nicht rabattierte Arzneimittel auswählen. Das fördert die Zufriedenheit und damit auch die Compliance. Darüber hinaus werden verschiedene Einzelinstrumente auf den Prüfstand gestellt.</p></blockquote>
<p><strong>Übersetzung:</strong> Versicherte zur Kasse! Wer Medikamente braucht, soll blechen. Wir werden alles nur Erdenkliche tun, um die Leute von der Tatsache abzulenken, dass nicht die Ausgaben, sondern die Einnahmen das Problem sind. Dieser Querulant Seehofer! Welcher Teufel hat ihn geritten, damals über die GKV- Pflicht zu quatschen. Am besten wäre, wir lassen uns so ein Wort einfallen  , das diesen ganzen Schrott unverwechselbar mit der FDP in Verbindung bringt. Tja, wir kennen aber nicht viele Wörter, außer „Steuer“ und „Wettbewerb“. Warte, das ist es: Wettbewerb, aber stärker, konsequenter, ja, ja, JAAAAAAAA! FDP + Wettbewerb = Wettbewerblicher! Ja, geil. So machen wir es.</p>
<blockquote><p>Der Großhandel erhält zukünftig eine leistungsgerechte Vergütung auf der Basis eines preisunabhängigen Fixzuschlags und eines prozentualen Zuschlags. Das Arzneimittelgesetz wird geändert und mehr Transparenz für die Bürger geschaffen. Pharmazeutische Unternehmer werden verpflichtet, Berichte über alle Ergebnisse konfirmatorischer, klinischer Prüfungen zu veröffentlichen. Für langfristig mehr Transparenz und mehr Information der Bürger sorgt auch die feste Etablierung der unabhängigen Patientenberatung. Sie unterstützt nachhaltig die Patientinnen und Patienten bei der Wahrnehmung ihrer Interessen. Regelungen, die die Ausübung des Versandhandels durch sogenannte Pick-up-Stellen untersagen, konnten aus verfassungsrechtlichen Gründen nicht aufgenommen werden.</p></blockquote>
<p><strong>Übersetzung:</strong> Schmeißt hinterher noch ein paar markige  Sprüche, so wie: „Bürger sind gut, Pharmaindustrie ist böse.“ Dann war‘s das schon.</p>
<blockquote><p><strong>Anmerkung des Autors:</strong> Angesichts schwieriger konjunktureller Rahmenbedingungen sowie ansteigender Polarisationstendenzen in bestimmten Bevölkerungsschichten verursacht durch die Veränderungen in den Übersetzungen glaube ich, eine gelungene Mischung aus dem politischen Wahrheitsgehalt und subjektiv herbeigeführten Eindruck geschaffen zu haben. Es bleibt abzuwarten, in wie weit die unvorhergesehenen Faktoren Einfluss auf die weiteren Kommentare nehmen können und die angestrebte Handlungsfreiheit beeinträchtigt werden kann.</p></blockquote>
<p><strong>Übersetzung:</strong> Übersetzungen müssen nicht richtig sein. Ich wollte nur ein wenig Dampf ablassen. Falls etwas schief läuft, habe ich immer ein Hintertürchen offen.</p>
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		<title>Kommunikation im Medienzeitalter – Unbegrenzt, unverbindlich – unmenschlich?</title>
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		<pubDate>Sat, 22 May 2010 08:41:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>K. Nordt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienkompetenz]]></category>
		<category><![CDATA[facebook]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
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		<description><![CDATA[Kommunizieren wo, wann und mit wem man will. Technisch gibt es heute kaum noch Grenzen. Das Handy ist längst zum multimedialen Kommunikationsapparat avanciert und stellt uns auch dann die lebenswichtige Leitung zum World Wide Web her, wenn Computer oder Laptop &#8230; <a href="http://medienkompetenz-blog.de/kommunikation-im-medienzeitalter/">Weiterlesen...</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_387" class="wp-caption alignleft" style="width: 370px"><a href="http://medienkompetenz-blog.de/wp-content/uploads/2010/05/Kommunikation.jpg?9d7bd4"><img class="size-full wp-image-387 " title="Kommunikation in Medienzeitalter - © Franz Pfluegl - Fotolia.com" src="http://medienkompetenz-blog.de/wp-content/uploads/2010/05/Kommunikation.jpg?9d7bd4" alt="Kommunikation in Medienzeitalter | © Franz Pfluegl - Fotolia.com" width="360" height="274" /></a><p class="wp-caption-text">Kommunizieren bis der Arzt kommt</p></div>
<p>Kommunizieren wo, wann und mit wem man will. Technisch gibt es heute kaum noch Grenzen. Das Handy ist längst zum multimedialen Kommunikationsapparat avanciert und stellt uns auch dann die lebenswichtige Leitung zum World Wide Web her, wenn Computer oder Laptop in weiter Ferne liegen. Um sich mit Freunden auszutauschen oder Nachrichten zu senden, wird der heiße Draht der Social Networks, wie Facebook oder StudiVZ, aktiviert. So weiß jeder Freund zu jeder Zeit und an jedem Ort, was mich gerade beschäftigt.</p>
<p>Einfach in Facebook einloggen, Nachrichten lesen, antworten oder Neues berichten. Simpel und unverbindlich gestaltet sich die Kommunikation im heutigen Medienzeitalter. Eine Untersuchung vom Institut für Demoskopie Allensbach stellt fest, dass sich durch die Technik das Kommunikationsverhalten verändert. Die Allensbacher Computer- und Technik-Analyse (ACTA) 2009 zeigt, dass die technikgestützte Kommunikation einen immer größeren und wichtigeren Teil des persönlichen Austausches einnimmt. Außerdem steigt durch die neuen Technologien die Häufigkeit an Kontakten, wobei sich deren Länge allerdings verkürzt.<span id="more-384"></span></p>
<p>Die Frage, die sich in diesem Zusammenhang stellt, ist, welche Qualität diese „Kurz“-Kommunikation besitzt. Steht bei Facebook oder Twitter die Verständigung, das grundlegende Merkmal von Kommunikation, noch im Mittelpunkt? Oder beschränkt sich der elektronische Gedankenaustausch lediglich auf die Verbreitung von Informationen im Sinne von persönlicher Berichterstattung?</p>
<p>Die Studie des Instituts Allensbach fand ferner heraus, dass vor allem junge Leute häufig chatten. Besonders deutlich sticht im Vergleich der Jahre 2008 und 2009 die zunehmende Bedeutung der sozialen Netzwerke heraus. Der Gebrauch des Internets für diese Dienste stieg in der Bevölkerung (14 bis 64 Jahre) der Bundesrepublik in jenem Zeitraum um 51 Prozent.</p>
<p>Allgemein zeigt sich somit ein Trend hin zur vermehrten Kommunikation auf elektronischem Weg. Bei der Betrachtung des Nutzens dieses Austausches am Beispiel von Statusmeldungen auf Facebook oder einer Nachricht auf Twitter, stellt sich die Frage, ob diese Art der Kommunikation einen Dialog eröffnen kann oder ob sie nicht lediglich der individuellen Selbstdarstellung dient.</p>
<p>Der Austausch mittels persönlicher Nachrichten, E-Mails und Chats können hingegen eher zur Verständigung führen. Allerdings besitzen sie ebenfalls eine Einschränkung, die auf die gesamte schriftliche Kommunikation zutrifft. Menschliche Attribute, wie Gestik oder Mimik, treten in den Hintergrund. Mittels Smileys wird zwar versucht Akzente zu setzen, um seiner Aussage die richtige Tonfärbung zu verleihen. Ein Teil des Gesprächs, genau genommen der Interpretationshintergrund der Aussage, geht durch die auf Text begrenzte Kommunikation stückweise jedoch verloren. Der Trend zur Kürze der Kontakte sollte hierbei kaum Platz für Erklärungen einräumen.</p>
<p>Insgesamt betrachtet erfährt die Kommunikation im Medienzeitalter somit eine Standardisierung durch Technologisierung und Trends wie soziale Netzwerke. Da der Kommunikation der menschliche Ausdruck genommen wird, sollte sich die persönliche Verständigung auf Dauer schwieriger gestalten, wenn sich das Kommunikationsverhalten weiter in diese Richtung entwickelt.</p>
<p>Abzuwarten bleibt, ob die Vorteile der flexiblen, allgemeinen und „entmenschlichten“ Kommunikation auch zukünftig überwiegen werden und ob letztere die direkte persönliche Verständigung und das soziale Verhalten der kommenden Generationen beeinflussen wird.</p>
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		<title>Medienkompetenz Teil VI &#8211; künstlerisch intendierte Medienprojekte</title>
		<link>http://medienkompetenz-blog.de/medienkompetenz-teil-6/</link>
		<comments>http://medienkompetenz-blog.de/medienkompetenz-teil-6/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 08 Jun 2009 07:06:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>P. Fischer-Piel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienkompetenz]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
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		<description><![CDATA[Mit der Beherrschung der digitalen Werkzeuge und dem Wissen um die gesellschaftliche Funktion von Kommunikation verfügen wir über ein komplexes Instrumentarium des digitalen Gestaltens. Es ist deshalb notwendig, die Erfahrungen und das Wissen der einzelnen digitalen Disziplinen zusammenzufassen. Wenn Medienkompetenz &#8230; <a href="http://medienkompetenz-blog.de/medienkompetenz-teil-6/">Weiterlesen...</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit der Beherrschung der digitalen Werkzeuge und dem Wissen um die  gesellschaftliche Funktion von Kommunikation verfügen wir über ein  komplexes Instrumentarium des digitalen Gestaltens. Es ist deshalb  notwendig, die Erfahrungen und  das Wissen der einzelnen digitalen Disziplinen zusammenzufassen. Wenn  Medienkompetenz über die rein funktionale Anwendung von digitalen  Werkzeugen und  ihre ausschließlich kommerziell ausgerichtete Verwendung hinaus gehen  soll, müssen Arbeitsprozesse &#8211; interdisziplinär &#8211; in Kunst und  Wissenschaft initiiert und künstlerisch orientierte Strategien  werden.<span id="more-97"></span></p>
<p>MediaLab: Konzept<br />
Das  Medialab ist ein Ort der experimentellen medialen Gestaltung für die  Fachbereiche Design und visuelle Kommunikation, gewissermaßen die  Schnittstelle zwischen  Wissenschaft und Kunst. Als  Werkstatt für den Entwurf virtueller Welten  und raumbezogener Installationen untersucht es die Darstellung und  Gestaltung von der Fläche in die Tiefe des virtuellen Raumes und &#8211; damit  verbunden &#8211; die veränderte  Wahrnehmung und Entwicklung neuer Sprachen und Anwendungen für den  medialen Raum. Die Gegenüberstellung real &#8211; virtuell führt zu neuen  Wahrnehmungsformen und neuen sinnlichen Erfahrungen. Analoge und  digitale Arbeitsmethoden  werden experimentell vergleichend herausgearbeitet. Schlüsselwörter sind  Interface,  Interaktion, Immersion und Imagination.</p>
<p>MediaLab: Ziele<br />
Das MediaLab verbindet einzelne  digitale Disziplinen wie Text, EBV und Lay-Out, 2D  und 3D Grafik, Sound und Video, sowie CAD und Programmiersprachen zu  einem  digitalen (Gesamtkunst)Werk, das durch seine Präsentation im realen   resp. medialen  Raum eine neue Darstellungsqualität erreicht. Sein Ansatz ist,  künstlerische Strategien für die Entwicklung von Medientechnologien und  umgekehrt medientechnologische Forschung für die Kunst und ihre  angewandten Bereiche produktiv zu machen.  Das MediaLab soll darüber hinaus zur Diskussion und Weiterentwicklung  der Medienlehre, der Medienkunst und des Informations-Design beitragen.</p>
<p>Durch  die enge Verknüpfung zur Medientheorie entstehen dabei – sozusagen als  Nebenprodukt &#8211; explorative Wissensräume.</p>
<p>MediaLab: Anwendungen<br />
Die Projekte  und Produkte des MediaLab befassen sich mit Interaktivität, Interface- design, Kommunikationsdesign sowie der Entwicklung von Strategien zur  Verbindung von realem und virtuellem Raum (Mixed Reality). Daraus  ergeben sich im wesentlichen 4 große Anwendungsfelder:</p>
<p>1. Interface-Design<br />
Das Interface  ist der Schlüssel zum medialen Werk. Das Spektrum des Interface  reicht von der 2D-Benutzer-Oberfläche zum interaktiven Display für  3D-Modelle.  Dazu gehören ebenso Designstudien zur Ergonomie von Sicht- und  Navigationssystemen wie Medienarchitekturen.  Mögliche Projekte und Präsentation: Alle innovativen  2D-Benutzer-Oberflächen, die  auch einen Bezug zum realen Raum herstellen (z.B. über Beamer, Sound).  Als sinnliche „Verlängerung“ kann das Interface-Design zusätzlich (oder  explizit) auch auf  traditionelle Weise als Ausstellungsdesign oder im öffentlichen Raum  (Cultural Jamming) präsentiert werden.</p>
<p>2. Interaktions-Design<br />
Interaktions-Design meint das  Denken in szenischen Bildern. Was geschieht, wenn  &#8230; ? Entwurf von Interfaces, Szenarien und Interaktionen, ein Drehbuch  sozusagen.  Interaktions-Design ist Design für Handlungs- und Funktionsabläufe, die  Aktionen  hervorrufen. Interface und Interaktion stehen in engem Zusammenhang. Die  Qualität des Interface bestimmt die Funktionalität der Interaktion  ebenso wie die Programmierung der Funktionsabläufe selbst.  Mögliche Projekte und Präsentation: zum einen eher  funktional-anwendungsbezogene Konzepte, die dem Benutzer/Betrachter ein  intuitives Handeln ermöglichen,  d.h. eine Benutzung ohne über die Funktionsabläufe im Einzelnen  nachdenken zu  müssen, zum anderen eher spielerisch-künstlerische Konzepte, bei denen  der Benutzer/Betrachter durch seine eigenen Aktionen (im Raum) bestimmte  Funktionsabläufe  auslöst. Als Präsentationsform sind hier sowohl rein rechnerbasierte  Werke als auch  mediale Rauminstallationen denkbar.</p>
<p>3. Film/Video/3D-Design<br />
Film/Video/3D-Design bezieht  sich auf die Möglichkeiten des digitalen Videoschnitts  ebenso wie auf die Erfindung neuer Welten mittels 3D-Technik. Das  audio-visuelle  Werk setzt sich aus Texten, Bildern, Sprache, Sound, Raum, Bewegung im  Raum und  bewegten Bildern zusammen. Das digitale Studio mit seinen virtuellen  Kulissen bietet hierfür vielfältige und innovative Möglichkeiten.  Mögliche Projekte und Präsentation: In erster Linie 2D und 3D Werke, die  entweder  auf dem Monitor als adäquates Präsentationsmedium oder mittels Projektor  im  Raum gezeigt werden. Als werbewirksame „Verlängerung“ in den  öffentlichen  Raum sind auch ungewöhnliche Präsentationsorte und –formen denkbar (z.B.  U- Bahnprojekt Zoo-Hansaplatz), die bei der Projektkonzeption jedoch schon  von An- beginn berücksichtigt werden sollten.</p>
<p>4. Kommunikations-Design<br />
Zukünftige  Formen der Kommunikation benötigen geeignete Kommunikationsräume. Neue  Technologien eröffnen dem Kommunikations-Designer Möglichkeiten,  neue Kommunikations-Modelle zu entwickeln und zu präsentieren (z.B.  WebCams,  Chat-Rooms, Videokonferenzen, Internet-Telefonie).  Mögliche Projekte und Präsentation: WebCam-basierte Übertragungen von  öffentlichen Räumen/Events, Entwicklung neuer Formen von ChatRooms,  Video-Konferenzen unter Einbeziehung des Benutzers/Betrachters,  WebCam-Projekte und deren  Übertragung in den realen Raum.</p>
<p>Die  helle Kammer: Zusammenfassung</p>
<p>&#8220;Die helle Kammer&#8221; – der  Titel ist eine Anlehnung an das gleichnamige medientheoretische Werk von  Roland Barthes &#8211; soll die Schnittstelle zwischen Wissenschaft  und Kunst, zwischen studium und punctum bilden. In theoretischer  Hinsicht ist sie  ein Denk- und Wahrnehmungsgebäude, in dem medientechnologische Forschung  für die Kunst und ihre angewandten Bereiche zugänglich gemacht wird  (studium);  in angewandter Form ist sie ein Experimentierfeld für die Entwicklung  künstlerischer Strategien zur Schaffung und Erweiterung von  Medientechnologien, eine  Collage aus den Bausteinen individueller Themen und Konzepte (punctum). Im Ergebnis sollen durch die Kombination von Computer, Projektion und  sensorischen Präsentationsformen interaktive, raumbezogene  Installationen, zeitbasierte  reagierende Umgebungen und veränderliche Bildräume entstehen, die sich  dem Benutzer/Betrachter durch geeignete Sichtsysteme erschließen.</p>
<p>Das  Finden und Erfinden narrativer Handlungsrahmen und die Entwicklung  intuitiver  Interfaces sind neben der Gestaltung der Modelle die wesentlichen  Elemente der  künstlerischen Artikulation in diesem Projekt. &#8220;Helle Kammer&#8221; steht als  Weiterentwicklung für eine Zeit- und Raum-Struktur mit unterschiedlichen  Wahrnehmungsebenen: das Erlebbar-Machen von Szenarien, bestehend aus  Texten, Bildern, Geräuschen, Bewegungen in dreidimensionalen Räumen.</p>
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		<title>Medienkompetenz Teil V &#8211; Medienbasiertes Lernen</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Jun 2009 06:53:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>P. Fischer-Piel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienkompetenz]]></category>
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		<description><![CDATA[Welche curricularen Einbettungen gibt es für Medienkompetenz fördernde Angebote? (Schule, Universitär, FH’s, EWB, Projektarbeit mit Kindern und Jugendlichen.) 5.1 Vermittlungspraxis Fähigkeit zur aktiven Kommunikation Erlernen und Anwenden spezifischer Ausdrucks- und Gestaltungsmöglichkeiten und journalistischer Methoden; Fähigkeit zur aktiven Kommunikation mit audiovisuellen &#8230; <a href="http://medienkompetenz-blog.de/medienkompetenz-teil-5/">Weiterlesen...</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Welche curricularen Einbettungen gibt es für Medienkompetenz fördernde  Angebote?  (Schule, Universitär, FH’s, EWB, Projektarbeit mit Kindern  und Jugendlichen.)<br />
5.1  Vermittlungspraxis</p>
<ul>
<li>Fähigkeit zur aktiven Kommunikation</li>
<li>Erlernen und Anwenden spezifischer Ausdrucks- und  Gestaltungsmöglichkeiten  und journalistischer Methoden; Fähigkeit zur aktiven Kommunikation mit  audiovisuellen Medien von der Planung und Recherche über die Produktion  und Gestaltung  bis zur Fähigkeit der Verbreitung eigener audiovisueller Erzeugnisse.</li>
<li>Kenntnis der technischen und organisatorischen Bedingungen</li>
<li>Fähigkeit im Umgang mit den technischen und den organisatorischen  Bedingun- gen von der schriftlichen Fixierung bis zur Organisation und Verbreitung  der eigenen  Medienprodukte.</li>
<li>Kompetente Rezeption</li>
<li>Sensibilisierung der eigenen Wahrnehmung, verbunden mit der  Fähigkeit zur Filterung und Analyse audiovisueller Informationen</li>
<li>Vermittlung von Format- und Genrewissen</li>
</ul>
<p><span id="more-94"></span><br />
5.2 Medienbasiertes Lernen<br />
Konzeption  und Gestaltung medienbasierten Lernens: Leitfragen für die  Entwicklung eines virtuellen Lernszenarios, Bedarfserfassung:</p>
<ul>
<li>Welche Inhalte bzw. Kompetenzziele sollen vermittelt werden?</li>
<li>Wieviele Lernende sollen geschult werden?</li>
<li>Verfügen diese über ausreichend technische und methodische  Kompetenzen, um  Neue Medien für ihr Lernziel erfolgreich nutzen zu können?</li>
<li>Welche organisatorischen Rahmenbedingungen sind zu  berücksichtigen?</li>
</ul>
<p>Konzeptentwicklung</p>
<ul>
<li>Welche Vermittlungsmethoden sollen angewandt werden? Systematische  darbietende Wissensvermittlung (Vorlesung, Frontalunterricht) oder  problemorientierter  Wissenserwerb (Übung, Praktikum, Seminar)?</li>
<li>Welche Form des Medieneinsatzes soll realisiert werden?  (Anreicherungskonzept,  integratives Konzept, virtuelles Konzept)</li>
<li>Wie soll die gesamte Lehrveranstaltung organisiert sein?</li>
<li>Welche Kommunikationskanäle sollen genutzt werden und wofür?</li>
<li>Welche Möglichkeiten soll die medienbasierte Lernumgebung bieten?</li>
</ul>
<p>Ressourcenplanung</p>
<ul>
<li>Notwendige personellen Ressourcen für eine qualitativ hochwertige  Realisierung  der medienbasierten Veranstaltung</li>
<li>Erforderliche Infrastruktur, Hardware, Software</li>
<li>Zeitraum der Realisierung</li>
</ul>
<p>Rollenverteilung und  Qualifizierungsplan</p>
<ul>
<li>Über welche notwendigen Voraussetzungen verfügen die Lernenden?  Welche Ein- schulungsmaßnahmen sind erforderlich?</li>
<li>Welche Rollen und Aufgaben übernehmen Lehrende?</li>
<li>Erforderliche Kompetenzen von Tutoren</li>
<li>Erforderliche Kompetenzen von Autoren</li>
<li>TechnikexpertInnen zur Einrichtung und Wartung der erforderlichen  Hard- und  Software-Tools</li>
</ul>
<p>Contententwicklung</p>
<ul>
<li>Empfehlungen zur Vorgehensweise bei der Contententwicklung</li>
<li>Gestaltung von selbstinstruierenden Online-Materialien Kontinuierliche Betreuung der Lernenden</li>
<li>Strategien zum Schnittstellenmanagement</li>
<li>Unterstützung in technischen, methodischen und inhaltlichen Fragen</li>
<li>Möglichkeiten und Anregung zur Teamarbeit</li>
<li>Unterstützung beim Aufbau von Lernstrategien</li>
</ul>
<p>5.3 Projekte / Projektarbeit /  Themenauswahl</p>
<ul>
<li>Medienkompetenz als zentrales Operationsfeld von Projekten</li>
<li>Neue Medien und kulturelle Bildung  • Medienkompetenz als präventiver Jugendschutz</li>
<li>Projekte als Formen der Medienarbeit</li>
<li>Alice im Cyberland</li>
<li>Baukasten &#8220;Kinder und Werbung&#8221;. Medienkompetenz für Kindergarten,  Grund- schule und Familie</li>
<li>Das digitale Kinder− und Jugendmuseum</li>
<li>Games bis Augen weg</li>
<li>In eigener Regie</li>
<li>news 4u – Journalistentraining für Youngster</li>
</ul>
<p>5.4. Praktischer Ansatz: Lernen  durch Zeichenarten</p>
<p>1. Das  Bild: Das Bild &#8211; bildet das Objekt mit hoher Übereinstimmung ab.  Seine Information kann  unmittelbar erfasst werden. z.B. Fotos, Gemälde, Grafiken.</p>
<p>2.  Das Wappen: Wappen und Fahnen fungieren als Erkennungsmerkmal  oder Zugehörigkeitszeichen  für Gruppen oder Stände. Die Informationsübermittlung erfolgt indirekt,  d.h. erst  nach einem Lernprozess. z.B. Stadtwappen von Dresden oder Fahne der europäischen Gemeinschaft.</p>
<p>3. Das Piktogramm: Unter einem  Piktogramm versteht man &#8211; im erweiterten Sinn &#8211; ein Bildsymbol, im  engeren Sinn ein formelhaftes, für alle Sprachen verständliches Symbol.  Der Begriff  setzt sich aus dem lateinischen &#8220;pictus&#8221; (=Bild) und dem griechischem  &#8220;gramm&#8221;  (=Geschriebenes) zusammen und bedeutet soviel wie schriftliches Bild.  Seine Infor- mation erschließt sich direkt und ist weitestgehend multikulturell  erfassbar. z.B. Piktogramm für Information.</p>
<p>4.  Das Icon: Ein Icon in der Informatik steht für ein bildhaftes  Symbol in einer grafischen Benut- zeroberfläche eines Programms oder einer Anwendung. Mit ihm verbindet  sich  meist eine bestimmte Funktion oder Operation (z.B. dem Zuweisen eines  Attribut- wertes zu einem Absatz). Seine Information erschließt sich im  Zusammenhang oder  Zusammenspiel mit dem Objekt. z.B. Icon des Internet-Explorer.</p>
<p>5.  Die Schrift: Die Schrift ist die abstrakteste und  multivariabelste Zeichenform. Sie wird in ihrer  Vielfältigkeit von keinem  Zeichen erreicht. Seine Information muss  erlernt werden  und erschließt sich über einen Dekodierungsprozess indirekt. z.B. Garamond.</p>
<p>6. Das Signet:  Ein Signet ist eine Kennzeichnung des Produktes oder der Leistung einer  Institution  mittels sprachlichem (Schrift) oder bildlichem Mittel. Die  Informationsübermittlung  erfolgt indirekt nach einem Lernprozess.z.B. Schriftzug Coca Cola oder  Nike &#8211; Signet.</p>
<p>7. Das Symbol: Symbole sind visuelle  Zeichen, die keinen direkten Bezug oder  mit dem darzustel- lenden Objekt haben. Seine Information muss erlernt werden. z.B. Additionszeichen.</p>
<p>8. Das  Signal: Signale werden immer dort benötigt und eingesetzt, wo ein  Handeln oder unmittel- bares Reagieren auf eine Gefahr, ein Verbot oder eine Anweisung erfolgen  soll. Die  Informationsübertragung erfolgt weitestgehend direkt und besonders mit  dem Mit- teln von Farbe und Form. Manchmal ist aber auch ein Lernprozess  notwendig. z.B. Gefahrenzeichen und Verkehrszeichen.</p>
<p>9: Das Diagramm: Diagramme sind  Zeichen zur Darstellung von Sachverhalten und Abläufen. Dia- gramme visualisieren meistens Zahlen und Statistiken. Die  Informationsübermittlung  erfolgt direkt. z.B. Liniendiagramm des DAX, Hertzsprung-Russell-Diagramm.</p>
<p>10. Die Karte: Karten sind  geografische oder topografische Darstellungen. Erkennbare Formen  werden als Umrisse dargestellt. Die Informationsübermittlung erfolgt  direkt. z.B. Stadtplan von Dresden oder Wetterkarte von Deutschland.</p>
<p><a title="Medienkompetenz Teil VI" href="http://hypercommerce.de/medienkompetenz-teil-6/">Medienkompetenz Teil VI – künstlerisch intendierte Medienprojekte</a></p>
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		<title>Medienkompetenz Teil IV &#8211; Die visuelle Rhetorik des Bildes / audio-visuelle Bildung</title>
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		<pubDate>Tue, 26 May 2009 06:43:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>P. Fischer-Piel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Untersuchung einer Bildsprache, die den Fokus nicht auf die Fotografiegeschichte und die Besten ihrer Repräsentanten legt, muss sich zwangsläufig mit den medialen Distributationskanälen einschließlich ihrer wildesten Auswüchse befassen. Die Anleitung in einer Fachzeitschrift „Ein Bild machen à la Monet &#8230; <a href="http://medienkompetenz-blog.de/medienkompetenz-teil-4/">Weiterlesen...</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Untersuchung einer Bildsprache, die den Fokus nicht auf die  Fotografiegeschichte und die Besten ihrer Repräsentanten legt, muss sich  zwangsläufig mit den medialen Distributationskanälen einschließlich  ihrer wildesten Auswüchse befassen. Die  Anleitung in einer Fachzeitschrift „Ein Bild machen à la Monet mit 3  Klicks!“, ist exemplarischer Ausdruck einer radikal veränderten  Produktions- und Rezeptionsästhetik, die kein Innehalten mehr kennt:  Vilém Flussers kritische Vision von 1981,  nämlich die einer an den Funktionen der Programme und der Distribution  der Information orientierten Kreativitätspraxis, hat heute in der  Endlosschleife des product placement seine adäquate Ausdrucksform  gefunden. Gleichwohl bestimmt diese &#8211;  wie gerade aufgezeigt &#8211; zunehmend unsere kulturelle Identität.<span id="more-86"></span></p>
<p>Ein Großteil der Anstrengungen in der heutigen Medienkultur dient in  erster Linie  der Bildung von Identifizierungen. Massenkultur und Schnelllebigkeit  sind ihrem  Wesen nach das Gegenteil davon. Somit wird über die permanente  Wiederholung  und allgegenwärtige Präsenz in den Medien versucht, das Defizit der  kulturellen Identität in eine (kurzlebige) markenabhängige  Identifizierung zu überführen. Eine  ästhetische Orientierung in der Medienpädagogik geht in der Regel davon  aus, das Bilder unser Denken und damit unsere Wirklichkeitskonstruktion  beeinflussen &#8211; Bilder in einem erhöhten Maße, weil über sie Emotionen  und Gefühle ideal transportierbar sind. Marlboro verkauft demnach nicht  Zigaretten, sondern das Gefühl von  Freiheit, Benetton klärt dich doch nur auf, Apple verkauft nicht  Computer, sondern einen hippen und coolen Lebensstil, und Nike ist der Anwalt aller  Subkulturen. Wir sehen: Markenidentität als Substitut für die verloren gegangene  kulturelle Identität.</p>
<p>Wie aber gewinnt man aus solchen  Erkenntnissen praktische Medienkompetenz?</p>
<p>Um den Anforderungen  der modernen Mediengesellschaft gerecht werden zu können, muss es ein  zentrales Anliegen von Bildungsinstitutionen sein, die Fähigkeit zu vermitteln, Bilder rezipieren, dechiffrieren und mit ihnen kommunizieren  zu können Neben dem Fernsehen dürften zukünftig auch im Internet bewegte und  unbewegt Bilder als wichtige Darstellungsform und als komplexes Transportmittel  für Informationen mehr und mehr genutzt werden. Spätestens zu diesem  Zeitpunkt wird die  Fähigkeit, Bilder und Bildzusammenhänge einschätzen und nach dem  Informationsgehalt filtern zu können, zu einem maßgeblichen Bestandteil  praktischer Medienkompetenz.</p>
<p>Christian Doelker schlägt als  Begriff “Bild-Pädagogik” oder “Bild-Bildung” vor (ich  würde eher zu “Visueller Bildung” tendieren, weil der Begriff “Bild”  alle visuellen  Zeichensysteme nur ungenügend erfasst). In jedem Fall muss eine solche  pädagogische Ausrichtung versuchen, die Rezeptionsfähigkeiten des  Wahrnehmenden eben so zu fördern wie seine mediale Handlungskompetenz. Bildung für das  Visuelle  meint demnach auch Schulung, Kultivierung und praktische Umsetzung von  Wahrnehmungsaspekten.</p>
<p>Visuelle Bildung bezieht vor allem auch die  trivialen Kommunikationskanäle wie zum  Beispiel die Werbung mit ein. Betrachtet man Werbung als vorrangiges  Medium der  bildsprachlichen Kommunikation, ergibt sich eine neue medienpädagogische  Sichtweise: Wie häufig in der Kunst, geht es in der Werbung um Überraschung,  Irritation, enttäuschte Erwartungshaltungen, um metaphorische und  absurd-surrealistische  Botschaften, die im Bild visuell kodiert sind und die durch den  Betrachter dekodiert  werden müssen. Als Techniken der visuellen Rhetorik werden die Methode  der Verzerrung, der Übertreibung und vor allem die der Verschiebung auf  Meta-Ebenen  angewandt. Nichts anderes also als das, was in vielen Bereichen der  Kunst schon seit  langem praktiziert wird (freilich ohne auch nur annähernd ähnliche  technische Voraussetzungen oder analoge Distributationskanäle zu haben).</p>
<p>Die Bildsprache in der Werbung ist ein Spiel mit Gewohnheiten  und Erwartungen, ist  Irritation und Überraschung. Werden Inhalte allerdings eins zu eins  transportiert,  funktioniert die Botschaft nicht. Nur wenn sie sich in unserer  Wahrnehmung ver- hakt, uns zum Denken bringt, nehmen wir die Botschaft wahr. Alles andere  ist redundantes Rauschen und verpufft wirkungslos. Gute visuelle  Rhetorik aktiviert eine  autonome Denkleistung beim Rezipienten und muss gegen die Macht der  Gewohnheit intrigieren, um wahrgenommen zu werden.</p>
<p>Im besten Fall  gewinnt Werbung also unsere Aufmerksamtkeit &#8211; das kostbarste Gut  der Informations- und Kommunikationsgesellschaft – und hat damit ihren  Platz in  unserem kulturellen Gedächtnis erobert (das zu leugnen, ist vielleicht  verlockend,  weil man sich damit wieder in bester Gesellschaft mit der bürgerlichen  Kultur und  der hohen Kunst befindet, entspricht aber keinesfalls den Realitäten).</p>
<p>Visuelle  Rhetorik konzentriert sich allerdings nicht nur auf Werbebotschaften  oder  deren künstlerische Umkehrung. Botschaften sind auch in Bildzeichen  enthalten, die  nicht auf konkrete Objekt referieren, sondern in Relation zu einer  Aussage stehen.  Der weiße Stock steht für die Aussage „ich bin blind“, das Rot der  Verkehrsampel  für die Aufforderung „stehenbleiben“. Visuelle Rhetorik als Bildsprache  ist demnach  die “Kunst der Sprechenden Bilder”, und Piktogramme wären die  prototypischen  Medien dieser Art der Bildkonzeption (darauf werden wir noch später  zurück kommen).</p>
<p>Dabei geht es gerade nicht darum, zu irritieren,  zweideutig zu sein oder Divergenz  zu erzeugen. Vielmehr ist es das Ziel einer solchen Bildsprache,  komplexe Aussagen  und Botschaften in einem Superzeichen zusammenzufassen, Konvergenz zu  schaffen und Orientierungshilfe zu leisten. Dabei werden die zeitlich  realisierten Sprachbotschaften in das räumliche System der Bilder  transformiert, Botschaften fürs Ohr  in Botschaften für das Auge übersetzt. Im Gegensatz zu fotografischen  Bildern oder  werbestrategischen Irritationen, die gleichermaßen vom “Inhalt” leben,  sollen diese  Bilder für sich selbst sprechen, ohne den fragwürdigen Ballast der  Interpretation.</p>
<p>Die visuelle Rhetorik der Piktogramme,  Navigationen und lexikalischen Indices ist  ebenso Bestandteil der visuellen Kommunikation wie die irritierenden  Bildbotschaften, allerdings mit anderen Absichten und für andere Zwecke  konzipiert. Von daher  lassen sich zwei Pole verorten, zwischen welchen sich das Potential der  visuellen  Rhetorik entfaltet: Mimikry und Intrige, Selbsterklärung und Irritation,  Eindeutigkeit  und Zweideutigkeit. Und jede dieser Methoden – wenn man sie denn so  unterscheiden will &#8211; ist eine Kunst für sich. Beide stehen aber immer in  einem kulturellen Kontext und sind nicht beliebig verstehbar. D.h. der  Betrachter muss die visuellen Kodes seines Umfelds kennen, um  Irritationen als solche wahrnehmen und entschlüsseln oder die Aussagen  der Piktogramme richtig deuten zu können. Da wir nie außerhalb unseres  kulturellen Umfeldes und damit Diskurses stehen, vergessen wir das  aufgrund der Selbstverständlichkeit manchmal.</p>
<p>Zusammenfassend:  Die Vermittlung medienpädagogischer Konzepte wie etwa “Visuelle Bildung”  kann verdeutlichen, welche Bedeutung es haben kann, mit Bildern  zu täuschen und mit Bildern zu enttäuschen. Es wird damit die Fähigkeit  vermittelt,  mit Bildern kommunizieren und Bilder diskutieren zu können – eine  Vorstellung da- von zu haben, wie Bilder zustande kommen, auf welche Weise sie Meinungen  evozieren und wie sich Bild/Text-Verhältnisse zu der emotionalen  Rezeption von schein- bar objektiven Medienbotschaften verhalten.</p>
<p>Die Art und Weise,  wie eine Information vermittelt wird, sagt dabei sehr viel über  die Intentionen des Urhebers aus. Kennt man die Spezifika der  Ausdrucksformen, so  kann man leichter suggestive Elemente herausarbeiten und beurteilen und  dadurch  den eigentlichen Subtext des Mediums &#8211; sei es ein Bild, ein Film oder  ein Musikstück  &#8211; erkennen. Sowohl reflexive als auch produktionstechnische Aspekte der  Informationsvermittlung sind daher primär zu vermitteln, um den  spezifischen Informationscharakter von Medien erkennen zu können.</p>
<p><a title="Medienkompetenz Teil V" href="http://hypercommerce.de/medienkompetenz-teil-5/">Medienkompetenz Teil V – Medienbasiertes Lernen</a></p>
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		<item>
		<title>Medienkompetenz Teil III &#8211; Ästhetik als medienpädagogischer Orientierungsrahmen</title>
		<link>http://medienkompetenz-blog.de/medienkompetenz-teil-3/</link>
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		<pubDate>Tue, 19 May 2009 19:18:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>P. Fischer-Piel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Dieses Kapitel stützt sich wesentlich auf die Expertise „Kulturelle Bildung im Medienzeitalter“ zur Vorlage bei der Bund &#8211; Länder &#8211; Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung im Auftrage des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, verfasst von Karl-Josef Pazzini, Universität Hamburg, Juli &#8230; <a href="http://medienkompetenz-blog.de/medienkompetenz-teil-3/">Weiterlesen...</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dieses Kapitel stützt sich wesentlich auf die Expertise „Kulturelle  Bildung im Medienzeitalter“ zur Vorlage bei der Bund &#8211; Länder &#8211;  Kommission für Bildungsplanung  und Forschungsförderung im Auftrage des Bundesministeriums für Bildung  und Forschung, verfasst von Karl-Josef Pazzini, Universität Hamburg,  Juli 1999.<span id="more-82"></span></p>
<p>Zunächst ist zu klären, was Kulturelle Bildung ist und  inwieweit man diesen Begriff  auf die oben dargestellte Medienkompetenz beziehen kann. Gemäß den  Richtlinien  des Bundesministeriums für Frauen und Jugend/Kinder und Jugendplan des  Bundes  vom 20.12. 93 wäre demnach folgende Definition gültig:</p>
<blockquote><p>„Kulturelle Bildung soll Kinder und  Jugendliche befähigen, sich mit Kunst, Kultur  und Alltag phantasievoll auseinanderzusetzen. Sie soll das  gestalterisch-ästhetische  Handeln in den Bereichen Bildende Kunst, Film, Fotografie, Literatur,  elektronische Medien, Musik, Rhythmik, Spiel, Tanz, Theater, Video u. a.  fördern. Kulturelle Bildung soll die Wahrnehmungsfähigkeit für komplexe  soziale Zusammenhänge entwickeln, das Urteilsvermögen junger Menschen  stärken und sie zur aktiven und verantwortlichen Mitgestaltung der  Gesellschaft ermutigen.”</p></blockquote>
<p>Dieser Definition ist unbedingt  zuzustimmen, beinhaltet sie doch das ganze Rüstzeug, um auf die bildungsrelevanten Herausforderungen des  Medienzeitalters an- gemessen reagieren zu können und Medienkompetenz im oben gemeinten Sinn  herzustellen. Allein ihre Interpretation resp. praktische Umsetzung legt  ein Schatten  auf den sonst so wohlgemeinten Ansatz. Bereits Pazzini &#8211; der dieser  Definition explizit zustimmt &#8211; schränkt den theoretischen Bezugsrahmen  für Kulturelle Bildung ein:</p>
<blockquote><p>“Kulturelle  Bildung betont die Notwendigkeit des Bezugs von Bildung auf die  unterschiedlichen Künste. Sie ist eine notwendige Ergänzung zu den  technischen Veränderungen durch die neuen Medien. Ohne den Bezug zu den  Künsten können die  Chancen der neuen Medien nicht ausgeschöpft werden. Im Gegenteil, es  besteht  ohne einen solchen Bezug die Gefahr der Verdummung und eine schon  deutlich  wahrnehmbare Disqualifikation von Arbeitskräften&#8230;&#8230;”</p></blockquote>
<p>Interessant  ist in diesem Zusammenhang der explizite Bezug der kulturellen Bildung  zur Kunst auf der einen, und die Disqualifizierung ihres Gegenteils &#8211;  “Verdummung”  genannt &#8211; auf der anderen Seite. Dies ist für die Definition des  Begriffs “Kultur” von  ebenso weit reichender Bedeutung wie für die Erlangung von  Medienkompetenz.</p>
<blockquote><p>Noch einmal Pazzini: “Kulturelle Bildung eröffnet die Teilhabe an Werken der Kunst,  an den in ihnen eingeschlossenen Forschungsergebnissen,  Produktionsprozessen  und Rezeptionsmöglichkeiten. Sie sensibilisiert für weit greifende  Veränderungsprozesse eben durch die neuen Medien und macht Zusammenhänge  anders als begrifflich deutlich. Kulturelle Bildung beinhaltet  Möglichkeiten und Ressourcen, die in den  Wissenschaften, insbesondere den Naturwissenschaften, der Mathematik und  den  technisch ausgerichteten Wissenschaften nicht oder nur untergründig zur  Verfügung stehen.”</p></blockquote>
<p>Wir sehen hier, dass kulturelle Bildung  den Wissenschaften, insbesondere den Naturwissenschaften, der  Mathematik und den technisch ausgerichteten Wissenschaften nicht  zugebilligt wird. Tauglich erscheinen allein die Verfahren der Kunst  resp.  der ihr zugrunde liegenden (Geistes)Wissenschaften wie z.B. die  Kunstgeschichte,  die Semiotik oder die Medientheorie.</p>
<p>Konsequenterweise bezieht  Pazzini den Kulturbegriff in diesem Zusammenhang &#8211;  wie schon eingangs angedeutet &#8211; eindeutig auf die Künste. Das  romantische Künstler(selbst)bild, aus der Not oder wenigstens aus  Notwendigkeit zu produzieren  (Hölderlin im Turm etwa), das seine Herkunft vom Geist der Romantik und  des Bürgertums nicht verhehlen kann, wird hier reaktiviert: “Unter  „kulturell“ sollen hier  Prozesse verstanden werden, die sich in Werken niederschlagen, die  angeregt sind  durch Prozesse und Werke aus den unterschiedlichen Künsten: Musik,  Bildende  Kunst, Tanz, Theater, Literatur &#8230;”. &#8211; Wir finden also auch bei Pazzini  das Eingebettetsein der Kultur in die “hohe” Kunst. Wenn also in seiner  Expertise von “Kultureller Bildung” die Rede ist, so wäre dies demnach  als “Ästhetische Erziehung” im  Schillerschen Verständnis zu lesen.</p>
<p>Das steht in einem gewissen  Widerspruch zu Baackes’ Modell, das ja allein den adäquaten Gebrauch von  Medien &#8211; also die Fähigkeit zur Mediennutzung &#8211; als Teil der  Medienkompetenz anerkennt. Um den Widerspruch deutlich zu machen: Müssen   Jugendliche, die in der virtuosen Handhabung eines Joy-Sticks oder in  der perfekten  Beherrschung eines “Games” unschlagbar sind, bereits als  “medienkompentent”  bezeichnet werden? Oder sind Künstler, die zwar in der Lage sind, die  ganze Weltgeschichte in Stein zu meißeln, aber nicht die Fähigkeit haben  eine Internetseite zu  besuchen, in diesem Sinne hoffnungslos inkompetent?</p>
<p>Auf der einen  Seite also sehen wir kulturelle Bildung im Klammergriff der hohen  Kunst und des kulturellen Establishments (das nicht mehr ausschließlich  aus dem  ehemaligen Bildungsbürgertum besteht, sondern vielmehr durch den neuen  “Geldadel” aus Wirtschaft, Politik und Showbusiness repräsentiert wird),  auf der anderen  Seite steht die triviale Pop-, Design- und Kitschkultur, die mit  kultureller Bildung offensichtlich nicht das Geringste zu tun hat (aber  mit der der moderne Kulturrepräsentant häufig seine Brötchen verdient).</p>
<p>Neil  Postman konstatiert 1988, dass jenes Medium die kulturelle Ausprägung  einer  Kultur bestimme, welches es schaffe, Gedanken im kommunikativen  Austausch am  bequemsten zu transportieren. Und jene Gedanken, die sich bequem  ausdrücken  ließen, würden dann unweigerlich zum wesentlichen Inhalt einer Kultur  (iPod, iPod,  und nochmals iPod). Deswegen seien die „Wahrheitsbegriffe  jeweils sehr eng mit  den Perspektiven bestimmter Ausdrucksformen verknüpft“. Damit  lehnt er sich eng  an Marshall McLuhans “Das Medium ist  die Botschaft” an.</p>
<p>In diesem Kontext stehen auch die  Segnungen der Markenmultis und des Designs,  hier vor allem des industriell gefertigten Designs, das eigentlich in  der Lage sein soll- te, die Gegenstände des täglichen Gebrauchs kulturell zu “erhöhen” und  damit die  Partizipation aller Bevölkerungsschichten an der Kultur zu ermöglichen  (wie z. B.  noch das Bauhaus in den 20er Jahren). Nicht von ungefähr ist heute alles  Design,  was in irgendeiner Weise gefertigt wird, ob Hair-Design, Schmuck- oder  Fingernagel-Design, Grafik- oder Foto-Design, Möbel- oder Mode-Design,  vom Food-Design  ganz zu schweigen. Und ebenso wenig ist es Zufall, dass sich vor allem  Jugendliche  über Marken definieren und artikulieren, ja ihre ganze Identität aus der  Markenkultur beziehen.</p>
<p>Zwischen der Leitkultur einer bürgerlich  kanonisierten Gesellschaft und den subkulturellen Lebensformen einer  zunehmend durch Massenmedien geprägten Jugend  liegen Welten. Dem Integrationsmodell durch Leitbilder wie Leistung,  Höflichkeit  und Toleranz steht die Integration durch Einbeziehung aller auch noch so  trivialen  kulturellen Auswüchse &#8211; und damit aller Mitglieder der Gesellschaft &#8211;  entgegen. Wie  aber schafft man es, “Rappern” oder “Gamern” die Schönheit einer  Klaviersonate  von Schumann beizubringen?</p>
<p><a title="Medienkompetenz Teil IV" href="http://hypercommerce.de/medienkompetenz-teil-4/">Medienkompetenz Teil IV – Die visuelle Rhetorik des Bildes / audio-visuelle Bildung</a></p>
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		<title>Medienkompetenz Teil II &#8211; Was versteht man unter &#8216;Medienkompetenz&#8217;?</title>
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		<pubDate>Mon, 11 May 2009 12:44:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>P. Fischer-Piel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienkompetenz]]></category>
		<category><![CDATA[Definition]]></category>
		<category><![CDATA[Dieter Baacke]]></category>
		<category><![CDATA[Fotografie]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Mediengestaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Theorie]]></category>

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		<description><![CDATA[In vielen gesellschaftlichen Bereichen gilt Medienkompetenz als eine der Schlüsselqualifikationen von Gegenwart und Zukunft. Die Forderung, die mit diesem Begriff gestellt wird, ist die Befähigung von Menschen, sich in einer immer mehr von Medien durchdrungenen Welt kompetent orientieren zu können. &#8230; <a href="http://medienkompetenz-blog.de/medienkompetenz-teil-2/">Weiterlesen...</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In vielen gesellschaftlichen Bereichen gilt Medienkompetenz als eine der  Schlüsselqualifikationen von Gegenwart und Zukunft. Die Forderung, die  mit diesem Begriff gestellt wird, ist die Befähigung von Menschen, sich  in einer immer mehr von Medien durchdrungenen Welt kompetent orientieren  zu können. Das Spektrum der Medienkompetenz ist entsprechend breit  gestreut. Es reicht vom praktischen Umgang mit Medienangeboten im Alltag  über das Wissen um technische, historische, politische, kulturelle,  ökonomische und nicht zuletzt ethische Bedingungen, d.h..  Medienkompentenz umfasst alle gesellschaftlich-kulturellen Belange des  Lebens.<span id="more-55"></span></p>
<p>Es gilt, die Anforderungen und Wirkungen verschiedener Mediensysteme zu  kennen, die Fähigkeit zu besitzen, medial vermittelte Wirklichkeiten zu  reflektieren und  mit Medien aktiv kommunizieren zu können. Somit sind Entscheidungs- und  Handlungskompetenzen des Einzelnen gefordert, damit möglichst jeder  sowohl an individueller als auch an kollektiver Medienkommunikation  aktiv und autonom teilhaben  kann. Der Schwerpunkt, der in diesem Zusammenhang diskutiert wird,  konzentriert  sich gegenwärtig auf die Vermittlung praktischer Medienkompetenzen. Wir  gehen  aber weiter und fragen auch nach den Auswirkungen dieser Bedingungen für  die  künstlerische Reflexion einerseits, und den künstlerischen  Produktionsprozess andererseits.</p>
<p>Blickt man zurück auf die  Geschichte des Begriffs “Medienkompetenz” (und in dem  Zusammenhang auch auf die Medienpädagogik als ihre Vermittlungsinstanz),  sind  bestimmte Strömungen und Zyklen erkennbar. Diese Zyklen sind immer auch  Ausdruck ihres jeweiligen gesellschaftspolitischen und  kulturell-ästhetischen Kontextes.</p>
<p>Ursprünglich stellten die  „Massenmedien“ den Hauptgegenstand der Diskussion  dar. Bereits in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts stellte  Brecht ganz  konkrete und pragmatische Forderungen zur Befähigung des einfachen  Bürgers in  der Anwendung und Nutzung der Medien, indem er 1927 eine  Demokratisierung  des Rundfunks forderte. Siegfried Kracauer konstatierte im gleichen  Jahr: “In den  Illustrierten sieht das Publikum die Welt, an deren Wahrnehmung es die  Illustrierten  hindern.” (aus “Die Fotografie”, Frankfurter Zeitung, 1927). Und Walter  Benjamin &#8211;  dessen Begriff der Aura uns bis heute beschäftigt &#8211; fügt 4 Jahre später  hellsichtig  hinzu: “Nicht der Schrift-, sondern der Fotografieunkundige wird der  Analphabet  der Zukunft sein” (1931, Kleine Geschichte der Fotografie).</p>
<p>War  bislang also immer von Massenmedien die Rede, kam gegen Ende der 60er  Jah- re im Zusammenhang mit Studentenbewegung und der Revitalisierung  marxistischer  Theorien der Begriff der „Medienkompetenz“ auf. Die Bevölkerung solle,  so forder- te etwa Hans Magnus Enzensberger in Anlehnung an Brecht, überall dabei  sein,  auch bei der Produktion von Medien. Er postuliert in einer zentralen  Stelle seiner  Theorie der Medien: „Ein revolutionärer Entwurf muss nicht die  Manipulateure zum  Verschwinden bringen; er hat im Gegenteil einen jeden zum Manipulateur  zu machen“. Etwas später erklärt Beuys “jeden Menschen” zum Künstler.</p>
<p>Vor  allem sog. “linke Positionen” setzten Anfang der 70er Jahre die  Forderung nach  Demokratisierung der Medien frei und der Begriff Medienkompetenz erfuhr  einen  Bedeutungswandel. Die Medien wurden nun als Gefährdung betrachtet, und  die  Experten, Hochschullehrer und Pädagogen nahmen häufig eine  bewahrpädagogische Grundhaltung ein. Diese regelrechte Angst vor dem  Fernsehen und den neuen  Medien allgemein beruhte auf der Annahme vieler Pädagogen, das Buch sei  das  wertvollere Medium. Man wollte daher die alten Kulturwerte durch  pädagogische  Maßnahmen bewahren (entspricht dem Leitbild humanistischer Bildung).</p>
<p>Durch  handlungsorientierte Pädagogik und Kulturarbeit in den 70er und 80er  Jahren  gewann dann aber eine nicht mehr nur abwehrende Haltung gegenüber den  Medien die Oberhand. Die Medien wurden nun in ihren  gestalterisch-kreativen Potenzialen für die Bildungssozialisation  wahrgenommen. Als Leitbegriffe dominierten jetzt  kommunikative Kompetenz, Lebenswelt, Alltag, authentische Erfahrung,  handeln- des Lernen und vor allem Handlungskompetenz und Medienkompetenz. Durch  handelndes Lernen im Gegenstandsbereich der sozialen Realität sollte in  der Verbindung von Reflexion und Handeln die Realität sowohl angeeignet  als auch mitgestaltet und verändert werden. Studiengänge wie “Visuelle  Kommunikation”, die in den  70er Jahren eingeführt wurden, sind Ausdruck dieses Paradigmenwechsels,  ebenso  wie z.B. der “Subjektive Dokumentarismus” in der Fotografie in den 70er  Jahren.</p>
<p>In den letzten Jahren hat Dieter Baackes Definition von  Medienkompetenz besonde- re Bedeutung erlangt. Baacke gliedert den Begriff in vier Dimensionen:  Medienkritik,  Medienkunde, Mediennutzung und Mediengestaltung. Um das komplexe  Begriffsystem anschaulich zu machen, ist folgendes Diagramm hilfreich,  wobei die beiden Aspekte Medienkritik und Medienkunde die Dimension der  Vermittlung umfassen. Die  Dimension der Zielorientierung liegt im Handeln des Menschen. Hierbei  spielt also  die Nutzung von Medien eine gewichtige Rolle.</p>
<table style="border: 1px dashed #b3a389;" border="0" cellspacing="1" cellpadding="3" width="100%">
<tbody>
<tr>
<td style="border: 1px dashed #b3a389;" colspan="4">MEDIENKOMPETENZ</td>
</tr>
<tr>
<td style="border: 1px dashed #b3a389;" colspan="2">VERMITTLUNG</td>
<td style="border: 1px dashed #b3a389;" colspan="2">ZIELORIENTIERUNG</td>
</tr>
<tr>
<td style="border: 1px dashed #b3a389;" valign="top">Medienkritik</p>
<ol>
<li>Analytisch</li>
<li>reflexiv</li>
<li>ethisch</li>
</ol>
</td>
<td style="border: 1px dashed #b3a389;" valign="top">Medienkunde</p>
<ol>
<li>informativ</li>
<li>instumentell-qualifikatorisch</li>
</ol>
</td>
<td style="border: 1px dashed #b3a389;" valign="top">Mediennutzung</p>
<ol>
<li>rezeptiv, anwenden</li>
<li>interaktiv, anbieten</li>
</ol>
</td>
<td style="border: 1px dashed #b3a389;" valign="top">Mediengestaltung</p>
<ol>
<li>inovativ</li>
<li>kreativ</li>
</ol>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p><strong>Medienkritik</strong><br />
soll  analytisch problematische gesellschaftliche Prozesse angemessen  erfassen. Jeder  Mensch sollte reflexiv in der Lage sein, das analytische Wissen auf sich  selbst und  sein Handeln anzuwenden. Die ethische Dimension daran ist, das  analytische Denken und den reflexiven Bezug als sozial verantwortet  abzustimmen und zu definieren.</p>
<p><strong>Medienkunde</strong><br />
umfasst  das Wissen über die heutigen Mediensysteme. Die informative Dimension  der Medienkunde beinhaltet klassische Wissensbestände. Die  instrumentell-qualifikatorische Dimension meint die Fähigkeit, neue  Geräte auch bedienen zu können.</p>
<p><strong>Mediennutzung</strong><br />
ist  doppelt zu verstehen: Medien sollen rezeptiv angewendet werden  (Programm- Nutzungskompetenz) und interaktive Angebote genutzt werden können.</p>
<p><strong>Mediengestaltung</strong><br />
stellt in Baackes  Ausdifferenzierung den vierten Bereich der Medienkompetenz dar.  In den Bereich Mediengestaltung fallen die innovativen Veränderungen und  Entwicklungen des Mediensystems und die kreativen ästhetischen  Varianten, die über  die Grenzen der alltäglichen Kommunikationsroutinen hinausgehen. &#8211; Dies  also  könnte der Kunst zugeschlagen werden.</p>
<p>Es zeigt sich bereits bei  dieser überblicksartigen Betrachtung des Begriffs Medienkompetenz und den Möglichkeiten seiner Vermittlung, dass sich ein  Hauptaspekt  herauskristallisiert: durch aktive (Be-)Nutzung der Medien soll sich  eine Kritikfähig- keit herausbilden, die zum Auswählen unterschiedlicher Medienangebote  genutzt  werden kann. Kurz: Die eigene aktive Arbeit mit einem Medium ermöglicht  dessen  kritische Nutzung im beruflichen und privaten Alltag.</p>
<p><a title="Medienkompetenz Teil III" href="http://hypercommerce.de/medienkompetenz-teil-3/">Medienkompetenz Teil III – Ästhetik als medienpädagogischer Orientierungsrahmen</a></p>
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