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Wann kommt die Abwrackprämie für unsere Manager und Politiker? – ein Kommentar zur aktuellen Wirtschaftskrise

2009 Februar 27
Abwrackprämie für Manager und Politiker

Abwrackprämie für Manager und Politiker?

Millionen, Milliarden, Billionen oder vielleicht auch Trillionen sind verzockt worden. Jeden Tag erreichen uns neue Hiobsbotschaften aus dem Bankgewerbe. Die Zocker sind unantastbar; sie haben in der Vergangenheit Millionenbeträge kassiert und verdienen weiterhin Millionen. Auf Bonis wird in den Bankhäusern trotz der Milliardenverluste nicht verzichtet. Aufsichtsbehörden und Aufsichtsräte haben angeblich keinen blassen Schimmer von den Vorgängen, die sie eigentlich beaufsichtigen und kontrollieren sollen.

Firmen wie die Schaeffler AG wollen Übernahmen tätigen, die sie finanziell nicht stemmen können. Auch hier droht die Insolvenz zweier renommierter Unternehmen. Der hochgejubelte Meisterstreich entpuppt sich nun als Flopp und ist ein klarer Managementfehler, für den die Macher geradestehen müssen.

Autobauer haben es versäumt, in den guten Zeiten (die sie zweifellos hatten) zukunftssichere, umweltfreundliche Modelle zu entwickeln. In der Krise trifft es daher diese Autobauer und deren Zulieferer zuerst. Die Zahl der Auftragsrückgänge steigt in vielen Branchen dramatisch an. Unternehmen planen in Folge dieser Rückgänge Kurzarbeit und Entlassungen Ihrer Mitarbeiter. Es droht eine Welle der Unternehmensinsolvenzen und die Entlassungen von Mitarbeitern, die dazu führen, dass die Arbeitslosenzahlen exorbitant ansteigen werden.

Dax und Co. werden von einigen wenigen Firmen manipuliert (siehe VW-Aktie und die damit verbundenen Dax-Kapriolen) in den letzten Monaten. Die Börse ist zu einem Casino mutiert in dem sich skrupellose Zocker tummeln, die auf das schnelle Geld hoffen. Unternehmen gehen nicht mehr nur Ihrem Kerngeschäft nach und traden mit Optionsscheinen DAX-Aktien, die Aufgrund Ihrer prozentualen Gewichtung im Deutschen Leitindex frei manipulier sind. Der Großindustrieelle A. Merckle hat dieses Spiel mitgespielt und bitter bezahlt, die Konsequenzen die er gezogen hat sind schrecklich und jedem bekannt. Die Kunden von Lehman Brothers haben alles verloren. Kunden der Kaupthingbank kämpfen noch um ihr erspartes Geld. Viele dieser Menschen stehen vor dem Ruin.

Unsere Politik scheint machtlos und blickt in den Abgrund, in den sie uns nun in Trippelschritten hineinlaufen lässt. Informationen werden nur tropfenweise an die Öffentlichkeit weitergegeben, aus Peanuts werden schnell Milliarden die Unternehmensinsolvenzen und eventuell weitere Staatsbankrotte nach sich ziehen können. Wir haben uns damit abgefunden, dass unsere Kinder in eine zerstörte Umwelt hineingeboren werden. Nun sind sie auch von Geburt an Schuldner, die für die Defiziete Ihrer Vorfahren aufkommen müssen.

Kurz vor den Wahlen gibt es ja noch gigantische Konjunkturpakete, bei denen unter dem Strich keiner wesentlich mehr Euros in der Tasche hat als vor den Maßnahmen. Von Konjunktur ankurbeln kann nicht die Rede sein. Die Abwrackprämie und andere lächerliche Konjunkturprogramme werden trotzdem gefeiert wie ein Krieg den man gegen die Finanzkrise bereits gewonnen hat.

Wir alle grasen gemütlich weiter und sehen zu wie die Welt in der wir leben vor die Hunde geht – anstatt alle, die mit diesem skandalösen Vorgängen zu tun haben, zu enteignen und mit Schimpf und Schande davon zu jagen. Die Abwrackprämie für die verantwortlichen Manager und Politiker wird kommen, hoffentlich gibt es dann noch eine Ordnung die sie vor dem Zorn des Volkes schützen kann.

Dieser Artikel wurde am 27. Februar 2009 von F. Lucht geschrieben. Frank Lucht ist Geschäftsführer von one by one EDV-GmbH in Berlin. Das Unternehmen wurde im Jahr 1993 (seit 1998 GmbH) als Dienstleister für Informationstechnik gegründet und ist heute ein anerkannter Seminaranbieter in Berlin (Alfandaryhaus, direkt am Checkpoint Charlie). one by one gehört zu den Marktführern im Bereich EDV-Schulung und bietet über 600 verschiedene Computerkurse in Deutschland, Österreich und der Schweiz an.
Eine Antwort leave one →
  1. Juni 28, 2010

    Daumen hoch für dieses Artikel. “Lucht for President!” sag ich.

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